Dusk Golem hat wieder getwittert – und diesmal geht es um einen Story-DLC für das Resident Evil Veronica Remake. Der Leaker, der in den letzten Jahren fast jede Capcom-Ankündigung richtig vorhergesagt hat, spricht von einer „temporären Lösung“ für das Fehlen von Spin-Offs – und das ist entweder die beste oder die riskanteste Idee, die der Publisher in letzter Zeit hatte.
Vier gescheiterte Spin-Offs und die Antwort darauf
Der Leaker, den viele noch unter seinem alten Namen AestheticGamer kennen, behauptet: Capcom arbeitet an „mehrere Stunden langen“ Story-DLCs für Resident Evil Requiem und das Veronica Remake. Das ist für Requiem keine Überraschung – der DLC war bereits im Gespräch, und ein Datamine deutete auf eine mögliche Erweiterung mit Alyssa Ashcroft hin. Aber für Veronica?
Das Spiel, das 2000 zwischen Resident Evil 3 und Resident Evil Zero erschien, war der erste echte Ausflug auf den Dreamcast – eine Brücke zwischen klassischem Survival Horror und dem, was später RE4 werden sollte. Code: Veronica hatte nie einen DLC. Kein Separate Ways, kein Assignment Ada, keine Mini-Kampagne. Nichts. Dass Capcom ausgerechnet diesem Remake eine mehrstündige Erweiterung verpassen will, ist entweder die beste Idee des Jahres – oder ein Experiment, das die Strategie des Publishers auf die Probe stellt.
Wie Capcom aus Problemen eine Pipeline baute
AestheticGamer liefert mit seiner Enthüllung auch den Kontext gleich mit: Capcom hat in den letzten Jahren mehrfach versucht, Spin-Offs zu etablieren – Revelations, die Chronicles-Shooter, die Survivor-Ableger. Das Problem: Die laufen nicht mehr gut. Zu teuer in der Entwicklung, zu unsicher im Erfolg. Die Lösung? Statt eigener kleiner Spiele packt Capcom den experimentellen Content in die DLCs der Haupttitel.
Das ist schlauer, als es klingt. Ein DLC erreicht garantiert die Zielgruppe (die hat das Hauptspiel ja schon gekauft), kostet weniger in der Produktion und erlaubt den Teams, neue Ideen auszuprobieren, ohne gleich ein ganzes Spiel zu riskieren. Dass Capcom deswegen den Requiem-DLC verschoben hat – er erscheint erst, wenn Veronica draußen ist –, unterstreicht die Priorität. Der Leaker nennt es eine „temporäre Lösung“, aber temporär heißt bei Capcom manchmal fünf Jahre.
Ein Remake, das plötzlich mehr sein muss
Hier wird es spannend. Resident Evil Requiem ist ein neuer Serienteil. Ein DLC, der eine Nebenfigur wie Alyssa Ashcroft in den Mittelpunkt stellt, erweitert die erzählte Welt – das fühlt sich natürlich an, fast erwartbar. Code: Veronica dagegen ist ein Remake eines 26 Jahre alten Spiels. Ein Spiel, das nie einen DLC hatte. Dessen Narrative in sich geschlossen ist. Dessen Fans genau eine Erwartung haben: Dasselbe, nur besser.
Capcom hängt also an ein Remake, das puristisch funktionieren muss, eine Erweiterung an, die es vorher nicht gab. Das ist ein Balanceakt. Wenn der DLC wie Separate Ways für RE4 wirkt – eine eigenständige Mini-Kampagne, die das Hauptspiel ergänzt, ohne es zu überfrachten –, könnte das der neue Standard werden. Wenn er sich anfühlt wie ein nachträglich eingebauter Zusatz, der die ursprüngliche Erfahrung verwässert, wird die Community das Capcom vorhalten.
Wann wir mehr wissen
Bis es offizielle Infos gibt, bleibt alles Spekulation – auch wenn Dusk Golem einen Track Record hat, der aufhorchen lässt. Resident Evil Veronica erscheint 2027 für PS5, Xbox Series X|S, PC und Nintendo Switch 2. Der Requiem-DLC hat noch kein Datum, wird aber laut Leak erst nach Veronica kommen. Was Capcom auf der gamescom oder dem nächsten Resident Evil Showcase zeigt, wird die Frage beantworten, ob diese Strategie wirklich trägt – oder ob Code: Veronica das Spiel ist, an dem sich der Publisher überhebt.