Nintendo hat gestern die Splatoon Raiders Direct ausgestrahlt – 15 Minuten geballte Informationen zum ungewöhnlichsten Spin-off der Serie, gefolgt von 30 Minuten Live-Gameplay aus dem Treehouse. Und wer bis jetzt dachte, das sei bloß ein aufgehübschter Salmon-Run-Modus, der irgendwie laufen muss, weil man die Marke warmhalten will, der muss sich korrigieren. Das hier ist ein richtiges Actionspiel mit eigenem Fortschrittssystem, drei verschiedenen Tank-Klassen, über 100 Waffen und einem Crafting-System, das verdächtig stark an Monster Hunter erinnert.
Was die Direct verraten hat: Tanks, Gadgets und über 100 Waffen
Der Kern von Splatoon Raiders ist simpel, aber clever. Ihr übernehmt die Rolle des Mechanikers, schippert mit dem Surimi Syndikat – das kennt ihr als Deep Cut aus Splatoon 3 – zu den Spiralit-Inseln und metzelt euch durch Salmoniden. Der Clou: Drei verschiedene Tank-Klassen geben dem Kampf eine strategische Tiefe, die kein Splatoon je hatte. Der Speed-Tank setzt auf Mobilität, der Power-Tank auf Nahkampf, der Tactical-Tank auf Gebietskontrolle. Jeder Tank hat eigene Gadgets, die ihr mit Teilen von erlegten Salmoniden weiter aufrüsten könnt. Der Booyarang trifft härter, Power-Eier lassen sich effizienter einsammeln – das klingt nach Build-Vielfalt, nicht nach Kosmetik.
Die Waffen sind nicht einfach nur da. Über 100 Stück warten darauf, gefunden oder erbeutet zu werden – manche spawnen in der Welt, andere fallen von besiegten Salmoniden. Dass Nintendo gleich eine eigene Direct raushaut, unterstreicht, wie ernst sie das Projekt nehmen. Die Waffen haben Seltenheitsgrade, Stufen und verleihen „besondere Kräfte“. Das ist kein Shooter. Das ist ein Loot-Actionspiel mit Tintenpistole.
Monster Hunter trifft Splatoon: Warum der Vergleich mehr als faul ist
„Das ist doch nur Salmon Run mit Extra-Schritten“ – diesen Satz hört man seit der Ankündigung. Und er ist falsch. Salmon Run ist ein Wellenmodus mit steigendem Schwierigkeitsgrad, in dem ihr möglichst lange überleben müsst. Splatoon Raiders ist ein Erkundungsspiel mit Missionen, die von Stufe zu Stufe andere Ziele haben. Mal sammelt ihr Power-Eier, mal seid ihr auf bestimmte Gadgets beschränkt, mal gräbt ihr euch durch mehrere Unterebenen, während die Salmoniden immer aggressiver werden. Und das mit optionalem Koop für bis zu vier Spieler.
Dass Nintendo sich bei Capcoms Jagd-Serie bedient hat, ist kein Geheimnis. Die Struktur ist identisch: Basis ansteuern, Mission auswählen, Beute machen, Ausrüstung verbessern. Dazu kommt ein Levelsystem für den Mechaniker, das nicht nur seine Stärke erhöht, sondern auch bestimmt, welche Gadgets ihr überhaupt tragen könnt. Dass Nintendos ehrgeizige Pläne für die Switch 2 auch solche Spin-offs tragen, zeigt, wie sehr sie auf die neue Konsole setzen.
Vom Hideout Ship zu den Spirhalite Islands: Wer euch begleitet
Euer Zuhause ist das Hideout Ship – eine fliegende Operationsbasis, die ihr nach und nach ausbaut. Wer in die Infrastruktur investiert, wird belohnt: Neue Facilitys lassen Shiver und Frye bessere Gadgets craften und Waffen upgraden. Dazu kommen die Relikte, die euren Tanks einzigartige Boni verleihen und sich für harte Währung verkaufen lassen.
Und wer fragt, warum man sich das antun soll, obwohl Splatoon 3 noch aktiv ist: Nintendo hat parallel ein Splatfest mit Splatoon-Raiders-Thema angekündigt. Das ist kein Entweder-oder. Dass Nintendo euch auf Schatzsuche schickt und Splatoon 3 dabei nicht vergisst, ist eine kluge Strategie. Die tägliche Comicserie in der Nintendo Today App baut die Geschichte auf – das ist mehr Vorbereitung, als so manches Vollpreisspiel bekommt.
Release, Preis und Koop: Lohnt sich der Einstieg?
Splatoon Raiders erscheint am 23. Juli exklusiv für die Nintendo Switch 2. Der Preis: 49,99 Euro digital, 59,99 Euro physisch. Angesichts der aktuellen Switch 2 Preise, bei denen Nintendo für Spiele inzwischen happige Summen verlangt, ist das fair. Zum Launch gibt es neue Joy Con 2 Farben in Blau und Gelb sowie ein amiibo-Dreierpack des Surimi Syndikat.
Der Koop läuft online oder lokal mit bis zu drei weiteren Spielern. Das Spiel ist kein reiner Solo-Trip – Nintendo hat von Anfang an betont, dass ihr im Team auf Beutezug gehen könnt. Aber der Fokus liegt auf der Einzelspieler-Erfahrung, und das ist der entscheidende Unterschied zu Salmon Run. Splatoon Raiders ist kein Modus, den man zwischen Matches schiebt. Das spritzige Abenteuer für die Switch 2 startet am 23. Juli.