Kurz vor der Gamescom brodelt es in der Xbox-Community: Insider NateTheHate behauptet, Microsoft habe eine „neat“ Ankündigung in petto – ein Spiel, kein Hardware-Gimmick. Und jetzt stützt eine zweite, renommierte Stimme das Gerücht. Jez Corden von Windows Central spricht in seinem Patreon-Newsletter von einer „starken Vermutung“, dass Xbox auf der Messe etwas Neues ankündigen wird – womöglich ein „ziemlich großes, unerwartetes Sequel“. Wir ordnen ein, was das sein könnte und warum kaum jemand die naheliegenden Kandidaten erwartet.
Was die Insider wirklich sagen: mehr als ein vager Leak
Konzentrieren wir uns zuerst auf die harten Fakten. NateTheHate, einer der bekanntesten Leaker der Branche, berichtet von einem „netten Xbox-Announcement“ zur Gamescom. Auf Rückfrage präzisiert er: Es gehe um ein neues Spiel, nicht um ein Technik-Feature wie das kursierende Disc-to-Digital-System. Und hier liegt die eigentliche Pointe, die über bloßes Leak-Geflüster hinausgeht: Es wird keine dieser Ankündigungen, die man ohnehin kennt.
Wo wir beim ersten Dämpfer sind. Der Xbox-Auftritt auf der Gamescom ist bereits voll: Gears of War: E-Day spielbar, Fable als Präsentation, Modern Warfare 4 mit Beta. Ein neues Spiel käme obendrauf – und genau da hakt es. NateTheHate gibt selbst zu, „noch nicht bestätigt“ zu haben, ob die Ankündigung wirklich zur Messe kommt. Er arbeitet noch daran. Es ist also ein Gerücht im Gerücht: Spiel an sich ja, Gamescom-Präsenz unsicher.
Jez Corden verschärft das Gerücht – und nennt die spannende Nuance
Der eigentliche Twist folgt einen Tag später. Jez Corden von Windows Central pflichtet NateTheHate bei – und verfeinert das Bild mit Details, die die Gerüchteküche befeuern: Es handle sich um eine IP, die Xbox gehört, aber von einem Studio außerhalb von Microsoft entwickelt wird. Das schränkt das Feld deutlich ein und schließt zugleich die offensichtlichen Verdächtigen aus.
Denn die ersten Kandidaten, die jeder sofort nennt, scheiden aus. The Elder Scrolls 6 fällt weg – die IP gehört zwar Microsoft, aber Bethesda ist ein First Party Studio. Fallout 3-/New-Vegas-Remaster ebenso, ganz abgesehen davon, dass sie bereits bestätigt wurden. StarCraft wäre Blizzard – wieder Microsoft-intern. Wolfenstein 3 gehört MachineGames. Bleiben also Titel, die Xbox besitzt, aber nicht selbst entwickelt: Killer Instinct, Lost Odyssey, Blue Dragon, Ryse: Son of Rome oder Viva Piñata. Corden selbst wirft genau diese Namen in den Raum.
Der aufschlussreichste Hinweis ist aber ein anderer: Corden nennt ein „ziemlich großes, womöglich sehr unerwartetes Sequel“. Das klingt nach einer wiederbelebten, lange schlummernden Marke – nicht nach einem frischen IP-Start. Und genau diese Strategie passt zu Xbox‘ Kurs. Denn Microsoft hat zuletzt seine Klassiker-Bibliothek für den PC geöffnet und damit gezeigt, dass die Vergangenheit wieder Wert hat. Ein neues Killer Instinct oder ein Lost Odyssey Comeback wäre die logische Fortsetzung.
Gamescom als Bühne: Warum jetzt genau richtig ist
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die Gamescom läuft vom 26. bis 30. August, Die Opening Night Live startet am 25. August – und Xbox sendet an den beiden Folgetagen live aus Halle 7. Ein „netter“ Moment also, um eine Überraschung zu platzieren. Doch es gibt ein Argument dagegen: Warum sollte Xbox eine große Marke auf der Gamescom verballern, statt sie für The Game Awards oder den Sommer-Showcase aufzusparen? Genau diesen Einwand räumt Corden mit seiner „unerwartet“-Einordnung aus dem Weg – je unerwarteter, desto weniger braucht es eine große Bühne.
Bleibt die Frage, ob es überhaupt dieses Jahr kommt. Corden deutet an, dass das Spiel noch 2026 erscheinen könnte – also wäre eine Ankündigung auf der Gamescom zeitlich perfekt für einen Release-Herbst.
Sollte es wirklich so laufen, hätte Xbox den Herbst doppelt aufgeladen: Gears E-Day im Oktober, die neue Überraschung dahinter. Das wäre eine Ansage in einem Jahr, in dem sich Xbox strategisch an einem Wendepunkt befindet.