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Hardware

Xbox: Microsoft kündigt mit dem Nano Controller das kleinste Pad der Firmengeschichte an

Der Xbox Nano Controller ist nur für Pendler mit Hang zum originalen Xbox-Funkstandard empfehlenswert. Alle anderen greifen für die Hälfte des Geldes zu 8BitDo oder vergleichbaren Geräten.

Christian Schmidinger
von Christian Schmidinger
15.10.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Microsoft schrumpft die eigene Gamepad-Tradition auf Westentaschen-Format und verlangt für ein Drittel Plastik fast den gewohnten Konsolen-Vollpreis. Der neu vorgestellte Xbox Nano Controller wiegt gerade einmal 99 Gramm, misst knapp 13 Zentimeter in der Länge und soll ab dem 4. November 2026 für 49,99 Euro weltweit in den Regalen landen. Für Vielreisende und Kinderhände liefert Redmond damit zwar eine handliche Ergänzung zum schweren Standard-Drücker, verknüpft die schlanke Hardware aber mit einer absurden Tarif-Realität im eigenen Ökosystem.

Das steckt im Artikel
  • Microsoft halbiert das Gehäuse und verlangt trotzdem Vollpreis
  • Volle Tastenbelegung trifft auf rotstiftige Schachtel-Politik
  • Das Streaming-Gamepad stolpert über Microsofts neue Tarif-Schranken

Microsoft halbiert das Gehäuse und verlangt trotzdem Vollpreis

Die nackten Maße des Zwergen-Controllers lesen sich wie der Traum jedes Pendlers. Mit einem Gewicht von exakt 3,5 Unzen – also rund 99 Gramm – unterbietet das Zubehör das reguläre Xbox Wireless Pad um satte 65 Prozent, das mit eingelegten Mignon-Batterien spürbare 287 Gramm auf die Küchenwaage wuchtet. Statt der ausladenden Hörnchen setzt das Gehäuse auf eine flache, leicht abgerundete Rechteck-Form, die stark an Nintendos SNES-Ära erinnert.

Trotz der Schrumpfkur quetscht der Hersteller alle 18 vertrauten Eingabeelemente auf den Korpus. Zwei verkürzte Analogsticks, das typische Facetten-Steuerkreuz, vier Bumper- und Trigger-Tasten sowie die klassischen ABXY-Buttons wandern ohne funktionale Streichungen auf die Miniatur-Front. Microsoft-Zubehör-Chef Ravi Sinha preist das Leichtgewicht vollmundig an: „Entwickelt, um in nahezu jede Tasche und jedes Budget zu passen.“

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Die Budget-Behauptung hält dem Markt-Check allerdings keine drei Sekunden stand. Ein reguläres Xbox-Pad wandert im Einzelhandel bei Rabattaktionen regelmäßig für 45 bis 50 Euro über den Tresen, liefert dafür aber vollwertige Griffhörner, Vibrationsmotoren und bewährte Hebelwege. Dritthersteller zeigen zudem seit Monaten, wie echte Niedrigpreise funktionieren: Ein 8BitDo Lite 2 verlangt knapp 35 Dollar, während CRKDs Atom+ mit rund 30 Dollar vorrechnet, was ein reines Zweit-Gamepad für die Jackentasche kosten darf. Wer Microsofts Schrumpf-Modell kauft, zahlt einen saftigen Aufschlag für das weiße Marken-Logo.

Volle Tastenbelegung trifft auf rotstiftige Schachtel-Politik

Unter der Plastikhülle bricht der US-Konzern überraschend mit seiner jahrelangen Batterie-Doktrin. Statt zweier AA-Zellen werkelt im Inneren des Nano Controllers ein fest verbauter Lithium-Ionen-Akku, der über eine moderne Typ-C-Buchse an der Stirnseite geladen wird. Zur tatsächlichen Laufzeit schweigt sich das Datenblatt bisher zwar aus, doch der Lieferumfang offenbart bereits die Handschrift des Rotstifts: Ein passendes Ladekabel fehlt im Karton komplett und muss separat erworben werden.

Zwischen den Menütasten platziert die Hardware-Abteilung eine programmierbare Zusatztaste. Über die offizielle Zubehör-App lässt sich der ovale Button frei mit Makros, Schnappschüssen oder der manuellen Gameplay-Aufzeichnung belegen. Neben Bluetooth für PCs, Smartphones und Smart-TVs funkt der Zwerg auch über Microsofts proprietäres Xbox Wireless Protokoll. Dadurch verbindet sich das Eingabegerät ohne spürbare Latenz direkt mit Series-Konsolen, während Konkurrenz-Pads von Drittanbietern auf diesen schnellen Funkstandard am Fernseher meist verzichten müssen.

Gamepad-ModellGewichtLängeVerbindungAkku-TypUVP
Xbox Nano Controller99 Gramm~13 cmXbox Wireless + BTLithium-Ionen fest49,99 Euro
Xbox Wireless Controller287 Gramm (mit Batterien)15,3 cmXbox Wireless + BT2x AA-Batterie (oder Pack)64,99 Euro
8BitDo Lite 282 Gramm12,0 cmBluetooth + USBLithium-Ionen (480 mAh)34,99 Euro
CRKD Atom+45 Gramm9,0 cmBluetoothLithium-Ionen fest29,99 Euro

Das Streaming-Gamepad stolpert über Microsofts neue Tarif-Schranken

Der wahre Verwendungszweck des Nano-Drückers liegt abseits des heimischen Schreibtischs. Microsoft plant für das US-Weihnachtsgeschäft bereits großflächige Hardware-Bundles mit Samsung-Fernsehern und Meta-Quest-Brillen, denen neben dem Minipad zwei Probemonate für den Game Pass beiliegen. Die Strategie dahinter ist transparent: Nutzer sollen ohne Konsole über Cloud-Streaming direkt am Smart-TV loslegen. Die mobile Hardware soll als Einstiegsdroge für das Ökosystem herhalten, während die Verluste im klassischen Konsolengeschäft die Redmonder Führungsetage seit Monaten zum Handeln zwingen.

Genau an dieser Schnittstelle kollidiert die Hardware-Veröffentlichung jedoch frontal mit der neuen Konzern-Realität. Ausgerechnet im Launch-Monat November führt Microsoft harte Stundenlimits für Cloud-Gaming im hauseigenen Abo ein. Wer den teuersten Ultimate-Tarif bezahlt, darf künftig monatlich gerade einmal 15 Stunden über die Serverfarmen streamen, ehe die Stempeluhr unbarmherzig zuschlägt und zusätzliche Stunden kostenpflichtig nachgelöst werden müssen.

Dieser Widerspruch spiegelt den knallharten Sparkurs von Asha Sharma wider. Einerseits schnürt das Marketing portable Hardware für Gelegenheitsspieler, andererseits zieht die Finanzabteilung genau den Server-Stecker, der solche Mini-Controller im Wohnzimmer überhaupt erst nützlich macht. Wenn nach zwei Wochen Feierabend-Zocken am Smart-TV das Kontingent aufgebraucht ist, verkommt das 50-Euro-Pad zur nutzlosen Plastik-Deko auf dem Couchtisch.

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vonChristian Schmidinger
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ?
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