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Doom: The Dark Ages - Screenshot
Games

Revelations erscheint, id Software blutet: Der tragischste Launch-Tag der DOOM-Geschichte

id Software hat rund die Hälfte seiner Belegschaft verloren – in derselben Woche, in der DOOM: The Dark Ages mit Revelations sein bislang ambitioniertestes DLC veröffentlicht. Die Entlassungen sind Teil des Xbox-Resets, der funktionierende Studios trifft, obwohl sie liefern.

Max Wollersberger
von Max Wollersberger
08.07.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Revelations, das umfangreichste DLC in der Geschichte von DOOM, ist erschienen. Eigentlich ein Grund zum Feiern – die Erweiterung bringt zehn bis zwölf Stunden neue Kampagne, einen Ketten-Speer, der dem Kampf eine vertikale Dimension verleiht, und erstmals ein richtiges Endgame für die Serie. Vier Master-Arenen, ein Uber-Boss, freischaltbare Quickswapping-Optionen – id Software hat sich selbst übertroffen. Studio Co-Director Hugo Martin spricht von der „besten Arbeit bisher“. Aber während die Spieler den Download anwerfen, läuft parallel eine Nachricht durch die Branche, die jeden Jubel im Hals stecken lässt: id Software selbst existiert kaum noch.

Das steckt im Artikel
  • Revelations ist da – und id Software wird filetiert
  • Drei Quellen, eine Zahl: Warum 90 Entlassungen erst der Anfang sind
  • Coders weg, QA dezimiert – was vom Studio übrig bleibt
  • Jill Braffs „stärkste Franchises“ – und was das für DOOM bedeutet

Revelations ist da – und id Software wird filetiert

Wer die große Linie verfolgt hat, der wusste, dass dieser Tag kommen würde. Asha Sharma, Xbox-CEO, hatte ein internes Memo verschickt: 3.200 Mitarbeiter müssen gehen, vier Studios werden abgestoßen, der Game Pass friert Drittanbieter-Deals ein. Dass es id Software treffen würde, zeichnete sich bereits gestern ab, als erste Berichte über die konkreten Zahlen die Runde machten. Aber die Dimension, die jetzt sichtbar wird, übertrifft die düstersten Erwartungen.

Game Developer hat mit mehreren anonymen Quellen gesprochen: 90 Mitarbeiter sind entlassen worden, rund die Hälfte des gesamten Studios. Ein betroffener Senior-Employee spricht öffentlich von einer „Umstrukturierung von Vermögenswerten“ – der Sarkasmus in der Formulierung ist die einzig angemessene Reaktion auf das, was hier passiert.

Drei Quellen, eine Zahl: Warum 90 Entlassungen erst der Anfang sind

Die 90er-Marke ist nicht die einzige Zahl im Raum. Jeff Gardiner, ehemaliger Projektleiter bei Bethesda, spricht von 95 Entlassungen. Scott Miller, Gründer von Apogee und 3D Realms, hat von „mehr als der Hälfte des Studios“ gehört. Alle Quellen landen in derselben Gegend: id Software hat die Hälfte seiner Belegschaft verloren.

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Und das in derselben Woche, in der das Studio sein bislang ambitioniertestes DLC veröffentlicht. Revelations ist kein kleines Add-on mit drei Maps. Es ist ein 20 Euro Paket mit dem Umfang eines Vollpreistitels, das die DOOM-Reihe strukturell erweitert – Endgame, Master-Arenen, ein Boss, an dem selbst Veteranen scheitern. Wie Game Developer berichtet, wurden genau die Leute entlassen, die solche Inhalte möglich machen. Programmierer. Tester. Die Basis jedes Entwicklerteams.

Coders weg, QA dezimiert – was vom Studio übrig bleibt

Der vielleicht brutalste Satz in dieser ganzen Geschichte kommt von Scott Miller: „Die meisten, wenn nicht alle Programmierer“ seien entlassen worden. Zusammen mit der Nachricht, dass die QA-Abteilung „dezimiert“ wurde, zeichnet sich ein Bild ab, das sich schwer beschönigen lässt. id Software verliert nicht nur ein paar Prozent Personal – das Studio verliert seine technische Handlungsfähigkeit.

Was bleibt, ist ein Rumpf-Team, das vielleicht noch existierende Projekte zu Ende bringen kann. Aber neue Entwicklung? Eigenständige Kreativarbeit? Das ist mit einem Bruchteil der Coder und ohne QA nicht zu machen. Die Parallelen zu anderen Studios, die Microsoft in den letzten Tagen abgestoßen oder geschlossen hat, sind frappierend. Der Xbox-Reset trifft nicht die Schwachen – er trifft alle.

Jill Braffs „stärkste Franchises“ – und was das für DOOM bedeutet

Bethesda-Präsidentin Jill Braff hat intern klargestellt: Man fokussiere sich auf die „stärksten Franchises“. Fallout, The Elder Scrolls, Wolfenstein, DOOM, Quake. DOOM steht also offiziell auf der Liste. Nur: Was nützt ein Franchise-Name, wenn das Studio, das ihn mit Leben füllt, keine Programmierer mehr hat?

George Broussard hatte bereits am 1. Juli vor dem Ausmaß dieser Welle gewarnt. Die tatsächliche Zahl liegt jetzt um ein Vielfaches höher als seine damalige Prognose. Und während Microsoft verspricht, dass kein angekündigtes First-Party-Spiel gecancelt wird, ist die entscheidende Frage längst eine andere: Wer soll die nächsten DOOM-Spiele eigentlich noch machen? id Software mag auf dem Papier weiterleben. Aber was in Dallas passiert ist, fühlt sich weniger nach einer Umstrukturierung an – und mehr nach dem Ende einer Ära.

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vonMax Wollersberger
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Heavy Music, schnelle Bikes und Sport sowieso – da ich auch im Jahre des Herren 1986 geboren wurde und da auch der NES in Europa das Licht erblickte, war die Konsequenz des Zockens logisch. Da ich auch an verbaler Inkontinenz leide, sind PixelCritics sowie earshot.at perfekte Orte um mein Interesse am Journalismus auszuleben.
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