Rik Godwin hat einen Satz getippt, der mehr über Beyond Good and Evil 2 verrät als jedes Ubisoft-Statement der letzten Jahre. „Eine seltsame Art von Nicht-Ankündigung“, schreibt der Narrative Director von Ubisoft Bordeaux, „aber in den vergangenen Monaten habe ich an Beyond Good & Evil 2 in einer Support- und Beraterrolle gearbeitet.“ Kein Trailer, kein Screenshot, kein Release-Datum. Nur ein Mann, der bestätigt, was viele längst abgeschrieben hatten: Das Projekt atmet noch. Godwin ist nicht irgendwer – er hat an Assassin’s Creed Shadows geschrieben und am Ghost-Recon-Wildlands-DLC gearbeitet. Der Satz, der alles trägt, ist der Nachsatz: „Ich darf das sagen, ich habe nachgefragt.“
Was Rik Godwin auf BlueSky getippt hat
Es ist ein Post, der aussieht wie ein Versehen. Godwin nennt ihn selbst eine „seltsame Art von Nicht-Ankündigung“ – ein Satz, der keine Details liefert, keinen Termin, keine Plattform, kein Feature. Nur eine Rolle: Support und Beratung. Nur einen Zeitraum: die vergangenen Monate. Und die ausdrückliche Erlaubnis, darüber sprechen zu dürfen.
Wer Godwins Original-Post auf BlueSky liest, findet keine Marketing-Sprache. Kein „Wir freuen uns“, kein „bald mehr“. Stattdessen der Ton eines Entwicklers, der etwas loswerden will, das ihn selbst überrascht. „Seltsam“ – als hätte er nicht damit gerechnet, dass seine bloße Anwesenheit im Projekt eine Meldung wert ist. Genau das macht den Post so aussagekräftig: Er ist kein Signal nach außen. Er ist ein Signal nach innen.
Die Zusicherung des Creative Directors – und der Status als Priorität
Godwin ist nicht der Erste, der in diesem Jahr über Beyond Good and Evil 2 spricht. Im Januar 2026, als Ubisoft sechs Spiele strich und zwei Studios schloss, meldete sich Creative Director Fawzi Mesmar zu Wort. Seine Botschaft war knapp: Das Team und das Projekt seien von den Umwälzungen unberührt. Wer die Zusicherung des Creative Directors nachliest, findet auch den Satz, der damals beruhigen sollte: „Ich, mein Team und unser Projekt Beyond Good and Evil 2 sind von den jüngsten Veränderungen nicht betroffen.“
Ubisoft selbst ging noch weiter. In einem Statement hieß es, das Spiel bleibe Teil des Portfolios und passe zur Strategie rund um Open World Abenteuer. Der Status als Priorität wurde nicht nur behauptet, sondern eingeordnet: Beyond Good and Evil gehöre zu Creative House 4, der Abteilung für „immersive Fantasy-Welten und narrativ getriebene Universen“. Godwins Post füllt diesen Rahmen jetzt mit einer konkreten Person.
18 Jahre, kein Release, ein neuer Consultant
Beyond Good and Evil 2 wurde im Mai 2008 angekündigt. Seitdem sind mehr als 6.400 Tage vergangen – kein anderes AAA-Spiel wartet länger auf seine Veröffentlichung. Das wiederkehrende Muster der Lebenszeichen ist so verlässlich wie das Ausbleiben eines Release-Termins: Alle paar Monate bestätigt jemand von Ubisoft, dass es das Projekt noch gibt. Godwins Post ist das jüngste Glied in dieser Kette.
Was ihn von den vorherigen unterscheidet, ist die Nähe zur Produktion. Ein Berater, der seit Monaten am Projekt arbeitet und das öffentlich machen darf, ist kein PR-Sprecher. Er ist jemand, der Akten sieht. Dass Ubisoft ihm die Freigabe erteilt hat, könnte Zufall sein – oder Vorbereitung. Gerüchte aus dem August 2026 wollen wissen, dass eine Neuankündigung unter neuem Namen geplant ist, möglicherweise bei den Game Awards im Dezember. Bestätigt ist davon nichts.
Sicher ist nur: Während im Januar 2026 die Welle der Cancellations das Sands of Time Remake und fünf weitere Spiele mitriss, blieb Beyond Good and Evil 2 stehen. Nicht weil es fertig wäre. Sondern weil Ubisoft es nicht loslässt.
Godwins „Ich habe nachgefragt“ klingt wie eine Randnotiz. Es ist die einzige Zeile, die zählt: Jemand hat gefragt, ob er das sagen darf. Die Antwort war Ja. Irgendwer bei Ubisoft will, dass wir es wissen.