Build a Rocket Boy, das Studio hinter dem mit gemischten Kritiken bedachten MindsEye, steckt tiefer in der Krise als bisher bekannt. Eine neue Entlassungswelle trifft Teile der Belegschaft – doch was CEO Mark Gerhard dazu öffentlich kommuniziert hat, sorgt für mindestens genauso viel Aufruhr wie die Meldung selbst.
Entlassungen ohne konkrete Zahlen
Die Ankündigung der neuen Stellenstreichungen erfolgte über die LinkedIn-Seite des Unternehmens. Wie viele Mitarbeiter genau betroffen sind, ließ das Studio dabei offen. CEO Mark Gerhard erklärte lediglich, dass der Veröffentlichungszeitraum von MindsEye von Faktoren beeinflusst worden sei, die über normale betriebliche Herausforderungen und ein wettbewerbsintensives Umfeld hinausgingen. Eine Aussage, die für sich genommen bereits nach Schuldzuweisung klingt – was folgte, ließ dann aber kaum Interpretationsspielraum.
Spionage, Sabotage und eine Verschwörungstheorie mit Vorgeschichte
In seiner Mitteilung verdoppelte Gerhard frühere Behauptungen, wonach das Studio aktiv sabotiert werde. Die Zusammenarbeit mit externen Partnern und Rechtsberatern habe nun, so der CEO, zu überwältigenden Belegen für organisierten Geheimdiensteinsatz und gezielte Unternehmenssabotage geführt, die MindsEye geschädigt hätten. Da sich die Angelegenheit auf eine Strafverfolgung zubewege, könnten derzeit keine weiteren Details öffentlich gemacht werden. Gerhard hält an dieser These bereits seit Mai 2025 fest: Damals behauptete er auf dem offiziellen Discord-Server des Studios, es gebe eine konzertierte Aktion unbekannter Akteure, die weder Build a Rocket Boy noch Mitgründer Leslie Benzies erfolgreich sehen wollten – erkennbar an Bots und sich wiederholenden negativen Reaktionen auf alle veröffentlichten Inhalte. Zuletzt eskalierte die Situation weiter, als Gerhard den YouTuber Cyber Boi öffentlich der Medienmanipulation, Spionage und Sabotage beschuldigte und eine formelle Unterlassungsaufforderung an ihn richtete, verbunden mit der Ankündigung unmittelbar bevorstehender rechtlicher Schritte.
Kritik von innen und außen
Die Reaktion auf Gerhards LinkedIn-Beitrag fiel deutlich aus. Nic McConnell von Riot Games kritisierte öffentlich, dass der CEO die Entlassungsankündigung mit seinen Verschwörungsanschuldigungen verknüpft habe – das sei respektlos gegenüber den betroffenen Mitarbeitern und ihren Beiträgen zum Unternehmen. Damit steht McConnell nicht allein: Bereits im Februar hatten sich ehemalige Angestellte zu Wort gemeldet und der Studioleitung vorgeworfen, keine Verantwortung zu übernehmen und stattdessen interne wie externe Saboteure als Sündenböcke aufzubauen. Parallel dazu bestätigte ein Unternehmenssprecher, dass Mitgründer Leslie Benzies sich in einem wohlverdienten vorübergehenden Urlaub befinde, um sich nach über einem Jahr Dauereinsatz zu erholen. In Kombination mit den Entlassungen und der eskalierenden Rhetorik der Führungsetage ergibt sich ein Bild, das schwer zu interpretieren ist – und das innerhalb der Branche zunehmend für Kopfschütteln sorgt.
Wo MindsEye jetzt steht
MindsEye ist nach wie vor für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erhältlich. Ob das Spiel trotz der turbulenten Nachgeschichte noch eine stabile Spielerbasis aufbauen kann, bleibt fraglich. Build a Rocket Boy befindet sich in einer Phase, in der verlorenes Vertrauen – bei Spielern wie bei potenziellen künftigen Mitarbeitern – schwerer wiegt als jede externe Bedrohung. Der Fokus der Öffentlichkeit liegt derzeit jedenfalls weniger auf dem Spiel selbst als auf dem, was rund um das Studio passiert.
Glaubst du den Aussagen von CEO Mark Gerhard über Spionage und Sabotage, oder siehst du die Hauptverantwortung für MindsEyes Probleme im Studio selbst? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!