Auf der QuakeCon 2026 hat MachineGames eine neue Gratis-Erweiterung für das Quake-Remaster von 2021 angekündigt – und sie ist ab sofort spielbar. „Dawn of the Machine“ bringt 19 neue Karten, zwei Waffen, eine Zeitloop-Mechanik und frische Gegnervarianten. Besitzer des Remasters auf PC, Xbox, PlayStation und Switch zahlen keinen Cent.
- Der „Quake Club“ von MachineGames schlägt wieder zu
- 19 Maps und eine Zeitloop-Prämisse, die Quake neu denkt
- Super-Axt und Laser-Kanone: Nahkampf mit Blitzschaden
- Persistente Upgrades geben dem Ganzen einen Roguelite-Touch
- Cheats-Menü, Achievements und jede Plattform bekommt alles
- Ein bittersüßer 30. Geburtstag
- Was ein Gratis-Update über die Branche sagt
Der „Quake Club“ von MachineGames schlägt wieder zu
Dawn of the Machine ist nicht das erste Quake-Geschenk des schwedischen Studios. 2016, zum 20. Jubiläum, erschien „Dimension of the Past“ – eine inoffizielle fünfte Episode, entwickelt von einem einzelnen MachineGames-Leveldesigner. 2021 folgte „Dimension of the Machine“ als Teil des offiziellen Remasters, 2023 legte das Team mit „Call of the Machine“ für Quake 2 nach.
Intern nennt sich die Gruppe bei MachineGames „Quake Club“: Leveldesigner, die in ihrer Freizeit an neuen Quake-Inhalten arbeiten – mit Segen von id Software und Bethesda. Dawn of the Machine ist ihr bislang größtes Projekt. Statt 11 Maps wie beim Vorgänger sind es diesmal 19, plus eine neue Deathmatch-Karte und ein eigener Soundtrack.
Dass MachineGames hier überhaupt den Raum bekommt, ist bemerkenswert. Das Studio steckt mitten in der Produktion von Wolfenstein 3 und hat erst kürzlich mit Indiana Jones und dem Großen Kreis bewiesen, dass es AAA-Erzählungen beherrscht. Dass parallel ein Gratis-Update für einen 30 Jahre alten Shooter entsteht, sagt einiges über die Prioritäten im Studio.
19 Maps und eine Zeitloop-Prämisse, die Quake neu denkt
Die Story-Prämisse ist angenehm oldschool: Der Ranger steckt in einer Illusion fest, aus der es nur einen Ausweg gibt – die „Nightmare Machine“ in den Elder Realms zerstören. Klingt nach Standard-MacGuffin, aber der Kniff liegt in der Mechanik.
Dawn of the Machine setzt auf eine Zeitloop-Struktur. Ihr kehrt in bereits besuchte Areale zurück, aber unter veränderten Bedingungen. Auf eurem Weg sammelt ihr Runen, die zuvor verschlossene Pfade öffnen – alternative Routen, neue Begegnungen, frische Secrets. MachineGames nennt das „psychologically terrifying level design“, und bei einem Studio, das mit Wolfenstein und Indiana Jones bewiesen hat, dass es Atmosphäre kann, kauft man diese Ansage.
Super-Axt und Laser-Kanone: Nahkampf mit Blitzschaden
Zwei komplett neue Waffen erweitern das Arsenal. Die Super Axe verpasst der Standard-Axt ein massives Upgrade: Jeder Treffer entlädt Blitzschaden, was sie nicht nur mächtiger, sondern auch befriedigender im Feedback macht. Die Laser Cannon setzt auf abprallende Projektile – ideal für enge Korridore und Gegnergruppen, bei denen ein Direkttreffer nicht garantiert ist.
Dazu kommen neue Gegnervarianten: Der Rocket Ogre und der Blood Shambler sind keine bloßen Reskins, sondern bringen verändertes Verhalten mit. Besonders fies: Einige Gegner stehen nach ihrem Tod wieder auf. In Kombination mit dem Zeitloop-Leveldesign bedeutet das: Räume, die ihr für gesäubert gehalten habt, sind es beim zweiten Besuch nicht mehr.
Persistente Upgrades geben dem Ganzen einen Roguelite-Touch
Die Runen, die ihr in den Maps findet, schalten nicht nur neue Wege frei – sie erlauben euch auch, maximale Gesundheit und Munitionskapazität dauerhaft zu erhöhen. Das ist eine Mechanik, die in klassischen Quake-Episoden nie vorkam, und sie verleiht Dawn of the Machine einen leichten Roguelite-Einschlag: Jeder Run durch die Zeitloop-Maps macht euch ein Stück stärker für das, was kommt.
Der Clou: Ihr entscheidet selbst, wann ihr welche Pfade erkundet. Wer früh Gesundheit und Ammo maximiert, hat später mehr Puffer. Wer direkt ins Unbekannte stürmt, riskiert mehr. Das ist kein Hades, aber für Quake-Verhältnisse ein spürbarer Modernisierungsschub.
Cheats-Menü, Achievements und jede Plattform bekommt alles
Dawn of the Machine ist ein kostenloses Update für alle Besitzer des 2021er-Remasters. Das Spiel läuft auf PS5, PS4, Xbox Series X|S, Xbox One, Nintendo Switch und PC (Steam, Microsoft Store, Game Pass).
Zusätzlich zum Kampagnen-Content spendiert das Update ein Cheats-Menü – God Mode, alle Waffen, No-Clip, die Klassiker – sowie neue Achievements und Trophäen. Die neue Deathmatch-Map rundet das Multiplayer-Paket ab. Alles ohne Season Pass, ohne Shop, ohne Haken.
Ein bittersüßer 30. Geburtstag
Quake wird 30 – und die Feier ist zwiespältiger, als ein Gratis-Update vermuten lässt.
Sandy Petersen, Leveldesigner des Originals, schrieb kürzlich einen vielbeachteten Thread mit dem Titel „How Quake ruined id Software“. John Carmack nannte das Spiel „ein Meisterwerk der Kunst und Technik – zu einem bitteren Preis.“ John Romero wurde zwei Wochen nach Quakes Release gefeuert.
Auf der QuakeCon 2026 saß Romero neben id-Software-Studioleiter Marty Stratton und fragte direkt: Wird es je wieder ein Lovecraft-inspiriertes Quake geben? Strattons Antwort: Nein.
Und während MachineGames in Schweden mit dem Quake Club an Gratis-Episoden bastelt, wurde id Software in Dallas im großen Xbox-Umbau nahezu halbiert. 136 von 185 Stellen fielen den Entlassungen zum Opfer. Das Studio, das Quake erfand, existiert heute vor allem als Name auf dem Cover.
Dass ausgerechnet MachineGames – das schwedische Wolfenstein- und Indiana-Jones-Studio – jetzt die kreativste Arbeit an Quake leistet, ist eine dieser historischen Wendungen, die sich niemand ausgedacht hätte. Und dass die Erweiterung nichts kostet, während anderswo 70 Euro Standard herrscht, setzt ein Statement.
Was ein Gratis-Update über die Branche sagt
Dawn of the Machine ist kein Zufallsprodukt. Es ist das vierte Gratis-Quake-Projekt in zehn Jahren aus demselben Team – einem Team, das das offenbar machen darf, weil jemand bei MachineGames versteht, dass Studios mehr sind als Produktionsmaschinen für den nächsten Vollpreistitel.
Für Spieler ist die Rechnung einfach: Wer das 2021er-Remaster besitzt, lädt das Update, spielt 19 neue Maps und legt die Axt beiseite, wann er will. Für die Branche ist Dawn of the Machine ein seltener Anblick: Ein AAA-Studio, das einem 30 Jahre alten Spiel etwas schenkt – ohne Upselling, ohne FOMO, ohne Battle Pass.
