CD Projekt Red hat erneute Einschnitte beim Witcher Multiplayer-Projekt Project Sirius bestätigt: Neun Entwickler wurden entlassen, neun weitere intern versetzt – damit verlassen insgesamt 18 Personen das Team von The Molasses Flood. Es ist bereits die zweite große Kürzungsrunde für das 2022 angekündigte Projekt, das 2023 neu aufgesetzt wurde und damals 29 Jobs kostete. Was der erneute Aderlass für den Release-Zeitraum des Witcher-Ablegers bedeutet, lässt das Unternehmen bislang offen.
- Neun Kündigungen, neun Versetzungen – CD Projekt bestätigt die nächste Runde
- Project Sirius wurde 2023 bereits einmal neu aufgesetzt – und kostete 29 Jobs
- Während Project Sirius schrumpft, setzt CD Projekt voll auf Singleplayer
- Was die Kürzungen für den Release des Witcher-Multiplayers bedeuten
- Auf den Pixel gefühlt…
Neun Kündigungen, neun Versetzungen – CD Projekt bestätigt die nächste Runde
Wie Kotaku berichtete, wurden neun Entwickler aus dem Project Sirius-Team entlassen, während neun weitere intern an andere Stellen innerhalb von CD Projekt wechseln. Insgesamt verliert das Multiplayer-Projekt damit auf einen Schlag 18 Mitarbeitende. CD Projekt bestätigte die Zahlen anschließend gegenüber IGN und sprach davon, die Anpassungen spiegelten den „Bedarf des Projekts“ wider – eine Formulierung, die in der Branche üblicherweise als Vorstufe weiterer Kürzungen gelesen wird.
Bemerkenswert ist die Verteilung der Kündigungen: Ein Teil der Entlassungen soll am CD Projekt Hauptsitz in Warschau erfolgt sein, nicht allein beim eigentlich zuständigen Studio The Molasses Flood in Boston. Das deutet darauf hin, dass Project Sirius organisatorisch enger an das Mutterhaus angebunden ist, als die offizielle Kommunikation vermuten lässt. Während CD Projekt The Witcher 4 massiv ausbaut, schrumpft das Multiplayer-Team damit zum zweiten Mal in zwei Jahren.
Project Sirius wurde 2023 bereits einmal neu aufgesetzt – und kostete 29 Jobs
Project Sirius ist kein glückliches Projekt. Das 2022 angekündigte Witcher Multiplayer-Spiel von The Molasses Flood wurde im Frühjahr 2023 bereits einmal grundlegend neu aufgesetzt. Der Rescope 2023 kostete 29 Jobs – damals entließ das Studio einen erheblichen Teil seiner Belegschaft und verwarf weite Teile der bisherigen Arbeit.
Die aktuelle Runde wirkt daher wie eine Fortsetzung der Krise, nicht wie ein isolierter Vorgang. Innerhalb von rund zwei Jahren hat das Projekt nun zwei Kürzungswellen hinter sich, während ein veröffentlichungsfähiges Spiel nach wie vor nicht in Sicht ist. Dass CD Projekt zeitgleich an der neuen Witcher-Trilogie in sechs Jahren festhält, macht den Kontrast deutlich: Das Singleplayer-Kernversprechen genießt Priorität, das Multiplayer-Experiment hängt weiter in der Schwebe.
Während Project Sirius schrumpft, setzt CD Projekt voll auf Singleplayer
Die Strategie dahinter ist kein Geheimnis. CD Projekt hat zuletzt wiederholt betont, dass Singleplayer-Hits das Rückgrat des Unternehmens bleiben. Vor diesem Hintergrund ist die Kürzung beim einzigen großen Multiplayer-Projekt des Hauses ein klares Signal: Experimente außerhalb des Kerngeschäfts stehen schneller zur Disposition.
Gleichzeitig investiert CD Projekt kräftig in The Witcher 4 – erst kürzlich holte es sich Emmy-Preisträger an Bord, und das Team nähert sich der 500 Mitarbeiter Marke. Diese gegenläufige Bewegung – hier Einstellungen, dort Entlassungen – zeigt, wohin die Ressourcen fließen. Für die verbliebenen Project Sirius-Entwickler ist das eine bittere Botschaft: Ihr Projekt gilt intern offenbar nicht mehr als Wachstumsfeld.
Was die Kürzungen für den Release des Witcher-Multiplayers bedeuten
Einen Release-Zeitraum nennt CD Projekt für Project Sirius weiterhin nicht. Das ist nach zwei Kürzungswellen und einem kompletten Neustart wenig überraschend, aber bezeichnend. Ein Multiplayer-Titel, der für den Live-Betrieb gebaut wird, braucht eine große, stabile Belegschaft – eine schrumpfende Mannschaft ist für solche Projekte besonders gefährlich, weil laufender Content und Serverbetrieb dauerhaft Personal binden.
Realistisch betrachtet steht Project Sirius damit vor der Frage, ob es überhaupt noch erscheint – oder ob CD Projekt das Projekt irgendwann still beerdigt, wie es bei intern angeschlagenen Vorhaben in der Branche üblich ist. Bis zu einer offiziellen Antwort bleibt nur der Blick auf die Fakten: zwei Kürzungsrunden, ein Neustart, keine Release-Perspektive. Das sind keine guten Vorzeichen.
Auf den Pixel gefühlt…
Kurz, präzise, unbestechlich