Saber Interactive bringt mit Turok: Origins eine der traditionsreichsten Shooter-Marken der Spielegeschichte zurück auf den Schirm. Der im Rahmen der gamescom Opening Night Live gezeigte Trailer rückt die finstere Hintergrundgeschichte um den mystischen Orden der Turok in den Mittelpunkt. In den gefährlichen Lost Lands kämpft ihr wahlweise solo oder im Online-Koop um das Überleben der Menschheit. Was früher reines N64-Ballern war, wandelt sich unter den Entwicklern zu einem modernen Koop-Shooter mit Rollenspiel-Einschlag.
Biomorphe Rüstungen und DNA-Kräfte: Beute formt euren Kampfstil
In Turok: Origins kombiniert Saber Interactive traditionelle Jagdwaffen wie den Bogen mit futuristischen Plasmagewehren, Schrotflinten und experimenteller Alien-Ausrüstung. Die Gefechte verharren nicht beim simplen Dauerfeuer. Wenn ein schwer gepanzerter Carnotaurus durch das Unterholz bricht, müsst ihr Schwachstellen mit gezielten Pfeilschüssen attackieren, während eure Koop-Partner mit schwerem Plasmafeuer die Flanken gegen anstürmende Xenia-Soldaten absichern.
Das spielerische Fundament erweitert das Studio um ein aktives Progressionssystem, das direkt an erlegte Kreaturen gekoppelt ist. Besiegte Feinde hinterlassen DNA-Stränge und sogenannte Echos, die euren Charakter nicht nur passiv verstärken, sondern die Rüstung in Echtzeit transformieren. Wie Saber Interactive in einem Entwickler-Bericht auf Xbox Wire darlegte, reagiert der biomorphe Kampfanzug optisch auf die ausgerüsteten Fähigkeiten, sobald ihr Schockwellen per Bodenschlag entfesselt oder anstürmende Raubsaurier im Nahkampf packt.
Diese Fähigkeiten ergänzen das Gunplay um eine taktische Komponente im Team. Während ein Spieler mit Crowd-Control-Kräften gegnerische Rudel verlangsamt, setzen die anderen Gruppenmitglieder zu verheerenden Kombinationsangriffen an. Das Konzept erweitert das, was schon der erste Teaser-Trailer versprach: eine gnadenlose Jagd, bei der ihr feindliche DNA nutzt, um selbst an der Spitze der Nahrungskette zu stehen.
Perspektiven-Hybrid: Warum Saber die Ego-Tradition aufbricht
Saber Interactive setzt bei Turok: Origins auf eine dynamische Kameraperspektiven-Umschaltung, die situativ zwischen First-Person und Third-Person wechselt. Das klassische Zielen über Kimme und Korn sowie präzise Fernschüsse finden in der gewohnten Ego-Sicht statt. Sobald ihr jedoch Kletterpassagen meistert, Ausweichrollen vollführt oder mächtige DNA-Nahkampfattacken auslöst, schaltet das Geschehen fließend in die Schulteransicht, um die Übersicht in chaotischen Gruppengefechten zu wahren.
Die hauseigene Saber-Engine greift dabei auf Technologien zurück, die das Studio bereits für groß angelegte Horden-Schlachten perfektioniert hat. Zerstörungs- und Partikel-Routinen sorgen dafür, dass hochenergetische Projektile sichtbare Krater in Tempelmauern schlagen und die dichte Dschungelvegetation physikalisch korrekt auf Druckwellen reagiert. Wenn Dutzende Raptoren gleichzeitig über Hänge stürmen, synchronisiert der asynchrone Koop-Netcode die Trefferabfrage zwischen allen vier Spielern.
Dieser technische Unterbau stellt hohe Anforderungen an die Skalierbarkeit über alle Plattformen hinweg. Wie frühere Gameplay-Szenen andeuteten, müssen insbesondere die Versionen für schwächere Hardware sauber abgestimmt werden, damit die Bildrate auch bei dichten Partikeleffekten stabil bleibt. Das Team will hier keine Abstriche beim Spielfluss machen.
Verschiebung auf 2027: Mehr Raum für den Feinschliff
Der frisch veröffentlichte Extended Cut des Story-Trailers untermauert, dass die Entwickler die Mythologie der Lost Lands auf mehrere Planeten ausweiten. Die Menschheit kämpft an verschiedenen Fronten gegen die Xenia, wodurch das Szenario von antiken Ruinen bis hin zu außerirdischen Industrie-Komplexen reicht.
Mit dem neuen Veröffentlichungsfenster im Frühjahr 2027 räumt sich Saber Interactive bewusst mehr Entwicklungszeit ein, nachdem die damalige Herbst 2026-Ankündigung noch ein früheres Zeitfenster anvisierte. Nach der Loslösung von früheren Konzernstrukturen steht das Team unter Beobachtung, eigenständig abzuliefern.
Die zusätzliche Reifezeit ist die richtige Entscheidung für das Projekt. Ein überstürzter Release im vollgepackten Herbstgeschäft hätte dem Comeback der Reihe geschadet. Wenn das Gunplay das Niveau von Sabers bisherigen Action-Hits erreicht und die DNA-Upgrades für anhaltende Motivation im Koop sorgen, glückt die Rückkehr des Saurierjägers.
