Claude Guillemot, Mitgründer von Ubisoft und langjähriger Chef der Guillemot Corporation, ist tot. Der 69 Jährige kam am Freitag bei einem Flugzeugabsturz in der französischen Gemeinde La Baule-Escoublac ums Leben. Nach Angaben der Feuerwehr SDIS 44 starb er gemeinsam mit dem Eigentümer und Piloten der abgestürzten Cessna 421. Der Reuters Bericht bestätigt die Meldung unter Berufung auf die französische Lokalzeitung Ouest-France.
Ein Leben für die Spielebranche
Claude Guillemot war einer der fünf Guillemot-Brüder, die Ubisoft 1986 gründeten. Von der kleinen Software-Vertriebsfirma wuchs der Publisher zu einem der größten Spielekonzerne der Welt – mit Marken wie Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six. Claude saß im Vorstand von Ubisoft und war Executive Vice President für die operativen Geschäfte. Seit 1997 führte er zudem als Chairman und CEO die Guillemot Corporation, die die Marken Hercules (Audio-Hardware) und Thrustmaster (Zubehör) kontrolliert und über die die Familie ihre Beteiligung an Ubisoft hält.
Der Bürgermeister von La Baule, Franck Louvrier, schilderte die letzten Momente des Unglücks: „Es war eine Cessna 421, ein zweimotoriges Propellerflugzeug mit acht Sitzen. Die Maschine befand sich im Landeanflug, als sie nach Aussage von Zeugen eine Kurve machte und abstürzte.“ Die Unglücksursache ist noch unklar, die französischen Luftfahrtbehörden werden eine formelle Untersuchung einleiten.
Die Familie Guillemot und Ubisofts schwere Jahre
Der Tod Claudes trifft die Guillemot-Familie in einer Phase, in der Ubisoft ohnehin unter Druck steht. Während Bruder Yves Guillemot als CEO die Ubisoft Strategie durch eine tiefe Krise steuert, hat der Konzern allein im vergangenen Jahr rund 1.500 Stellen gestrichen und mehrere Studios geschlossen. Der Ubisoft Sparkurs und die Ubisoft Studio-Schließungen in Barcelona, Winnipeg und Belgrad haben die Belegschaft schwer getroffen.
Die Ubisoft Klage um The Crew und die Ubisoft Absagen mehrerer Projekte zeigen: Der Publisher kämpft an vielen Fronten. Umso schwerer wiegt der Verlust eines Gründers in diesen Zeiten.
Ein schwerer Schlag für die Guillemot Corporation
Neben seiner Rolle bei Ubisoft war Claude Guillemot die treibende Kraft hinter der Guillemot Corporation, einem der größten unabhängigen Hersteller von Gaming-Zubehör. Die Marken Thrustmaster und Hercules sind in der Gaming-Szene fest etabliert. Sein Tod hinterlässt nicht nur eine Lücke in der Führung des Familienimperiums, sondern wirft auch Fragen zur Ubisoft Hoffnung auf – denn mit Claude verliert die Familie einen ihrer erfahrensten Köpfe in einer Zeit, in der die Ghost Recon Krise und die gescheiterten Projekte die strategische Ausrichtung des Konzerns infrage stellen.
Ubisoft bestätigte den Tod in einer Pressemitteilung und erklärte, man habe „mit tiefer Trauer vom Tod Claude Guillemots, Mitgründer des Konzerns und Präsident der Guillemot Corporation, bei einem Unfall erfahren. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei seiner Familie und seinen Angehörigen.“ Weitere Stellungnahmen werde man derzeit nicht abgeben. Der Bloomberg Bericht liefert weitere Details zum Unglück.