Onimusha: Way of the Sword kommt drei Wochen früher als geplant. Capcom hat den Release vom 25. September auf den 4. September vorgezogen – offiziell, um das Spiel „schneller in eure Hände zu bringen“. Der neue Termin gilt für alle Plattformen: PS5, Xbox Series X/S, PC und Nintendo Switch 2. Der Vorbesteller-Bonus wird zum Frühkäufer-Bonus, läuft bis zum 24. September und die Demo bekommt ein Update. Alles schön und gut – wäre da nicht die Tatsache, dass Capcom genau diese Vorverlegung vor ein paar Wochen noch kategorisch ausgeschlossen hat.
Erst dementiert, dann einfach vorgezogen – Capcoms Kehrtwende in drei Wochen
Die Vorgeschichte ist fast schon komisch. Kanadische Händler wie PNP Games listeten Onimusha plötzlich mit dem 4. September – und Capcom dementierte umgehend. Director Nihei Satoru persönlich versicherte, das Spiel bleibe beim 25. September, und zeigte bei der Gelegenheit sogar neues Gameplay mit dem brandneuen Genma Dohatsu-ten.
Jetzt, drei Wochen später, ist der 4. September offiziell. Capcoms Begründung in der offiziellen Mitteilung ist denkbar knapp: Man wolle das Spiel einfach schneller rausbringen. Fair enough – ein fertiges Spiel früher zu veröffentlichen ist in dieser Branche so selten, dass es fast schon eine positive Nachricht ist. Die Demo hatte laut Capcom über eine Million Downloads, das Feedback war offenbar überzeugend genug.
Der 4. September wird zur Kampfzone – Dawnwalker, dann Onimusha
Was Capcom mit der Flucht vor dem 24. September gewinnt, verliert das Studio am neuen Termin fast wieder. Am 24. September tummeln sich Control Resonant und Silent Hill: Townfall – ein Gedränge, dem man offensichtlich ausweichen wollte. Nur: Am 3. September erscheint The Blood of Dawnwalker, das Dark Fantasy RPG von Ex Witcher Entwickler Konrad Tomaszkiewicz und seinem Studio Rebel Wolves.
1,5 Millionen Wishlist-Einträge hat Dawnwalker gesammelt – für einen Debüttitel ist das eine Ansage. Onimusha tritt also nicht gegen zwei, sondern gegen einen einzelnen, dafür umso potenteren Konkurrenten an. Ein Tag Abstand zwischen zwei Actionspielen mit Samurai-Ästhetik ist sportlich.
Capcom scheint das Risiko bewusst einzugehen. Der September 2026 ist ohnehin einer der brutalsten Release-Monate dieser Generation – Marvel’s Wolverine, Warhammer 40k: Dawn of War 4 und andere drängen sich zwischen die Blockbuster. In diesem Umfeld ist der 4. September vielleicht nicht ideal, aber immer noch besser als der 24. September direkt neben zwei starken Horror-Titeln.
Dohatsu-ten, Demo-Updates und ein Director, der an seine Schwierigkeitskurve glaubt
Die Demo, die Capcom im Juni ohne Vorwarnung auf den Plattformen platziert hat, bekommt ein Update – allerdings ohne neuen Content. Wer sie bereits durchgespielt hat und den Spielstand behält, bekommt im Hauptspiel Bonus-Items. Nette Geste, mehr nicht.
Inhaltlich gab es an der Demo Kritik: Manchen war sie zu einfach. Nihei Satoru kontert das mit dem Argument, dass die Testversion Fähigkeiten freischaltet, die Musashi zu diesem Zeitpunkt im Spiel noch gar nicht haben sollte. Der Director zeigte sich in der Ankündigung zuversichtlich, dass die Schwierigkeitskurve im fertigen Spiel sitzt – und enthüllte dabei Dohatsu-ten, einen komplett neuen Genma, den das Entwicklerteam eigenständig entworfen hat, statt auf japanische Folklore zurückzugreifen.
Was wir bisher über das Spiel wissen: Miyamoto Musashi kämpft sich im Edo-zeitlichen Kyoto durch Dämonenhorden, setzt dabei auf Parieren, Issen-Konter und die Fähigkeiten seines Oni-Handschuhs. Die RE Engine stemmt ein lineares, inszeniertes Action-Abenteuer, das sich bewusst gegen den Open World Trend stellt. Technisch liefert das Spiel auf PS5 und Xbox Series X zwei Grafikmodi mit bis zu 60 FPS, während PC-Spieler selbst mit einer RTX 4070 Ti nicht ohne Upscaling auskommen.
Capcom ruft für das lineare Actionspiel 79,99 Euro auf – selbstbewusster AAA-Preis für eine Marke, die zwanzig Jahre lang geschlafen hat. Ob die Rechnung aufgeht, entscheidet sich jetzt am 4. September.