Wer die PS5 Pro besitzt, weiß: Die Bildverbesserungstechnologie PSSR ist bereits jetzt ein starkes Argument für die Konsole. Doch Sony arbeitet offenbar an etwas, das weit über eine kosmetische Auffrischung hinausgeht. Ein neu veröffentlichtes Patent gibt erstmals handfeste Hinweise darauf, in welche Richtung sich die Technik entwickeln könnte – und die Implikationen für die Rechenleistung der Konsole sind durchaus bemerkenswert.
MFSR: Wenn künstliche Intelligenz die Arbeitslast im Blick behält
Das Patent, das Sony im Juli 2025 eingereicht und das nun offiziell veröffentlicht wurde, beschreibt eine Technologie namens MFSR – kurz für „Multi-Frame Super Resolution“. Im Kern nutzt sie ein trainiertes künstliches neuronales Netz, das Grafikdaten eines Spiels als Eingabe verarbeitet und daraus ein Bild in höherer Auflösung errechnet. Was diese Methode von bestehenden Ansätzen abhebt, ist ihre Fähigkeit zur Selbstregulierung: Das System überwacht aktiv die Prozessorauslastung der Konsole während des Spielbetriebs und passt seine Ausgaben entsprechend an. Steigt die Last, wird die Präzision der verwendeten Gewichtungen im neuronalen Netz dynamisch reduziert – mit dem Ziel, die Berechnungszeit zu verkürzen, ohne die Bildqualität vollständig zu opfern. Ein eleganter Balanceakt, der bisherige Lösungen wie dynamische Auflösung in den Schatten stellen könnte.
Warum das kein „0,5-Upgrade“ ist
Bereits im Dezember kursierten unter anonymen Entwicklern Gerüchte über ein bevorstehendes PSSR-Update, das sich grundlegend vom bisherigen System unterscheiden soll. „Das ist kein ‚0,5‘-Upgrade“, hieß es aus diesen Kreisen – eine Einschätzung, die das neue Patent inhaltlich stützt. Sony erkennt in der Patentschrift selbst an, dass vergleichbare Technologien wie Nvidias DLSS oder AMDs FSR seit Längerem bekannt sind, unter hoher Hardwareauslastung jedoch regelmäßig an ihre Grenzen stoßen. Genau hier setzt MFSR an: Statt starr auf feste Parameter zu setzen, reagiert das System adaptiv auf Engpässe – eine konzeptionelle Verschiebung, die in der Praxis spürbare Unterschiede bewirken dürfte. Angaben zufolge sollen PSSR 2 und FSR 4 dabei als voneinander unabhängige Technologien behandelt werden, obwohl Sony und AMD eng zusammenarbeiten.
Mark Cerny und die eigentliche Herausforderung
PS5- und PS5-Pro-Chefarchitekt Mark Cerny hat die Kernproblematik bereits klar benannt: Neuronale Netze, wie sie in FSR und PSSR zum Einsatz kommen, sind außerordentlich fordernd für die Grafikeinheit – sowohl rechnerisch als auch in Bezug auf den schnellen Zugriff auf große Datenmengen. „Die Natur der GPU arbeitet gegen uns“, sagte Cerny. MFSR scheint genau an dieser Stelle anzusetzen, indem es den Bedarf an bestimmten Eingangsdaten verringert und damit Arbeitsspeicher sowie Prozessorkapazitäten schont. Ob und wann PSSR 2 konkret für PS5-Pro-Nutzer ausgerollt wird, ist noch offen – dem Vernehmen nach ist es für eine spätere, eigenständige Veröffentlichung vorgesehen, während einige Verbesserungen bereits über FSR 4 einfließen sollen.