FromSoftware hat den 28. August 2026 als finalen Release-Termin für Elden Rings Switch 2 Debüt bestätigt – fast ein Jahr später als ursprünglich geplant. Die Tarnished Edition bringt das Hauptspiel, die gefeierte Erweiterung Shadow of the Erdtree sowie exklusive neue Inhalte auf Nintendos aktuelle Konsole. Für 80 Euro bekommst du allerdings keine vollwertige Cartridge, sondern eine Game Key Card. Und der separat erhältliche Tarnished Pack DLC schlägt mit nochmal etwa 5 Euro zu Buche.
Endlich ein Termin – nach einer Verschiebung, die niemanden überraschte
Die Ankündigung der Tarnished Edition geht zurück auf Nintendos große Switch 2 Enthüllung, damals noch mit einem vagen Release-Fenster 2025. Dieses Fenster schloss sich allerdings schneller als ein Bosskampf ohne Heilflasche: Nach vernichtenden Hands-on-Eindrücken von der Gamescom 2025 zog FromSoftware die Notbremse. Die Performance des Spiels im Handheld Modus war schlicht inakzeptabel – ruckelnde Bildraten trübten die Vorfreude empfindlich.
Das Studio räumte damals per offiziellem Statement ein: „Wir haben uns entschieden, den Launch auf 2026 zu verschieben, um Zeit für Anpassungen an der Performance zu gewinnen.“ Eine Entscheidung, die angesichts FromSoftwares eigener Technikbilanz konsequent war – selbst auf PS5 und Xbox Series X kämpft Elden Ring mit gelegentlichen Framerate-Einbrüchen und liefert kein stabiles 60fps-Erlebnis. Dass die Switch 2 Version überhaupt läuft, setzt eine Auflösung voraus, die drastisch unter dem liegt, was stationäre Konsolen stemmen.
Immerhin: Auf der GDC 2026 zeigte sich die Portierung in deutlich besserem Zustand. Mehrere Vorschauberichte bescheinigen der Tarnished Edition mittlerweile eine solide Performance. Der 28. August 2026 ist damit ein glaubwürdiger Termin.
Game Key Card statt Cartridge – der bittere Beigeschmack für Sammler
Die physische Version der Tarnished Edition wird als Game Key Card ausgeliefert – eine Plastikkarte, die keinen einzigen Spiel-Daten-Bit enthält, sondern lediglich eine Download-Berechtigung für den Nintendo eShop bereitstellt. Wer eine vollwertige Cartridge mit Sammlerwert erwartet, greift ins Leere. Das Spiel muss vollständig heruntergeladen werden.
Diese Praxis zieht sich durch mehrere prominente Switch 2 Veröffentlichungen und stößt in der Community auf geballten Unmut. Ähnlich wie bei Final Fantasy 7 Rebirth auf der Switch 2 verschärft die Kombination aus hohem Preis und inhaltslosem Datenträger das Gefühl, für weniger zu bezahlen, als der Preis suggeriert. Ein schwacher Trost: Anders als bei rein digitalen Käufen bleibt die Game Key Card weiterverkaufbar, da die Lizenz nicht zwingend an den Nintendo-Account gebunden ist.
Dabei hätte Elden Ring mit geschätzt 40 bis 50 Gigabyte spielend auf eine 64-GB-Cartridge gepasst – die Switch 2 unterstützt diesen Speicherstandard schließlich. Dass Bandai Namco und FromSoftware dennoch zur Game Key Card greifen, spricht eine klare Sprache: Kostenersparnis bei der Produktion, maximiert durch einen Verkaufspreis auf Premium-Niveau.
Zwischen 70 und 80 Euro – und dann noch ein Fünfer für den DLC
Die Preisgestaltung der Tarnished Edition sorgt für hochgezogene Augenbrauen. Auf Amazon.com wird der Titel für 79,99 Dollar gelistet, europäische Händler bewegen sich laut ersten Listings zwischen 69,99 und 80 Euro. Die digitale Version hat bislang keinen offiziellen Preis – die offizielle Produktseite im Nintendo eShop listet das Spiel zwar, schweigt sich zur digitalen Preisgestaltung aber noch aus.
Und dann ist da noch der Tarnished Pack DLC: neue Waffen, zusätzliche Sets für Rüstungen und kosmetische Anpassungen für Sturmwind – so heißt das Geisterschlachtross in der deutschen Lokalisierung. Der DLC schlägt in Japan mit 550 Yen zu Buche, umgerechnet etwa 3,44 US-Dollar. Weltweit ist ein Preispunkt von etwa 5 Dollar oder Euro realistisch.
Was die Switch 2 Version technisch leisten muss – und was FromSoftware kann
Technisch betrachtet ist Elden Ring kein Next-Gen-Titel, sondern ein Spiel, das auf der PS4- und Xbox-One-Architektur fußt. Dass die Switch 2 es grundsätzlich stemmen kann, steht außer Frage – die Konsole liegt leistungstechnisch über einem Steam Deck, auf dem Elden Ring seit Jahren spielbar läuft. Die eigentliche Frage lautet: Mit welcher Auflösung und Bildrate?
Realistisch ist ein 30fps-Ziel, vermutlich mit dynamischer Auflösungsskalierung, die im Dock-Modus höher ausfällt als im Handheld Betrieb. FromSoftware hat technisch nie geglänzt – Bloodborne litt unter notorischem Frame-Pacing, Dark Souls 3 unter inkonsistenten Ladezeiten, und selbst Elden Ring auf PS5 läuft nur mit VRR-Unterstützung einigermaßen rund. Die Switch 2 verfügt über kein VRR, was Framerate-Schwankungen umso sichtbarer macht.
Positiv stimmt, dass FromSoftwares jüngste Experimente mit Nightreign zeigen, dass das Studio technisch flexibler geworden ist. Nightreign setzt auf kürzere Matches und prozedurale Elemente – ein Design, das auf der Switch 2 von Natur aus besser funktionieren dürfte als die offene, nahtlose Welt der Zwischenlande. Dass parallel auch The Duskbloods, ein exklusiver Switch-2-Titel von FromSoftware, in Entwicklung ist, unterstreicht zumindest das Commitment des Studios für die Plattform.
Mit weiteren prominenten Third-Party-Titeln wie Hell is Us, die ebenfalls 2026 für Switch 2 erscheinen, wird Nintendos Konsole zum Schauplatz eines ungewöhnlichen Experiments: Wie gut lassen sich technisch anspruchsvolle Spiele auf Hardware unterbringen, die unter der Haube näher an der letzten als an der aktuellen Konsolengeneration liegt? Elden Ring wird im August eine erste, millionenfach beachtete Antwort liefern.