Microsoft verschärft im Xbox Game Pass mit der neuen Herbst-Welle die hauseigene Klassengesellschaft und zieht die Grenzen zwischen den Tarifen nochmals spürbar enger. Während absolute First-Party-Schwergewichte am Veröffentlichungstag nur noch zahlungskräftigen Spitzenmodellen vorbehalten bleiben, müssen sich günstigere Konsolen-Stufen mit zeitverzögertem Katalogfutter begnügen. Gleichzeitig sorgt ein massiver Schwung an Abgängen zum Monatsende dafür, dass der Katalog gehörig Federn lässt.
Day One Schwergewichte hinter der teuersten Schranke
Minecraft Dungeons 2 führt am 29. September als prominenter Headliner die Riege der kommenden First-Party-Neuzugänge im Xbox Game Pass an. Das Koop-Abenteuer schickt eingespielte Trupps erneut in isometrische Klötzchen-Schlachten, bleibt zum Start allerdings ausschließlich Abonnenten von Ultimate und PC vorbehalten. Wer gehofft hat, den Dungeon-Crawler im günstigeren Konsolen-Tarif Premium mitzunehmen, wird von Microsoft knallhart ausgebremst.
Nur eine knappe Woche später folgt der nächste schwere Brocken für Freunde düsterer Action. Am 6. Oktober schlägt Gears of War: E-Day pünktlich an Tag eins im Katalog auf. The Coalition verspricht eine Rückkehr zur klaustrophobischen Härte des Locust-Ausbruchs, sperrt den Blockbuster zum Start aber hinter dieselbe Bezahlschranke. Microsoft demonstriert damit unmissverständlich die Marschrichtung: Echte Day-One-Launches aus eigener Produktion existieren künftig nur noch gegen den Höchstpreis.
Ein zersplitterter Mittelbau für Konsolen
Die Staffelung des restlichen Aufgebots zementiert die Zersplitterung des Dienstes. Wer den Standard-Tarif Premium auf der Konsole nutzt, erhält zwar reichlich Nachschub, greift aber vor allem bei zeitverzögerten Kataloggästen zu. Ab dem 16. September landen dort Titel wie Marvel Cosmic Invasion, Planet of Lana 2: Children of the Leaf, Routine und Ultimate Sheep Raccoon.
Einen Tag später folgt rasante Schwert-Action mit Ninja Gaiden 4, flankiert von Keeper am 2. Oktober. Selbst die Neuauflage von Black Ops 6 zieht am 25. September in die Premium-Auswahl ein. Demgegenüber bleiben innovative Indie-Perlen wie das Rogue-like Kernel Hearts oder das Metroidvania Well Dweller am 22. September erneut exklusiv für den Game Pass Ultimate und den PC reserviert.
Am härtesten trifft es Abonnenten der Einstiegsstufe Essential, für die im gesamten Zeitraum lediglich das Sportspiel Rematch am 25. September abfällt. Einzig das Fantasy-Rollenspiel Mad King Redemption am 23. September und das ab sofort verfügbare RuneScape: Dragonwilds speisen alle drei Preisstufen gleichermaßen. Das ständige Sortieren nach Freischaltungen macht die Menüführung mittlerweile zur unübersichtlichen Rechnerei.
Schmerzhafter Aderlass zum Monatsende
Parallel zum Einstrom neuer Software lichtet sich das Sortiment am 30. September schlagartig. Gleich acht Produktionen räumen zum Monatswechsel geschlossen das Feld auf Konsole, PC und in der Cloud. Wer die knallharten Nahkampf-Lektionen in Sifu noch nicht gemeistert hat, muss bis zum Monatsende reichlich Trainingsstunden investieren. Auch die packende Grusel-Atmosphäre der Little Nightmares 2 Enhanced Edition sowie der düstere Survival-Trip Atomfall verschwinden pünktlich zum Stichtag aus der Flatrate.
Vervollständigt wird die Abgangsliste durch Lara Croft and the Guardian of Light, Sworn, Terminull Brigade, Little Rocket Lab und SOPA Tale of the Stolen Potato. Abonnenten bleibt vor dem Abgang lediglich der übliche Rabatt von 20 Prozent beim Direktkauf im Store.
Microsoft schnürt mit dieser Welle zwar ein prall gefülltes Programm, verlangt der Spielerschaft beim Tarif-Poker jedoch spürbar mehr Kompromissbereitschaft ab. Wer Day-One-Zugriff auf die echten Höhepunkte verlangt, zahlt Spitzenpreise, während die Basistarife zusehends zu Abspielstationen für den zweiten Frühling verkommen.