Die BlizzCon 2026 endet mit einer Bombe: Der Herr des Schreckens bekommt sein eigenes Spiel. Diablo 5 erscheint 2029 – als eigenständiges Sequel, nicht als Erweiterung. Executive Producer Matt Zitterman erklärt im GameSpot-Interview, warum Blizzard dem dunklen Lord keinen DLC geben konnte: Die Story, die das Team um ihn erzählen will, braucht ein ganzes Spiel. Diablo 4 verliert im Gegenzug seine bezahlten Erweiterungen. Die Season-Reise geht weiter, aber die Zukunft gehört Diablo – und einem Karren voller Überlebender in einer Welt, die er bereits gewonnen hat.
Zitterman erklärt, warum Diablo kein Addon bekam
Matt Zitterman beginnt seine Begründung nicht bei der Technik, sondern bei den Spielern. Im Gespräch mit GameSpot zählt er die Fragen auf, die am Anfang eines jeden Diablo-Projekts stehen: „Wer sind Diablo-Spieler? Warum spielen sie Diablo? Was wollen sie von einem Diablo-Spiel?“ Diese Zielgruppenanalyse sei „ein wirklich kritischer Schritt in der frühen Konzeptphase“, noch bevor man überhaupt entscheide, ob ein Addon oder ein Sequel entsteht.
Dann kommt der eigentliche Kern. Zitterman sagt: „Diablo ist der Hauptschurke. Diablo ist derjenige, über den wir eine echte Geschichte erzählen wollen. Wir wollen eine Geschichte erzählen, die mit der von Lilith und Mephisto mithalten kann – und sie hoffentlich übertrifft. Und das in einer Erweiterung zu tun, fühlte sich einfach nicht richtig an. Wir mussten ihm sein eigenes Spiel geben.“
Das ist mehr als Marketing-Sprech. Zitterman deutet an, dass Diablo 4 strukturelle Hürden hatte, die eine Erweiterung nicht überwunden hätte. Ein Sequel bot die Chance, die Fundamente neu zu gießen. Mit Blizzards Enthüllung des Sequels endet die Ära der Addons – und Diablo 4 wird zum Endpunkt einer abgeschlossenen Reise erklärt.
Sanktuario liegt in Trümmern, die Karawane zieht weiter
Die Story setzt da an, wo die meisten Fortsetzungen eine Niederlage des Bösen voraussetzen. Blizzard dreht den Spieß um: Diablo hat gewonnen. Sanktuario ist zerstört, die Spieler überleben in einer Karawane, die durch die Ruinen zieht. Das ist ein Bruch mit der Serienformel, bei dem Hoffnungslosigkeit zum Fundament wird – kein Held, der das Blatt wendet, sondern Überlebende, die sich durch eine bereits verlorene Welt schlagen.
Die Karawane ist dabei kein statischer Hub, sondern ein bewegliches Zuhause, das mit den Spielern weiterzieht. Prozedural generierte Dungeons strukturieren die Reise. Ob das funktioniert, wird sich zeigen. Aber allein der Gedanke, in einer Welt zu spielen, die den Krieg schon verloren hat, ist ein erzählerischer Ansatz, den die Serie in dieser Konsequenz noch nicht hatte – und der die versprochene Koop-Freiheit in einen völlig anderen Kontext stellt.
Drei Klassen kehren zurück, eine ist brandneu
Gameplay-seitig setzt Blizzard auf Rückkehrer: Der Dämonenjäger und der Mönch aus Diablo 3 feiern ihr Comeback, dazu gesellt sich der brandneue Pestritter – eine Klasse, die bisher nur als Gerücht die Runde machte. Zusammen mit der Rückkehr des Beutesystems aus Diablo 2 ergibt das eine klare Richtung: Blizzard hört auf die Nostalgie der Fans und holt zurück, was in Diablo 4 gefehlt hat.
Die Rechnung könnte aufgehen. Der Dämonenjäger war in Diablo 3 eine der beliebtesten Klassen überhaupt, der Mönch brachte eine Nahkampf-Dynamik, die seither fehlt. Der Pestritter bleibt das größte Fragezeichen – eine neue Klasse in einem Spiel, das sich stark auf Altbewährtes stützt, muss beweisen, dass sie mehr ist als ein Platzhalter für fehlende Ideen.
Diablo 5 kommt, Diablo 4 verliert seine Erweiterungen
Für Diablo 4 hat die Ankündigung des Sequels konkrete Konsequenzen. Blizzard hat bestätigt, dass es keine weiteren bezahlten Erweiterungen mehr geben wird. Seasons laufen weiter, aber der große Content-Nachschub endet. Für alle, die auf ein weiteres Lord of Hatred Kaliber gehofft hatten, ist das ein bitterer Beigeschmack – Diablo 4 endet nicht mit einem Knall, sondern mit einem Auslaufen.
Ob die Seasons die Lücke füllen können, bleibt offen. Die Ankündigungspolitik von Blizzard steht ohnehin unter Beobachtung: Johanna Faries‘ Verteidigung der extrem frühen Reveals von Diablo 5 und StarCraft zeigt, wie sehr der Konzern unter Zugzwang steht. Ein Spiel, das erst 2029 erscheint, jetzt schon anzukündigen, ist ein riskantes Spiel mit der Geduld der Fans. Blizzard setzt alles auf die Karte Diablo 5 – und lässt Diablo 4 dafür sterben.