Während draußen die Temperaturen klettern, geht es in Assetto Corsa Rally nach Griechenland – genauer gesagt auf zwei der legendärsten Wertungsprüfungen der WRC-Geschichte. Update 0.5 ist da, und es ist nicht irgendein kleiner Patch: Zum ersten Mal überhaupt können Rallye-Fans online gegeneinander antreten, während parallel die Physik-Engine eine grundlegende Überholung bekommt. Dazu gibt’s 20 Prozent Rabatt im Steam Summer Sale. Wer jetzt noch zögert, hat die Kontrolle über seine eigene Begeisterung vielleicht nicht ganz im Griff.
Griechenland ruft: Loutraki und Elatia im Laserscan
Die beiden neuen Strecken sind kein Beiwerk – sie sind das Herzstück des Updates. Loutraki startet am Stadtrand der gleichnamigen Küstenstadt und zieht sich in die Hügel von Aghii Theodori. Staub, Steine, Geröll an den Rändern – wer hier zu spät bremst, darf sich im nächsten Leben bei den Zuschauern entschuldigen. Die Straße ist kurvig, mittelbreit, und erlaubt trotzdem ordentlich Speed. Elatia–Zeli ist das Gegenstück: schnell, weitläufig, mit ausladenden Kurven, die zum Driften einladen. Auch wenn die Straßenverhältnisse hier gnadenlos sind – wer das Set-up nicht im Griff hat, fliegt.
Beide Prüfungen wurden lasergescannt, das kennt man bereits aus den früheren Strecken in Wales, im Elsass und von der Rallye Monte Carlo. Wer das Assetto Corsa Rally Update 0.3 mit den Schnee- und Eis-Prüfungen verfolgt hat, weiß: Die Griechenland-Stages setzen das nahtlos fort. Jeder Stein, jeder Ast am Wegrand existiert in der Realität und wurde ins Spiel übertragen. Besser ging die WRC-Griechenland-Rallye nie digital.
16 Fahrer, ein Ziel: Der erste Multiplayer-Modus
Der Online-Mehrspieler startet in seiner ersten Phase mit Single-Stage-Events für bis zu 16 Fahrer. Wer will, hostet eine eigene Lobby mit Wetter-Control, Auto-Beschränkungen und Live-Spectating. Wer einfach nur fahren will, springt in die offiziellen ACR-Lobbys – die werden von den Entwicklern selbst gemanagt und nutzen automatische Multi-Instanzen, damit immer ein Slot frei bleibt. Laut assettocorsa.gg ist das der erste Schritt zu einem vollwertigen Multiplayer-Erlebnis.
Dazu kommt ein rotierender Event-Kalender: Zwei Standard-Events pro Woche, eins exklusiv am Wochenende (Freitag bis Sonntag). Das klingt nach einer soliden Basis – und vor allem nach einem Signal, dass Supernova Games Studios den Mehrspieler nicht als nachträgliche Spielerei versteht, sondern als Kernfeature für die 1.0-Phase. Wer sich an den Assetto Corsa Rally Early Access von November erinnert, weiß: Das war damals ein reines Solo-Erlebnis.
Unter der Haube: Was das neue Reifenmodell bringt
Der Physics-Overhaul ist technisch der interessanteste Teil des Updates. Die überarbeitete Formel für den maximalen Schräglaufwinkel sorgt dafür, dass Reifen innerkurvenseitig besser ausgenutzt werden – ein Detail, das in simulierten Grenzbereichen den Unterschied zwischen Haftung und Abflug ausmacht. Die Oberflächenerkennung wurde neu geschrieben: Jeder Untergrund bekommt eigene Parameter-Sets und Modifikatoren.
Neu sind auch die Schürfeffekte: Längs und quer greifen sie auf weichen Böden, der Reifen gräbt sich regelrecht ein – das kennt man aus echten Rallye-Aufnahmen, aber in der Simulation war das bislang kaum spürbar. Die experimentellen Haft-Gleit-Vibrationen geben zusätzlich Oberflächen-Feedback zurück, das man vorher nicht hatte. Ein echtes Highlight: die dynamische Ideallinie, die sich in Kurven verbreitert. Klingt unspektakulär, verändert aber das Fahrgefühl auf Schotter massiv, weil die Grip-Zonen nicht mehr statisch sind. KUNOS hat mit dem Assetto Corsa EVO Free Roam schon gezeigt, wie tief die Engine-Expertise sitzt – hier profitiert der Rallye-Ableger direkt davon.
Noch nicht perfekt: Wo Supernova nachbessern muss
So beeindruckend das Update auf dem Papier ist – der Early Access Charakter zeigt weiterhin seine Risse. Das Schadensmodell ist noch zu verzeihend. Ein Salto in der Luft, eine sanfte Landung und weiter geht’s – das fühlt sich an wie Sega Rally 2, nicht wie eine Simulation. Auch die Unreal Engine 5 zeigt gelegentlich die typischen Miniruckler, die in einer Rennsimulation eigentlich eine rote Linie sind. Und der Lenkrad-Support bleibt lückenhaft: Logitech-Fahrer müssen weiterhin manuelle Profile anlegen, während Fanatec, Sim Magic und Thrustmaster abgedeckt sind.
Supernova Games Studios arbeitet nach eigenen Angaben an weiteren Updates – die Qualität des aktuellen Physics-Overhauls macht aber Hoffnung, dass die Baustellen bis zur 1.0 geschlossen werden. Schon das Assetto Corsa Rally Update 0.3 zeigte, dass KUNOS und Supernova bereit sind, nachzulegen.
