Die Necrons machen in Dawn of War 4 keine Angriffskriege. Sie stellen wieder her, was ihnen gehört – und warten, bis der Feind von alleine kommt. Der dritte Gameplay-Deep-Dive von KING Art Games zeigt, wie sich diese Philosophie auf dem Schlachtfeld anfühlt.
Expansion ohne einen Schritt nach vorne
Während Space Marines und Orks Basen aus dem Boden stampfen, restaurieren die Necrons. Das klingt erstmal wie eine alternative Bauweise, aber es verändert die gesamte Dynamik. Statt Rohstoffpunkte zu besetzen und Türme zu errichten, aktivieren die Necrons eine Power Matrix, indem sie uralte Bauwerke auf dem Schlachtfeld wiederherstellen. Jedes reaktivierte Gebäude erweitert ihr Herrschaftsgebiet und bringt Ressourcen. Die Grabzitadelle – das Herz ihrer Basis – dient gleichzeitig als Produktionsstätte für Einheiten.
Die Konsequenz: Die Necrons müssen sich nicht nach vorne kämpfen, um zu expandieren. Sie müssen nur das halten, was sie schon kontrollieren. Wer gegen sie spielt, muss sie aus diesen Positionen treiben – und das wird schwer, weil jede gehaltene Position sie stärker macht.
KING Art Games hat das schon im Adeptus Mechanicus-Deep-Dive angedeutet: Jede Fraktion in DoW IV spielt sich radikal anders. Die Necrons sind der extremste Ausdruck dieser Philosophie.
Zwei Kommandanten, zwei Zeitverständnisse
An der Spitze der Necrons stehen zwei Befehlshaber, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Chronomant Thothmek beugt die Zeit – er verlangsamt Feinde, beschleunigt die Wiederbelebung gefallener Necrons und macht die Armee praktisch unzerstörbar. Ahmnok dagegen, einst Herrscher von Kronus, ist besessen von der Vernichtung allen Lebens. Wo Thothmek kontrolliert, drückt Ahmnok drauf.
Das ist der Winkel, den viele übersehen: Die Necrons sind keine Einheitsfraktion. Thothmek spielt das reine Überdauern – maximale Defensive, unendliche Nachhaltigkeit, Gegner müde machen. Ahmnok kann aus dieser Defensivposition plötzlich aggressiv werden. Beide teilen sich dieselbe Basis-Mechanik, aber ihre taktischen Optionen sind komplett unterschiedlich.
Letzte Woche zeigte der CGI-Trailer die Necrons noch als Bedrohung aus dem Orbit. Der Deep Dive übersetzt diese Bedrohung in konkrete Mechaniken.
Was der Deep Dive über Dawn of War 4 verrät
Der dritte von vier Deep Dives bestätigt einen Trend: KING Art Games denkt die Fraktionen von ihrer Lore her und baut Mechaniken darum. Bei den Necrons funktioniert das besonders gut, weil ihre Spielweise – überdauern statt angreifen – direkt aus dem Warhammer 40k Universum kommt. Selbstreparierende Legionen, unnachgiebige Konstrukte und Technologie, die Raum und Zeit beugt, machen sie zur Fraktion für Spieler, die Geduld und Positionierung über Rush-Taktiken stellen.
Ob das im Multiplayer gegen die schnellen Adeptus Mechanicus oder die aggressiven Orks funktioniert, wird sich zeigen. Aber der Deep Dive macht eines klar: Das Team aus Bremen hat verstanden, was die Serie einst ausgezeichnet hat. Dawn of War IV erscheint am 17. September 2026. Der vierte und letzte Deep Dive wird in den nächsten Wochen erwartet – und nach drei Trailern bleibt nur eine Frage: Welche Fraktion bekommt den letzten Slot?
