Nach vernichtendem Playtest-Feedback zieht Sony die Reißleine und streicht das gesamte Live-Service-Konzept von Horizon Hunters Gathering. Statt euch durch endlose Battle Passes und monotone Maschinen-Jagden zu scheuchen, schrumpft Guerrilla Games das Projekt radikal auf eine traditionelle Koop-Erfahrung zusammen. Hinter diesem abrupten Kurswechsel verbirgt sich jedoch kein reiner Fan-Service, sondern die panische Nachwirkung des Concord-Desasters – gepaart mit einem knallharten Ultimatum für das Entwicklerteam.
Vom endlosen Grind zur klassischen Koop-Rettung
Guerrilla Games entfernt laut Insider-Berichten sämtliche Live-Service-Elemente aus Horizon Hunters Gathering, um ein fokussiertes Koop-Erlebnis für PC und PlayStation 5 zu schaffen. Bis Dezember 2026 muss das Entwicklerteam der Sony-Führungsetage einen überzeugenden Prototyp vorlegen.
Was nach außen wie späte Einsicht wirkt, ist in Wahrheit nackter Selbsterhaltungstrieb. Nach ersten geschlossenen Testläufen im Juni hagelte es derart harsche Kritik der Tester, dass die Studioleitung den sofortigen Stopp der bisherigen Roadmap anordnete. Die Entwickler reißen nun die riskanten Monetarisierungs-Mechaniken aus dem Code. Ähnlich wie der eingestellte The Last of Us-Multiplayer drohte auch dieses Projekt im Service-Dickicht zu ersticken. Gleichzeitig schrumpft der Story-Modus auf ein Minimum zusammen, was nachfolgende Story-Erweiterungen nach dem Launch nahezu ausschließt. Das spart Entwicklungszeit und schützt vor einem finanziellen Totalschaden.
Das Concord-Trauma zwingt Sony zur Härte
Sonys gescheiterte Multiplayer-Offensive fordert rigorose Konsequenzen: Nach internen Projektstopps bei Bend Studio und Bluepoint Games steht nun auch das Horizon-Team unter verschärfter Beobachtung. Gelingt die Neuausrichtung bis Jahresende nicht, droht dem Projekt das endgültige Aus.
Wer die Dezember-Deadline nur als straffe Meilenstein-Planung liest, verkennt das strukturelle Beben innerhalb der PlayStation Studios. Die teuren Fehlschläge im Service-Sektor und die Unruhe nach den massiven Einschnitten bei Bungie haben in den Vorstandsetagen akute Risikoaversion ausgelöst. Statt blind hunderte Millionen Euro in ungewisse Server-Infrastrukturen zu pumpen, verkleinert Sony die Mannschaften. Der Publisher richtet den Fokus neu aus, wie PlayStation-Chef Hideaki Nishino zuletzt betonte. Ein Großteil der Belegschaft soll nach der internen Evaluierung auf andere Produktionen umverteilt werden, um das finanzielle Risiko zu deckeln.
Aloys Rückkehr rückt in weite Ferne
Die Priorisierung des Koop-Ablegers blockiert die Entwicklung von Horizon 3 massiv. Aktuell skizziert nur ein winziges Kernteam den nächsten Hauptteil, weshalb der Release noch Jahre entfernt liegt und voraussichtlich erst für die PlayStation 6 erfolgt.
Diese Umverteilung der Ressourcen liefert die Erklärung dafür, warum es um das nächste große Solo-Abenteuer so verdächtig still bleibt. Da laut Bloomberg-Journalist Jason Schreier das Gros des Studios am Koop-Projekt gebunden ist, verharrt der vollwertige dritte Teil in einer frühen Konzeptphase. In Kombination mit steigenden Produktionskosten und der ungewissen Hardware-Zukunft steht fest: Aloys nächstes Kapitel wird diese Konsolengeneration mit hoher Wahrscheinlichkeit komplett überspringen. Für Fans klassischer Einzelspieler-Erlebnisse ist das ein herber Dämpfer, der den wahren Preis für Sonys riskante Multiplayer-Ausflüge schonungslos offenlegt.