Dean Carter hat mit seiner beeindruckenden Total-Conversion-Mod Fallout: London bewiesen, dass er die Grenzen der Creation Engine bis zum Äußersten ausreizen kann. Doch genau diese Erfahrung hat ihm auch die Schwächen der betagten Technologie offenbart – und seine Worte wiegen schwer. In einem kürzlich erschienenen Interview mit Esports.net äußerte Carter eine Sorge, die wohl viele Fans teilen: Bethesda könnte für Fallout 5 erneut auf die hauseigene Creation Engine setzen, obwohl diese nach Meinung des Modders dringend ausgemustert oder zumindest grundlegend überholt werden müsste. Die Engine, die einst Skyrim zum Leben erweckte, zeigt mittlerweile deutliche Alterserscheinungen – und Carters Warnung könnte ein Weckruf für Bethesda sein.
Die Creation Engine: Von Skyrim bis Starfield, ein Relikt am Limit
Die Creation Engine feierte ihr Debüt mit The Elder Scrolls 5: Skyrim im Jahr 2011 und wurde seitdem für Fallout 4, Fallout 76 und schließlich Starfield eingesetzt, wobei Letzteres auf der aufgebohrten „Creation Engine 2“ lief. Doch trotz dieser Updates sieht Carter fundamentale Probleme, die neue Features erschweren oder gar unmöglich machen. „Ich mache mir wirklich Sorgen, dass sie weiterhin an der Creation Engine festhalten werden“, sagte Carter, als er nach möglichen neuen Features in Fallout 5 gefragt wurde. „Ich verstehe, dass sie proprietär ist. Versteht mich nicht falsch, es gibt viele Pluspunkte. Ich werde nicht einfach dasitzen und lügen und sagen, es sei eine schreckliche Engine. Sie könnte besser sein, ja, aber sie ist keine schlechte Engine – doch ich denke, sie beginnt ihr Alter zu zeigen. Sie muss irgendwie überarbeitet werden.“ Die Crux liegt darin, dass die Engine in ihrer aktuellen Form Schwierigkeiten hat, moderne Gameplay-Mechaniken zu unterstützen. Fahrbare Fahrzeuge etwa wären eine enorme Herausforderung, die tiefgreifende Anpassungen erfordern würde. Carter betont: „Wenn sie sie überholen können, gibt es keinen Grund, warum sie ihre Grenzen nicht ausreizen und Dinge wie fahrbare Autos oder vielleicht sogar Metro-Systeme wie das, was wir in Fallout: London gebaut haben, hinzufügen könnten. Ich meine, wenn wir einen Weg gefunden haben, bin ich sicher, dass sie einiges davon in Fallout 5 zurückbringen könnten.“
Ladebildschirme und Optimierung: Der Fluch der alten Technologie
Als Carter gefragt wurde, welche technischen Probleme durch eine modernere Engine behoben werden könnten, antwortete er unmissverständlich: „Ladebildschirme und Optimierung, ohne Zweifel.“ Diese Themen waren der größte Stolperstein für Fallout: London, und das Team zahlte einen hohen Preis dafür, Ladebildschirme zu minimieren. „Das war unsere größte Beschwerde – zu Recht von der Öffentlichkeit –, dass unser Spiel nicht optimiert war, und das lag daran, dass es in der Entwicklung viel zu spät war, um es zu ändern, und weil wir als Gamer keine Ladebildschirme wollten“, erklärte Carter. Das Team baute beispielsweise das East Minster im Trafalgar Square-Gebiet, das als eine der instabilsten Zonen des Mods gilt, weil sie buchstäblich versuchten, Wände hinzuzufügen, um die Performance zu verbessern. „Das liegt nur daran, dass wir keine Ladebildschirme wollten. Es hätte wirklich die Atmosphäre beeinträchtigt, und wir haben den Preis dafür bezahlt, weil die Engine nicht geeignet war für das, was wir erreichen wollten.“ Carters Fazit: „Wenn sie sie upgraden müssen, ist das, was sie lösen müssen: Ladebildschirme loswerden und eine bessere Optimierung ermöglichen.“
Sollte Bethesda die Fallout-Lizenz verkaufen? Kontroverse Meinung
Doch Carter ging in demselben Interview noch weiter: Er äußerte sich zum aktuellen Zustand der Fallout-Franchise und spekulierte, ob es nicht besser wäre, wenn Bethesda die IP an einen neuen Entwickler verkaufen würde. Diese provokante These dürfte bei vielen Fans auf geteiltes Echo stoßen. Carter begründet seine Meinung mit einem vermeintlichen Qualitätsverlust im Storytelling und der Sorge, dass Bethesda der Serie nicht mehr die Aufmerksamkeit schenkt, die sie verdient. Ob diese radikale Forderung realistisch ist, bleibt fraglich – doch sie zeigt, wie tief die Unzufriedenheit mit Bethesdas jüngsten Entscheidungen sitzt. Fallout: London selbst bewies, dass Community-Projekte manchmal näher am Puls der Fans sind als die Hauptserie.
Modernisierung oder Stagnation? Die Weichen für Fallout 5 werden jetzt gestellt
Bethesda steht vor einer Weggabelung. Entweder investiert das Studio massiv in die Überarbeitung der Creation Engine – oder es wagt den Sprung zu einer neuen Technologie, die moderne Standards erfüllt. Die Entwicklung von Starfield zeigte zwar Verbesserungen durch die Creation Engine 2, doch viele Spieler bemängelten weiterhin Ladebildschirme, starre Animationen und Performance-Probleme. Sollte Bethesda für Fallout 5 erneut auf dieselbe Basis setzen, könnte das Spiel hinter zeitgenössischen Open-World-Titeln zurückfallen, die auf Unreal Engine 5 oder anderen hochmodernen Frameworks basieren. Carters Mahnung ist klar: Die Creation Engine hat ihre Dienste geleistet, doch für die nächste Generation von Rollenspielen braucht es frischen Wind – sei es durch eine radikale Überholung oder einen kompletten Neuanfang.