CD Projekt RED hat Cyberpunk 2077 oft genug für tot erklärt – jetzt rollt Update 2.5 an und bringt Dual-Wielding, Konsolen-Mods und eine Edgerunners-Quest. Der Patch ist ab sofort für PC, PS5 und Xbox Series X|S verfügbar, Switch 2 folgt wenig später, und er ist deutlich mehr als ein Anime-Tie-in. Wer nach dem Phantom-Liberty-Abschluss dachte, Night City sei abgehakt, bekommt jetzt die Quittung – CDPR ist noch lange nicht fertig.
Ein Update, das Night City umkrempelt
Der Patch 2.5 wirft drei Feature-Blöcke in die Waagschale, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da wären zum einen die neue Edgerunners-Quest „Clampdown“, die laut der offiziellen Ankündigung als Prequel zur zweiten Anime-Staffel fungiert und V mit Weak Kingsley und seiner Crew in den Night City Prison schickt. Zum anderen erhält die Stadt mit „Welcome to Paradise“ eine geführte Tour von Richard Night himself – ein Side-Quest, das laut CDPR absichtlich leiser daherkommt und ein Mysterium um die Gründungsgeschichte der Stadt spinnt.
Doch die eigentliche Bombe liegt woanders: Der Cross-Platform-Mod-Support bringt erstmals offizielle Mods auf PS5, Xbox Series X|S und Switch 2. Das Menü dafür läuft über mod.io, und Paweł Sasko ließ es sich im Redstream nicht nehmen, mit einem Schmunzeln zu betonen, dass die Auswahl auch „Adult-Mods“ umfasse. Für Konsolenspieler, die jahrelang nur neidisch auf die PC-Szene schauen durften, ist das ein Dammbruch.
Dazu gesellen sich technische Verbesserungen, die vor allem auf Konsolen einschlagen: ein FOV-Slider, der die Enge des Standard-Blicks endlich behebt, sowie gezielte Performance-Optimierungen für Raytracing und die PS5 Pro, wie unter anderem im PS5-Pro-Update nachzulesen ist. Auf dem PC kümmert sich das zweite Transformer-Model für DLSS 4.5 um Rauschen und Halo-Effekte – ein Detail, das im Feature-Feuerwerk fast untergeht, aber die Bildqualität spürbar schärft.
Die Mechanik hinter Double Trouble
Zwei Waffen gleichzeitig zu führen, klingt nach purer Power – doch die Schadensformel zieht V den Stecker. Wer den Perk „Double Trouble“ im Cool-Skilltree freischaltet, muss dafür Coolness auf Stufe 9 bringen und akzeptiert, dass jede der beiden Waffen pauschal 37,5 Prozent weniger Schaden austeilt. Unterm Strich bleibt damit kaum mehr Output als mit einer einzelnen Waffe, und genau das ist der Preis für den Style-Faktor.
Die vier Auxiliary-Perks unterhalb von Double Trouble federn diese Strafe ab, indem sie etwa die Feuerrate oder die Nachladegeschwindigkeit verbessern. Wer zwei Iconic-Waffen kombiniert, behält zudem sämtliche individuellen Effekte – hier liegt der eigentliche Reiz: nicht rohe DPS, sondern die Synergie. Eine Combo aus zwei verschiedenen Power-Revolvern kann durch proc-Effekte und Statusanwendungen deutlich mehr Reißen, als die nackte Prozentrechnung vermuten lässt.
Dass CDPR die Feature-Grenze strikt auf Power-Pistolen und -Revolver zieht, ist kein Zufall. Sasko erklärte im Stream, dass zwei Schrotflinten oder zwei Scharfschützengewehre ein völlig anderes Balancing-Fass aufgemacht hätten. Die Entscheidung ist nachvollziehbar, doch sie schmeckt ein wenig nach Sicherheitsnetz: Der Perk fühlt sich eher wie ein Stil-Statement an als wie eine neue Meta-Disziplin. Wer auf maximale Effizienz spielt, wird weiterhin zur Einzelwaffe greifen.
Die Verbindung zur Anime-Serie ist dabei mehr als nur Marketing. Die „Clampdown“-Quest wurde in Zusammenarbeit mit den Leuten von Studio Trigger entwickelt, und die Original-Sprecher der Serie synchronisieren auch im Spiel. Der erste Trailer zu Edgerunners 2 hatte bereits gezeigt, wohin die Reise tonal geht – düster, brutal und ohne Komfortzone. Im Spiel schlägt sich das in einer Mission nieder, die laut CDPR den „letzten Job von Kings Team“ erzählt und ohne Spoiler für die Serie funktioniert.
Mods auf Konsolen als Strategie
Konsolenspieler bekommen erstmals Zugriff auf offizielle Mods, und CDPR bricht damit eine Regel, die jahrelang als unumstößlich galt. Die Integration über mod.io ist bewusst als „erster Schritt“ deklariert – mehr Mods sollen folgen. Für ein Spiel, das mit 40 Millionen verkauften Einheiten längst in den Geschichtsbüchern steht, ist das ein bemerkenswerter Schritt: CDPR investiert weiter in die Langzeitbindung, statt die Marke nur zu melken.
Die Parallele zum internen Reboot ist unübersehbar. Nach dem Desaster-Launch 2020 hat sich CDPR Stück für Stück das Vertrauen zurückerarbeitet, und Update 2.5 ist kein lauter Knall, sondern ein leises Fundament für die nächsten Jahre. Wer weiß, wie lange Cyberpunk 2077 noch gepflegt wird, bevor Cyberpunk 2 übernimmt – der Mod-Support deutet darauf hin, dass die Antwort „länger als gedacht“ lautet.
Ein Letztes: Die FOV-Slider-Option auf Konsolen ist kein glamouröses Feature, aber sie behebt ein Problem, das vielen Spielern buchstäblich auf den Magen geschlagen ist. Die enge Standard-Perspektive war für manche unangenehm, für andere schlicht hinderlich beim Fahren. Dass CDPR hier nachliefert, zeigt, dass die Patch-Notes nicht nur aus Marketing-Buzzwords bestehen.