Okay, erinnert ihr euch noch an Anfang 2024? Als Palworld aus dem Nichts kam, Steam-Server zum Schmelzen brachte und zwei Millionen gleichzeitige Spieler einsackte? Und dann – ja, dann wurde es still. Monatelang still. Die Spielerzahlen fielen von absurd auf überschaubar, stellenweise auf unter 100.000 im Monat. Das klassische Early Access Tal. Aber jetzt, nach dem zweiten Juli-Wochenende 2026, sieht die Sache anders aus. Denn Palworld 1.0 ist da – und der Launch hat eine Welle losgetreten, die selbst die Entwickler von Pocketpair überrascht hat. Am Sonntag, den 12. Juli, knallte die gleichzeitige Spielerzahl auf Steam auf 855.525. Zweithöchster Wert in der Geschichte des Spiels. Und das an einem Wochenende, an dem eigentlich alle anderen draußen sitzen.
Vom Tiefstand zum Jahrhundert-Comeback – was hinter den 855.000 steckt
„Obviously, we had high expectations for 1.0 internally, but this is staggering“, schrieb Publishing-Chef John „Bucky“ Buckley auf Twitter. „Wir hatten intern natürlich hohe Erwartungen an 1.0 – aber das hier ist überwältigend.“ Und das meint er ernst. Denn die 855.000 sind kein normaler Peak. Die sind ein Statement.
Lest die Zahl mal im Kontext: Im Februar 2024, einen Monat nach dem explosiven Early Access Launch, lag der höchste Wert noch bei 273.000. Danach ging es bergab. Seit August 2024 blieben die monatlichen Peaks konstant unter der 100.000-Marke. Palworld war nicht tot – aber es war leise geworden. Zu leise für ein Spiel, das einmal PUBG vom Thron der Steam-Charts stoßen wollte.
Dass jetzt, über zwei Jahre später, fast 860.000 Menschen gleichzeitig auf der Insel Palpagos herumrennen, ist mehr als eine Kuriosität. Es ist der Beweis, dass ein Spiel nach monatelanger Flaute zurückkommen kann – wenn das Update stimmt.
72 neue Pals, schwebende Inseln, ein World Tree – warum 1.0 kein gewöhnliches Update ist
Und das Update stimmt. Wir haben schon vor ein paar Wochen drüber geschrieben, was Pocketpair mit 1.0 vorhat – und die haben geliefert. 72 neue Pals, eine komplett neue Region namens Skyreach (schwebende Inseln, die im Trailer aussahen wie aus einem Miyazaki-Film), neue Waffen, neue Ausrüstung, neue Bosse. Und vor allem: der World Tree.
Diesen Baum konnten Spieler seit dem Early Access Start aus der Ferne sehen – aber nie erreichen. Jetzt ist er das Endgame-Ziel. Dass sich die Mühe gelohnt hat, zeigen die Zahlen. Die Leute kommen nicht nur wegen ein paar Bugfixes zurück. Sie kommen wegen Content, der den Namen „Version 1.0″ verdient.
Was der 1.0-Peak wirklich bedeutet (und was nicht)
Die 855.000 sind beeindruckend – aber sie sind nicht der Allzeitrekord. Der liegt bei 855.525 – Platz 15 der höchsten Concurrent-Peaks auf Steam, direkt unter Baldur’s Gate 3 (875.000) und knapp über Battlefield 6 (747.000). Und das, wohlgemerkt, nur auf Steam. Die PS5- und Xbox-Zahlen – inklusive Game Pass – sind in der Rechnung nicht enthalten. Wer den Controller in die Hand nimmt, bleibt für SteamDB unsichtbar. Der echte Peak könnte also noch deutlich höher liegen.
Was das für Pocketpair bedeutet? Erstmal: eine zweite Chance. Wie Pocketpair den 1.0-Launch clever positioniert hat, zeigt sich in diesen Zahlen. Der Hype wurde über Wochen aufgebaut, die Lieferung pünktlich ausgeliefert. Aber die Frage bleibt, ob die Spieler diesmal länger bleiben. Der Allzeitrekord war ein Hype-Phänomen. Die 855.000 sind das Ergebnis von Substanz – und Substanz hält länger.
Zwischen Triumph und Patentklage – die zwei Realitäten von Pocketpair
Bemerkenswert ist auch: all das passiert, während Nintendo noch immer mit einer Patentklage gegen Pocketpair beschäftigt ist. Vor ein paar Wochen haben wir detailliert analysiert, wie diese Klage auf maximal 30.000 Dollar Schadensersatz zusammenschrumpft – ein Betrag, den Nintendo allein an Prozesskosten schon mehrfach verbrannt hat.
Pocketpair hat sich davon nicht beeindrucken lassen. Während die Anwälte in Tokio über Patente streiten, baut das Studio weiter – und die Spieler kommen. Vielleicht ist das die beste Antwort auf eine Klage, die von Anfang an mehr nach Einschüchterung als nach Rechtssicherheit aussah.