Star Wars Jedi 3 ist längst kein vages Zukunftsprojekt mehr, sondern befindet sich anscheinend mitten auf der Zielgeraden. Electronic Arts ordnet nach der jüngsten Kahlschlagwelle seine Marken hektisch neu, und ausgerechnet das Lichtschwert-Abenteuer erweist sich als verlässlicher Pfeiler. Branchen-Insider Jason Schreier vermeldet eine weit fortgeschrittene Produktion und stellt eine baldige Enthüllung in Aussicht. Für die Community bedeutet das: Cal Kestis kehrt deutlich früher zurück als gedacht.
Vollgas im Verborgenen statt endlosem Warten
Niemand rechnete vor 2027 mit handfestem Material, doch die Entwickler haben im Hintergrund einfach durchgezogen. Bloomberg-Reporter Jason Schreier stellte in einem Post auf Bluesky unmissverständlich klar, dass sich das Projekt bereits weit in der Entwicklung befindet. Mehr noch: Eine offizielle Vorstellung soll schon bald über die Bildschirme flimmern. Wer den Branchenkalender kennt, blickt sofort auf die The Game Awards im Dezember.
Dieser rasante Zeitplan kommt nicht von ungefähr. Branchen-Insider Jeff Grubb stellte bereits klar, dass die Vorproduktion unmittelbar nach dem Release des Vorgängers anlief: „Jeder Beteiligte wusste, dass sie ein drittes Spiel machen würden. Sie wollten eine Trilogie.“ EA und das Studio fackelten nicht lange, um das Finale der Trilogie ohne jahrelangen Leerlauf auf die Schienen zu setzen.
Statt endloser Konzeptphasen floss die Vorarbeit direkt in spielbare Systeme. Das Team konnte auf bestehenden Animationen, Physik-Routinen und den etablierten Lichtschwert-Haltungen aufbauen. Technisch spart das Jahre an Entwicklungszeit, die normalerweise für den Bau neuer Werkzeuge draufgehen. Doch die spielerische Reife wirft eine ganz andere Frage auf: Welcher Mensch greift da eigentlich nach dem Lichtschwert?
Ein gezeichneter Cal Kestis auf schmalem Grat
Die Antwort darauf lieferte Insider Tom Henderson bereits vor einigen Monaten, wie die Gerüchte um Cal Kestis bereits andeuteten. Cal kehrt als spürbar gealterter Kämpfer zurück, auch wenn er laut Henderson noch keine Gehhilfe benötigt. Die Spuren der vergangenen Schlachten haben sich tief in die Figur gegraben. Nach den dramatischen Ereignissen auf Tanalorr steht der Rotschopf an einem Wendepunkt, der das vertraute Heldenschema endgültig pulverisiert.
Spielerisch verlangt dieser Reifeprozess nach mehr Härte. Survivor flirtete bereits mit der Dunklen Seite der Macht, ließ den Spieler die zerstörerische Wut spüren und brach mit dem Bild des strahlenden Jedi-Schülers. Wenn das dritte Kapitel diese Transformation konsequent weiterdenkt, verliert das Kampfsystem jede verbliebene Unschuld. Aggressivere Machtfähigkeiten und kompromisslose Lichtschwert-Kombinationen dürften das Geschehen bestimmen.
Genau hier liegt die Stärke des Projekts: Die Story muss keine künstlichen Umwege nehmen, um künftige Ableger vorzubereiten. Es geht um den Schlussstrich unter eine persönliche Tragödie vor der Kulisse des Imperiums. Doch hinter den Monitoren der Entwickler sah die Realität in den letzten Monaten alles andere als heldenhaft aus.
EAs teure Rettungsinsel im selbst geschaffenen Sturm
Denn wer auf den nahenden Trilogie-Abschluss blickt, darf die bitteren Begleitumstände im Studio nicht ausblenden. Nach dem Launch von Survivor verließ Game Director Stig Asmussen überraschend das Team, kurz darauf folgten Entlassungswellen und eingestampfte Nebenprojekte. Die Unruhe drückte die Moral der Belegschaft zeitweise auf ein Rekordtief. Umso bemerkenswerter bleibt es, wie eisern die verbliebene Kernmannschaft die Produktion vorantrieb.
Für Electronic Arts ist das Spiel längst zur existenziellen Lebensversicherung geworden. Erst vor wenigen Tagen machte der Konzern kurzen Prozess, opferte Mass Effect 5 und besiegelte die Schließung von BioWare, um Ressourcen in lukrative Großmarken umzuschichten. Battlefront 3 befindet sich laut Insidern noch nicht einmal in der Vorproduktion. Cal Kestis muss die Kohlen für den Publisher vorerst ganz allein aus dem Feuer holen.
Erscheinen wird das Spektakel für PlayStation 5, Xbox Series X/S und PC – alte Konsolen bleiben diesmal von Tag eins an komplett außen vor. Ein Release im Herbst 2027 gilt hinter den Kulissen als realistisches Ziel. Laura Miele von EA betonte bereits, man arbeite mit Hochdruck daran, „den Spielern das finale Kapitel dieser packenden Geschichte zu liefern“. Hoffentlich gesteht das Management dem Team die nötige Zeit für Feinschliff zu, damit der gefeierte Jedi-Trip nicht an technischen Stolpersteinen verblutet.