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Games

Xbox-Exklusivität für 400 Millionen Dollar – Ist Gears of War: E-Day Microsofts teuerster Fehler?

Tom Henderson zufolge hat Gears of War: E-Day ein Entwicklungsbudget von über 400 Millionen Dollar verschlungen. Die Entscheidung, das Spiel exklusiv auf der Xbox zu halten, soll zudem erst vor fünf bis sechs Wochen gefallen sein – was im direkten Widerspruch zu offiziellen Aussagen von Xbox und dem mittlerweile zurückgezogenen Trailer mit dem Logo der PS5 steht.

Max Wollersberger
von Max Wollersberger
16.06.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Ein Budget, das selbst Hollywood-Blockbuster in den Schatten stellt. Neuesten Gerüchten zufolge soll Microsoft für Gears of War: E-Day eine Summe von über 400 Millionen US-Dollar budgetiert haben. Gleichzeitig wurde erst vor wenigen Wochen entschieden, das Spiel zu einem reinen Konsolen-Exklusivtitel für die Xbox zu machen – eine potenziell fatale Kombination, die das Prequel zur finanziell riskantesten Wette in der Geschichte der Marke machen könnte.

Das steckt im Artikel
  • Ein „irrsinniges“ Budget für den Neuanfang
  • Das Chaos um die Exklusivität: ein Logo der PS5, Dementis und widersprüchliche Zeitpläne
  • Saisonaler Plan, Beta und die Frage nach der Wirtschaftlichkeit

Ein „irrsinniges“ Budget für den Neuanfang

Die Zahl sprengt jede Relation. Zum Vergleich: Bungies Marathon soll rund 250 Millionen Dollar Entwicklungskosten verursacht haben, Concord lag bei etwa 200 Millionen. Gears of War: E-Day würde mit über 400 Millionen das Doppelte kosten – und das ohne Marketing, das Henderson zufolge noch gar nicht eingerechnet ist.

The Coalition hat das Spiel komplett von Grund auf neu gebaut. Kein übernommener Code aus Gears 5, eine neue Version der Unreal Engine 5 mit der Beleuchtungstechnik MegaLights, vollständig dynamisches Raytracing und über 350 Gesichtsausdrücke pro Charakterkopf. Dass so ein technischer Kahlschlag ins Geld geht, liegt auf der Hand. Ob es 400 Millionen rechtfertigt, ist eine andere Frage.

Henderson selbst ließ im Podcast keinen Zweifel daran, dass er die Entscheidung, das Spiel nicht auf die PlayStation 5 zu bringen, für einen Fehler hält – gerade bei diesem Budget. Die Rechnung ist simpel: Wer über 400 Millionen Dollar wieder einspielen will, braucht jede verfügbare Plattform. Die Gears-Reihe hat sich insgesamt 41 Millionen Mal verkauft, inklusive aller Ableger. Ein einzelner Titel müsste bei diesem Budget deutlich über zehn Millionen Exemplare absetzen, um profitabel zu sein. Auf nur zwei Plattformen – Xbox und PC, wobei der Game Pass den Durchschnittserlös drückt – ist das eine gewagte Wette.

Das Chaos um die Exklusivität: ein Logo der PS5, Dementis und widersprüchliche Zeitpläne

Hendersons Behauptung, die Entscheidung zur Exklusivität sei erst vor fünf oder sechs Wochen gefallen, ist nur die jüngste Wendung in einem Kommunikationsdesaster. Wie der Bericht von VGC zum Vorfall mit dem Logo der PS5 dokumentiert, zeigte ein offizieller Xbox-Podcast noch am Tag nach dem Showcase einen Trailer mit dem Logo der PlayStation 5 – das Video wurde kommentarlos zurückgezogen. Händler hatten zu diesem Zeitpunkt bereits Vorbestellungen für die Fassung für die PS5 gelistet.

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Aaron Greenberg, Marketingchef von Xbox, dementierte eine Entscheidung in letzter Minute umgehend: Die Nachricht sei lediglich auf einen kleinen internen Kreis beschränkt gewesen, um sie zuerst den Spielern zu präsentieren. The Coalition selbst behauptet, eine Fassung für die PlayStation 5 sei nie in Arbeit gewesen.

Diese drei Versionen passen nicht zusammen. Entweder lag Henderson falsch, oder Greenberg beschönigt, oder die interne Kommunikation bei Xbox ist so zerrüttet, dass verschiedene Abteilungen unterschiedliche Wahrheiten lebten. Die neue Exklusivstrategie von Xbox wurde jedenfalls von Chefstratege Matthew Ball als „Beginn eines Programms“ angekündigt – nicht als geplanter Strategiewechsel, sondern als Reaktion auf eine 20 Milliarden Dollar Fehlinvestition.

Saisonaler Plan, Beta und die Frage nach der Wirtschaftlichkeit

The Coalition hat einen saisonalen Fahrplan für die Zeit nach dem Start bestätigt, ohne Details zu nennen. Neue Karten für Versus scheinen gesetzt, und der neue Modus Horde Siege mit zwölf Spielern deutet auf Ambitionen jenseits der Kampagne hin. Die offene Beta startet im August 2026, zwei Monate vor dem Release am 6. Oktober.

Das eigentliche Problem ist nicht der Inhalt. Mit über 14 Stunden linearer Kampagne und vier spielbaren Charakteren ab der ersten Minute hat The Coalition ein Paket geschnürt, das Fans der Serie anspricht. Das eigentliche Problem ist die Mathematik: Ein Spiel, das angeblich über 400 Millionen Dollar gekostet hat, muss auf einer Plattform profitabel werden, deren Hardware-Verkäufe zuletzt um 32 Prozent eingebrochen sind. Der Game Pass federt das Risiko ab – aber er senkt auch den durchschnittlichen Erlös pro Spieler.

Hendersons Frust über die Entscheidung zur Exklusivität ist vor diesem Hintergrund kein bloßes Geplänkel unter Konsolenspielern. Es ist die Rechnung eines Branchenkenners, der sieht, was passiert, wenn ein Konzern seine teuerste Produktion auf eine schrumpfende Hardware-Basis beschränkt. Ob The Coalition am 6. Oktober abliefert, steht außer Frage – das Studio hat mit Gears 5 bewiesen, dass es die Serie versteht. Ob Xbox damit Geld verdient, ist eine ganz andere.

TAGGED:GearsGears of War: E-Day

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vonMax Wollersberger
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Heavy Music, schnelle Bikes und Sport sowieso – da ich auch im Jahre des Herren 1986 geboren wurde und da auch der NES in Europa das Licht erblickte, war die Konsequenz des Zockens logisch. Da ich auch an verbaler Inkontinenz leide, sind PixelCritics sowie earshot.at perfekte Orte um mein Interesse am Journalismus auszuleben.
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