Mit dem neuen CGI-Intro-Trailer zu Dawn of War 4 schickt Publisher Deep Silver die Blood Ravens zurück in die Hölle. Statt strahlender Helden-Paraden zeigt das Video eine zerschlagene Truppe kurz vor der Auslöschung auf dem Wüstenplaneten Kronus. Für das geschundene Warhammer-Franchise markiert dieser Vorstoß nach fast zehn Jahren Pause den überfälligen Zündfunken für die Echtzeit-Strategie.
Zwei Orden gegen den Untergang auf Kronus
Im offiziellen CGI-Intro-Trailer spitzt sich das Überlebensdrama der Verteidiger dramatisch zu. Captain Cyrus und Scriptor Jonah Orion stehen nach dem Großen Riss völlig ohne Nachschub da, während endlose Xenos-Wellen ihre Stellungen überrennen. Erst im Moment der scheinbar sicheren Vernichtung schlagen die Landungskapseln der Dark Angels im Boden ein, zerfetzen die Angreifer und drehen das Gefecht.
Diese filmische Allianz spiegelt zugleich die spielerische Identität des Titels wider. Wo Cyrus auf gezielte Infiltration und Sabotage setzt, walzen die Dark Angels als spielbare Macht feindliche Stellungen mit schweren Plasmawerfern nieder. Die Bremer Entwickler von KING Art Games bestücken die Schlachtfelder hierfür mit über 110 Einheiten und Gebäuden, gestützt von 2,6 Millionen Euro staatlicher Entwicklungsförderung.
Die kompromisslose Absage an das MOBA-Debakel
Mit dieser handfesten Ausrichtung begräbt das Team das Trauma des Jahres 2017 endgültig. Wo bunte Helden-Akrobatik und starre Kartenpfade das Desaster von Dawn of War 3 besiegelten, bestimmen nun wieder massiver Basenbau und Zermürbungsschlachten das Geschehen. Schweres Bolterfeuer zerlegt steinerne Befestigungen, während umkämpfte Ressourcen-Knotenpunkte brutale Stellungskämpfe um jeden einzelnen Meter Schotterboden erzwingen.
Vier getrennte Kampagnen für Space Marines, Orks, Adeptus Mechanicus und Necrons füllen das Strategiespiel bereits am ersten Tag. Creative Director Jan Theysen deklariert das Vorhaben als den bislang größten Kraftakt des Studios. Vorbesteller der 59,99 Euro teuren PC-Fassung sichern sich zehn Prozent Rabatt und zahlen knapp 54 Euro, während die Commander Edition sofortigen Vorabzugang gewährt.
Eine Gratis-Offensive für zwanzig Jahre Fan-Treue
Die Schlachten enden keineswegs mit der Kampagne, sondern münden in eine prall gefüllte Roadmap. Deep Silver liefert im ersten Jahr kostenlose Karten, Modi und einen Missionseditor nach. Besonders die Rückkehr des Crusade-Modus zielt direkt auf das Herz der Veteranen, flankiert von zwei Story-Paketen sowie einer noch geheimen fünften Fraktion ohne jeden Aufpreis.
Die Rückkehr nach Kronus beendet eine fast zehnjährige Durststrecke des kollektiven Zweifelns. Nach zwei Jahrzehnten wechselhafter Seriengeschichte tritt Dawn of War aus dem Schatten verfehlter Industrie-Trends und stellt sich seiner eigenen Legende. Wenn sich der Pulverdampf über den zerschossenen Gräben lichtet, bleibt die Gewissheit: Das finstere 41. Jahrtausend hat seine rohe, unbarmherzige Härte auf dem PC zurückgewonnen.
