Während Capcom in jüngster Zeit ein goldenes Händchen bei der Wiederbelebung seiner klassischen Marken wie Resident Evil oder dem bald erscheinenden „Onimusha: Way of the Sword“ beweist, verharrt ein anderer Gigant der Firmengeschichte hartnäckig im Dornröschenschlaf: Dino Crisis. Der prähistorische Survival-Horror, der einst eine ganze Generation in Angst und Schrecken versetzte, scheint von der Bildfläche verschwunden. Doch neue Gerüchte, angefeuert durch den bekannten Leaker AestheticGamer, malen ein düsteres Bild hinter den Kulissen. Es ist nicht so, dass Capcom kein Interesse hätte – vielmehr scheint das Unternehmen in den letzten Jahren mehrfach daran gescheitert zu sein, eine würdige Rückkehr für die Dinosaurier-Saga zu realisieren.
Die Gräber der verlorenen Projekte
Laut den auf Social Media verbreiteten Informationen gab es mindestens zwei konkrete Anläufe, Dino Crisis aus seinem eiszeitlichen Schlaf zu erwecken. Der erste Versuch wurde demnach bei Capcom Vancouver vorangetrieben, jenem Studio, das unglücklicherweise 2018 seine Pforten schließen musste. Der Leaker behauptet sogar, noch über geleaktes Material zu diesem eingestellten Projekt auf seiner Festplatte zu verfügen. Ein zweiter Wiederbelebungsversuch soll vor einigen Jahren stattgefunden haben, wurde aber ebenfalls wieder zu den Akten gelegt, weil das Ergebnis qualitativ einfach nicht überzeugen konnte. Es scheint, als befände sich Capcom in einem tiefgreifenden kreativen Dilemma und ringe noch immer in frühen Prototyping-Phasen damit, eine klare Vision für die Zukunft der Marke zu finden.
Ein Hoffnungsschimmer aus der Vergangenheit
Dieser ambivalente Schwebezustand ist für Fans umso frustrierender, als dass die Sehnsucht nach einer Neuauflage riesig ist. Das letzte große Kapitel der Serie, „Dino Crisis 3“, liegt bereits über zwei Jahrzehnte zurück und erschien 2003. Die ursprüngliche Formel, die 1999 auf der ersten PlayStation debütierte, war eine geniale Abwandlung des Resident-Evil-Prinzips: Survival-Horror mit starren Kamerawinkeln, knappen Ressourcen und einer ständigen Bedrohung – nur dass hier keine schlurfenden Zombies, sondern blitzschnelle, aggressive Dinosaurier für effektive Schockmomente sorgten. Genau hier keimt jedoch ein Funke Hoffnung auf. Capcom hat erst im März dieses Jahres eine frische Markeneintragung für Dino Crisis vorgenommen – das erste Mal seit der ursprünglichen Registrierung im Jahr 1999. Ein solcher Schritt ist selten bedeutungslos und könnte auf Pläne für Remasters, vollwertige Remakes oder gar eine Fortsetzung hindeuten.
Die Hoffnung stirbt also zuletzt, und bis Capcom eine finale Entscheidung über das Schicksal der Raptoren trifft, gibt es eine Möglichkeit, die Nostalgie neu zu entfachen. Für alle, die den Klassiker erneut oder zum ersten Mal erleben wollen, sind die ersten beiden Teile der Reihe seit Januar auf der Plattform GOG für den PC erhältlich. Diese Veröffentlichungen sind Teil des „Preservation Program“ von GOG, das sich zum Ziel gesetzt hat, Videospiel-Klassiker für moderne Systeme zu erhalten und mit heutiger Hardware kompatibel zu machen. Ein kleiner Trost, während wir darauf warten, dass der prähistorische Albtraum vielleicht doch noch einmal zum Leben erwacht.