Xbox bereitet eine zweite große Entlassungswelle vor. Das berichtet The Information und nennt konkrete Zahlen: Hunderte Stellen sollen noch in dieser Woche gestrichen werden, mehrere Studios sollen zusammengelegt werden. Das Besondere daran: Im Juli hatte Microsoft bereits 1.600 Mitarbeiter entlassen und weitere 1.600 bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 angekündigt. Jetzt kommt die nächste Runde – und sie trifft offenbar die, die letztes Mal noch Glück hatten.
Die Enthüllung der zweiten Welle
The Information beruft sich auf Quellen, die über Microsofts Pläne informiert sind. Demnach plant Xbox, mehrere seiner Entwicklerstudios unter einem Dach zusammenzuführen. Die Enthüllung der zweiten Welle ist dabei mehr als eine Zahl. Sie ist das Eingeständnis, dass der „Reset“, den Asha Sharma im Juli ausgerufen hat, längst nicht abgeschlossen ist. Im Gegenteil.
Xbox hat bislang weder die Zahl der Betroffenen bestätigt noch genannt, welche Studios konkret betroffen sein sollen. Das Muster gleicht dem der ersten Welle: Erst sickern die Informationen durch, dann folgen Wochen später offizielle Statements. Wer jetzt noch bei Xbox arbeitet, kennt dieses Gefühl.
Die Warnung aus dem Podcast
Deutlicher als The Information wird Bloomberg-Reporter Jason Schreier. In der aktuellen Episode des 8-4 Play Podcasts sagt er, Entlassungen bei Blizzard stünden „unmittelbar“ bevor. Die Warnung aus dem Podcast ist bemerkenswert, weil Blizzard die erste Welle im Juli vergleichsweise glimpflich überstanden hatte. Wer damals verschont wurde, atmete auf. Zu früh, wie sich jetzt zeigt.
Der Schrecken der Überlebenden ist dokumentiert: Schreier hatte bereits im Sommer von Panik und Angst unter den verbliebenen Entwicklern berichtet. Wer die erste Welle überlebte, lebt in der Gewissheit, dass die zweite kommt. Die Ankündigung von The Information bestätigt genau das.
Das Eingeständnis der Misswirtschaft
Warum passiert das alles? Sharmas eigenes Memo vom Juli liefert die Antwort. Das Eingeständnis der Misswirtschaft steht dort in nüchternen Zahlen: Xbox arbeitet mit Margen, die drei- bis zehnmal niedriger liegen als bei vergleichbaren Plattform- und Publishing-Unternehmen. In einem typischen Jahr, so Sharma, verliert Xbox 64 Cent pro investiertem Euro.
Das ist keine Momentaufnahme. Es ist das Ergebnis von fünf Jahren, in denen Microsoft Studios kaufte, Teams aufbaute und auf Game Pass setzte, ohne zu wachsen. Die zweite Entlassungswelle ist keine neue Krise. Sie ist die Fortsetzung einer Strategie, die im Juli begonnen hat und bis Ende des Geschäftsjahres 2027 dauern soll.
Der Schrecken der Überlebenden
3.200 Stellen will Xbox bis FY27 streichen. 1.600 fielen sofort, die anderen 1.600 sind über das Jahr verteilt. Vier Studios wurden bereits abgestoßen: Ninja Theory, Compulsion Games, Double Fine Productions und Undead Labs. Jetzt folgt die nächste Runde, und diesmal steht Blizzard im Zentrum.
Wer bei Xbox arbeitet, lebt in einem permanenten Ausnahmezustand. Jede Woche kann die Woche sein, in der die nächste Welle rollt. Sharmas „Reset“ hat nicht nur Jobs gekostet. Er hat das Vertrauen in die eigene Zukunft zerstört.