CD Projekt Red hat offiziell bestätigt: Cyberpunk 2077 hat 40 Millionen Exemplare verkauft. Fünfeinhalb Jahre nach einem Launch, der so katastrophal war, dass Sony das Spiel aus dem PlayStation Store entfernte. Fünfeinhalb Jahre, in denen dieses Spiel zweimal für tot erklärt wurde – und beide Male zurückkam. Die Zahl macht Cyberpunk 2077 zu einem der erfolgreichsten Rollenspiele aller Zeiten, und zur größten Comeback-Story, die diese Branche je gesehen hat.
5 Millionen neue Spieler in sieben Monaten – der Zug bremst nicht
Die 40 Millionen sind kein langsames Ausschleichen eines alten Hits. Allein seit November 2025, als CD Projekt zuletzt 35 Millionen vermeldete, sind fünf Millionen neue Käufer dazugekommen. In sieben Monaten. Ein Spiel, das 2020 auf der PS4 mit 15 fps durch Night City ruckelte, verkauft sich 2026 schneller als die meisten Neuerscheinungen.
Co-CEO Michał Nowakowski nannte die Marke einen Beweis für „die unglaubliche, anhaltende Stärke von Cyberpunk 2077″ und dafür, dass CD Projekt „hochwertige, immersive Geschichten“ erschaffe, „zu denen Spieler jahrelang zurückkehren“. Der Social Media Post vom 3. Juli nennt die 40 Millionen auch ein „großartiges Fundament“ für die kommenden Projekte im Cyberpunk-Universum – Edgerunners 2 diesen Herbst, und natürlich Cyberpunk 2.
Das Timing ist kein Zufall. Am selben Tag läuft auf der Anime Expo in Los Angeles der erste detaillierte Blick auf Edgerunners 2. CD Projekt weiß genau, wie man Zahlen mit Hype koppelt.
Phantom Liberty hat mehr verkauft als die meisten AAA-Spiele – 10 Millionen und der Punkt, an dem alles kippte
Die 40 Millionen sind beeindruckend. Aber die eigentlich verrückte Zahl steht woanders: Phantom Liberty hat 10 Millionen Exemplare verkauft, Stand Mai 2025. Eine Erweiterung. Kein eigenständiges Spiel, kein Sequel – ein DLC hat mehr verkauft als die gesamte Lebenszeit der meisten AAA-Titel. Die Expansion war der Wendepunkt, der aus einem reparierten Spiel ein gefeiertes machte.
Trotzdem hat Nowakowski erst vor zwei Wochen etwas Bemerkenswertes gesagt. Auf der DevGAMM in Danzig räumte er ein, nicht „zu 100 Prozent überzeugt“ zu sein, dass CD Projekt den kompletten Redemption-Arc durchlaufen habe. Manche Fans, sagte er, seien für immer verloren – und das sei auch fair.
Ein CEO, der bei 40 Millionen verkauften Exemplaren nicht feiert, sondern sich an die erinnert, die nie zurückkamen. Das ist jemand, der verstanden hat, dass Verkaufszahlen und Vertrauen zwei verschiedene Währungen sind.
Edgerunners 2 im Herbst, Cyberpunk 2 in Chicago – und ein CEO, der nicht zufrieden ist
Der Blick nach vorne ist trotzdem gewaltig. Edgerunners 2 kommt im Herbst, mit vier neuen Charakteren und Night City auf brutalstem Niveau. Trigger ist wieder am Steuer, Kai Ikarashi führt Regie, und die erste Staffel hatte 2022 maßgeblichen Anteil daran, dass Cyberpunk 2077 zurück in die Steam-Charts katapultiert wurde.
Und dann ist da Cyberpunk 2. 163 Leute arbeiten laut IGN seit April daran, das Projekt hat die Pre-Production-Phase erreicht. Mike Pondsmith, der Schöpfer des Cyberpunk-Universums, verriet auf der Digital Dragons 2025, dass der Nachfolger eine zweite Stadt besuchen wird – Night City bleibt, aber dazu kommt ein Schauplatz, den er als „Chicago gone wrong“ beschreibt. Keanu Reeves hat öffentlich gesagt, er wolle unbedingt als Johnny Silverhand zurückkehren, und Pondsmith meinte, er habe eine Idee, wie das funktionieren könnte.
Ein Release vor 2030 gilt als ausgeschlossen – CD Projekt steckt die meisten Ressourcen in The Witcher 4. Aber der Rahmen, den Nowakowski mit den 40 Millionen absteckt, ist klar: Cyberpunk ist kein Ein-Spiel-Franchise mehr. Es ist das zweite Standbein, auf dem CD Projekt die nächsten zehn Jahre plant.