Stell dir vor, du kaufst ein DLC für 20 Euro und bekommst fast so viel Kampagne wie ein Vollpreistitel – plus Endgame obendrauf. Genau das passiert nächste Woche. id Software veröffentlicht am 7. Juli Revelations, die erste bezahlte Erweiterung für DOOM: The Dark Ages, und die Zahlen klingen nach einem der üppigsten DLC-Pakete, die der Shooter-Sektor dieses Jahr gesehen hat. Studio-Co-Director Hugo Martin spricht von 10 bis 12 Stunden Spielzeit, und das ist nur die Kampagne. Denn Revelations macht etwas, das kein DOOM vor ihm gewagt hat: Es trennt die Story vom Endgame und gibt dir nach dem Abspann richtig was zu tun.
Eine Kampagne, die sich wie eine Fortsetzung anfühlt
Das DLC ist nicht einfach ein weiterer Level-Happen. Martin stellt klar, dass Revelations größer ausfällt als DOOM Eternals beide Ancient Gods-Erweiterungen zusammen – und das war schon kein Pappenstiel. Die Kampagne macht rund 60 Prozent des Gesamtpakets aus, der Rest ist strukturelles Neuland für die Serie.
id Software versprach ein monströses Abenteuer, und die aktuellen Preview-Zahlen untermauern das. Zehn bis zwölf Stunden für einen 20 Euro DLC sind eine klare Ansage. Die Kampagne des Hauptspiels lag bei etwa 15 Stunden.
Dafür bekommst du hier fast die gesamte Spielzeit eines Vollpreistitels – zu einem Viertel des Preises. Das ist ein Value-Verhältnis, das man in der DLC-Landschaft selten sieht.
Endgame – ein Novum für die DOOM-Reihe
Der spannendste Teil der Ankündigung steht im Kleingedruckten: Revelations führt erstmals ein richtiges Endgame für die Serie ein. Nach der Kampagne schaltest du nicht einfach New Game Plus frei. Stattdessen betrittst du eine separate Content-Schiene mit eigenem Fortschritt.
Wie der offizielle Bethesda-Blog bestätigt, warten Master-Schwierigkeitsgrade für bestehende Level, neue Routen und Puzzles. Und dann die ganz harte Kost: Ein Uber Boss erwartet dich, wenn du weit genug gekommen bist. Dazu kommen vier Master-Arenen, die dich an die Grenzen deiner Fähigkeiten treiben sollen.
Dass das wuchtige Kampfsystem des Hauptspiels sich auf diese Herausforderungen überträgt, bewies unser Test. Klassik-Level, basierend auf älteren Doom-Spielen, runden das Paket ab. Ein kleines Fan-Service-Highlight für alle, die noch wissen, wie sich die Ursprünge angefühlt haben.
Der Ketten-Speer und die Rückkehr des Quickswappings
Neben der neuen Struktur liefert Revelations auch frische Spielzeuge. Der Chain Spear ist die auffälligste Neuerung: Ein Speer mit eingebauter Sprung-Mechanik, der dem Kampf eine vertikale Dimension verleiht. Dazu gesellen sich Praetor Suit Encounters und Slayer Trials mit Arcade-Scoring.
Die Trials sind für alle gedacht, die ihre Runs nicht nur überleben, sondern mit Stil absolvieren wollen. Interessant ist auch die Rückkehr des Quickswappings. Das Feature war bei DOOM Eternal hoch umstritten, weil es den Skill-Cap enorm anhob.
In Revelations ist es offenbar als freischaltbare Option integriert – kein Zwang, aber ein Werkzeug für die, die tiefer einsteigen wollen. Dass id Software trotz interner Gerüchte um mögliche Umstrukturierungen weiterhin solchen Detail-Feinschliff liefert, spricht für die Prioritäten im Studio.
Ripatorium 3.0, PS5 Pro und der schmale Grat zum Schnäppchen
Zum Release am 7. Juli gibt es nicht nur den DLC. id Software veröffentlicht parallel das kostenlose Ripatorium 3.0-Update für alle Besitzer des Hauptspiels. Neue Maps, Dämonen und Waffen für den Arena-Modus – plus tiefere Anpassungsoptionen und Presets.
Wer Revelations besitzt, bekommt nach Abschluss der Story zusätzliche Inhalte für den Modus freigeschaltet. PS5 Pro Besitzer erhalten zeitgleich ein kostenloses PSSR-Upgrade, das die Bildqualität durch KI-gestützte Rekonstruktion verbessert. Laut übereinstimmender Preview-Berichte schließt das Update eine Lücke, die Technik-Fans seit dem Launch kritisierten.
Der Preis von 19,99 Euro für das DLC – beziehungsweise 34,99 Euro für das Upgrade auf die Premium Edition – ist preislich eine Kampfansage, gemessen am Umfang. Selten bekommt man für 20 Euro so viel geballte Shooter-Power.