Der 25. Juni rückt näher, und mit ihm der offizielle Vorbestell-Start von Grand Theft Auto 6. Vier Tage vorher schaltet ein Händler versehentlich die Preise frei – und die Liste macht klar: Günstig wird der Trip nach Leonida nicht. Der französische Einzelhändler FNAC hat über seine portugiesische Website fünf Produktvarianten gelistet, die von 90 Euro bis zur stolzen Marke von 200 Euro reichen. Rockstar selbst hat die Preise weder bestätigt noch dementiert. Die Listungen sind inzwischen offline, Screenshots kursieren über ResetEra und die Gaming-Presse.
Fünf Editionen zwischen 90 und 200 Euro – was steckt hinter den Codes?
Die FNAC-Seite führte fünf Artikel mit den Bezeichnungen RS1 bis RS5, alle mit dem Releasedatum 19. November 2026. Das Kürzel RS steht dabei höchstwahrscheinlich für Rockstar – und genau dieser Termin macht klar, dass es sich kaum um einen Zufall handeln kann. Die Preise im Überblick:
- RS1: 89,99 Euro
- RS2: 99,99 Euro
- RS3: 109,99 Euro
- RS4: 119,99 Euro
- RS5: 199,99 Euro
RS1 dürfte die Standard Edition sein. Sollte der Preis halten, landet die Basisversion von GTA 6 bei 90 Euro – exakt das, was Nintendos Mario Kart World (Physisch) auf der Switch 2 kostet. Was die anderen Bezeichnungen bedeuten, bleibt Spekulation: RS2 könnte eine physische Edition sein, RS3 eine Digital Deluxe Version und RS5 die Collector’s Edition mit Sammlerzubehör. Rockstar hat sich zu den Unterschieden zwischen den Editionen bisher nicht geäußert.
90 Euro Standard: Ein Branchen-Präzedenzfall?
Die entscheidende Frage ist nicht, ob die Collector’s Edition für 200 Euro ihre Zielgruppe findet – die wird sie. Sondern ob 90 Euro zur neuen Normalität werden. Bisher lag die Schmerzgrenze für Standard-Editionen bei 70 Euro, Nintendos Mario Kart World hatte mit 90 Euro bereits eine Vorbotenfunktion. Der GTA 6 Leak würde Nintendos Schritt nicht nur validieren, sondern der gesamten Branche die Tür öffnen.
Investitionbank Jefferies rechnet ebenfalls mit 80 Dollar für die Basisversion und erwartet sich von den Premium-Editionen vor allem Hinweise auf die künftige Monetarisierung von GTA Online. Analyst Matthew Ball warnte bereits, ein höherer Basispreis würde dem Rest der Industrie die Erlaubnis erteilen, ebenfalls die Preise anzuheben. Was für Rockstar und Take-Two angesichts eines geschätzten Entwicklungsbudgets von bis zu 1,5 Milliarden Dollar betriebswirtschaftlich nachvollziehbar ist, könnte für die Branche einen Kipppunkt markieren.
Was der Leak für den 25. Juni bedeutet
Offiziell heißt es noch: Abwarten. Die FNAC-Listung ist kein bestätigter Preis, und Rockstar hat mehrfach bewiesen, dass das Unternehmen Informationen bis zur letzten Minute unter Verschluss hält – selbst Review-Codes für die Presse bleiben laut aktueller Planung aus. Am 25. Juni, wenn die Vorbestellungen auf PS5 und Xbox Series X/S offiziell starten, wissen wir mehr.
Bis dahin bleibt die Frage, ob Rockstar mit einem Frühlock-Anreiz arbeitet – etwa exklusivem Vorabzugang oder Ingame-Währung für die teureren Editionen. Take-Two-Chef Strauss Zelnick hat sich in der Vergangenheit bedeckt zum Preis geäußert und lediglich Fairness im Verhältnis zum gebotenen Wert betont. Dass GTA 6 das teuerste Spiel des Jahres wird, ist angesichts der Entwicklungskosten keine Überraschung. Die Frage ist, wie weit Rockstar die Preisschraube dreht – und ob der Rest der Branche hinterherzieht.
