Assetto Corsa EVO katapultiert sich mit Update 0.8 ein gutes Stück näher an die 1.0. KUNOS Simulazioni liefert drei neue Fahrzeuge, eine der legendärsten Rennstrecken der Südhalbkugel und vor allem: das erste wirklich runde VR-Erlebnis der Early Access Phase. Der neue Trailer zeigt, was drinsteckt – und ab sofort gibt es den Early Access Titel mit 20 Prozent Rabatt auf Steam.
Drei neue Boliden und eine Rennstrecke mit Charakter
Die Fahrzeugliste wächst mit Update 0.8 um drei grundverschiedene Charaktere. Der KTM X-Bow GT2 ist einer der extremsten Vertreter der modernen GT2-Klasse – ein nacktes Carbon-Monocoque mit Fünfzylinder-Turbo, der keine Kompromisse macht. Sein GT4-Geschwisterchen ist zugänglicher, aber immer noch leicht, direkt und ehrlich. Der dritte im Bunde ist der VW Golf 8 R, das Allrad-Flaggschiff der Baureihe und der Alltagsheld im Trio. Wer den Golf 8 GTI schon aus EVO kennt, findet im R den logischen nächsten Schritt: alltagstauglich, allwettertauglich und mit einer dezenten Portion Understatement.
Dass KUNOS den Golf 8 R direkt nach dem GT2 nennt, zeigt, wie breit die Content-Strategie ist – vom Hardcore-Tracktool bis zum täglichen Begleiter ist alles dabei. Dazu kommt mit Kyalami eine Strecke, die in keiner ernsthaften Simulation fehlen darf. Der südafrikanische Grand Prix Kurs liegt auf 1.500 Metern Höhe nahe Johannesburg – die dünnere Luft verändert Motorleistung und Abtrieb spürbar. Das ist kein Detail, das der Gelegenheitsfahrer bemerkt. Wer aber die Rundenzeiten vergleicht, wird den Unterschied sehen. Die Strecke selbst ist eine dieser fließenden, welligen Passagen aus schnellen Esses und Richtungswechseln, die Rhythmus und Mut belohnen. Wir haben in unserem Bericht zu Update 3 schon gezeigt, wie KUNOS die Strecken per Laserscan einfängt – Kyalami setzt das fort.
VR bekommt endlich die Aufmerksamkeit, die es verdient
Der eigentliche Star von Update 0.8 ist aber der VR-Overhaul. KUNOS nennt es selbst das bedeutendste VR-Update seit Early Access Start, und das ist keine Übertreibung. Foveated Rendering ist der technische Kern – es konzentriert die Rechenleistung auf den Bereich, den das Auge tatsächlich fixiert. Auf unterstützter Hardware gibt es sogar eine Eye-Tracking-Variante. Dazu kommen Pixel-Density zwischen 50 und 150 Prozent, World Scale, Supersampling und eine eigene MSAA-Auflösung, die speziell für VR entwickelt wurde und Aliasing reduzieren soll.
Der vielleicht wichtigste QoL-Fix: VR hat jetzt ein separates Grafikprofil. Kein Rumgefummel mehr zwischen Headset- und Monitor-Einstellungen, die sich gegenseitig in die Quere kommen. Dazu gibt es einen „bevorzuge FPS vor Latenz“-Modus und eine direkte OpenXR-Swapchain – der Renderer zeichnet direkt in den Framebuffer, ohne einen extra Kopierschritt dazwischen. Jeder, der schonmal zwischen Desktop und VR hin- und hergeschaltet hat, weiß, wie nervig der ständige Settings-Kompromiss war. Das ist jetzt Geschichte.
Community-Content erobert den Mehrspieler-Modus
Der zweite große Schritt nach vorne betrifft die Modding-Szene. Update 0.7 hatte den Car Editor gebracht, aber nur für den Singleplayer. Ab 0.8 können Community-Fahrzeuge auch im Multiplayer eingesetzt werden – und das mit einer SHA-Verifikation, die modifizierte Autos oder falsche Versionen bereits vor der Startaufstellung abfängt. Jedes Auto auf dem Server ist genau das, was es vorgibt zu sein. Das bewahrt die Wettbewerbsintegrität und öffnet gleichzeitig die Tür für kreative Inhalte im Online-Rennen, die den Mehrspieler-Modus nachhaltig prägen könnten.
Organisatoren und Ligen bekommen dazu eine Entry-List-Funktion, um die Startaufstellung zu definieren. Für die Ersteller selbst kommt mit 0.8 die externe Unterstützung für Lackierungen – der nächste Schritt auf der Roadmap zur Personalisierung, die in der AC-Community schon immer eine zentrale Rolle gespielt hat. Dass KUNOS dafür eine SHA-Prüfung eingebaut hat, die sicherstellt, dass kein Spieler mit manipulierten Daten fährt, ist klug. In anderen Simulationen ist der Grat zwischen kreativem Modding und Cheating manchmal fließend. Hier zieht KUNOS eine saubere Linie.
Das große Ganze: Wie weit ist EVO auf dem Weg zur 1.0?
Wenn man die Entwicklung seit dem Early Access Start im Januar 2025 betrachtet, hat EVO eine beachtliche Kurve hingelegt. Der Start war holprig – wenig Content, technische Probleme, eine Community, die sich mehr erhofft hatte. Update für Update hat KUNOS nachgelegt. Update 3 brachte den Multiplayer, Update 4 das Daily Racing Portal, Update 5 DLSS 4.5, Update 6 Sebring und weitere Fahrzeuge, Update 7 den Car Editor. Jetzt Update 0.8: drei Autos, eine Strecke, der große VR-Patch und Mod-Unterstützung im Multiplayer.
Der Early Access war von Anfang an als offene Entwicklung kommuniziert – und genau so fühlt es sich an. KUNOS arbeitet die Roadmap Schritt für Schritt ab, ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Bis zur 1.0 ist es noch ein Weg. Was noch fehlt, ist unter anderem der angekündigte Eifel Free Roam-Modus und eine finale Abstimmung von Physics und KI. Aber die Richtung stimmt, und das Tempo hat sich merklich erhöht. Wenn KUNOS das Tempo hält, könnte die 1.0 schneller kommen als manche erwarten.
