Sega schickt Crazy Taxi: World Tour mit einem neuen Gameplay-Trailer nach Südamerika und verwandelt die Straßen Brasiliens in ein sonniges Hochgeschwindigkeits-Areal. Zwischen palmengesäumten Strandpromenaden, engen Altstadtgassen und kreischenden Reifen springen Passanten im letzten Sekundenbruchteil zur Seite, ehe die Taxiuhr auf null fällt. Hinter der bunten Urlaubskulisse stecken handfeste Gameplay-Szenen zu neuen Mehrspieler-Varianten, die Segas Free-to-Play-Relaunch nach über zwei Jahrzehnten Pause endlich greifbar machen.
Brasiliens Küstenstraßen erzwingen millimetergenaue Drifts
Der neue Trailer verlegt das Arcade-Geschehen an die Küsten und in die dicht bebauten Stadtviertel Brasiliens. Auf dem Bildschirm wechseln sich weite Asphaltbänder am Strand mit extrem engen Gassen ab, die kaum Platz für zwei Fahrzeuge nebeneinander lassen. Reale Fahrszenen zeigen scharfe 90-Grad-Drifts um Häuserecken und waghalsige Sprünge über Verkehrsinseln, bei denen Passanten mit Hechtsprüngen ins Gebüsch flüchten. Jeder Fahrfehler frisst wertvolle Restsekunden.
Nach der bereits gezeigten Deutschland-Map für Crazy Taxi: World Tour setzt Sega damit auf spürbar mehr vertikale Dynamik im Streckenverlauf. Die gezeigten Hügelketten und abschüssigen Serpentinen verleihen den Fahrten ein spürbares Gefälle, das den Wagen zusätzlichen Schwung mitgibt. Grafisch dominiert grelles Sonnenlicht auf spiegelndem Teer, gepaart mit farbenfrohen Fassaden und dichtem Zivilverkehr.
Zwei neue Modi heizen den Mehrspieler an
Sega erweitert das klassische Taxifahren um die beiden separaten Spielmodi Pickup Race und Cops N’ Cabbies. Im Pickup Race jagen mehrere Fahrer gleichzeitig denselben lukrativen Fahrgästen hinterher, was auf offener Straße zu wüsten Ramm-Duellen führt. Hier zählt nicht nur die ideale Linie, sondern der gezielte Stoßstangen-Einsatz kurz vor dem Einsteigekreis. Wer zuerst bremst, verliert die Tour.
Cops N’ Cabbies schlägt eine völlig andere Richtung ein und bringt Verfolgungsjagden zwischen Gesetzeshütern und der Fahrerkolonne ins Spiel. Während eine Gruppe versucht, ihre Touren rechtzeitig abzuliefern, machen Patrouillenwagen gezielt Jagd auf die Taxis und blockieren deren Fahrwege. Schon der Closed Network Test von Crazy Taxi: World Tour zeigte, wie Sega die Serverarchitektur auf größere Lobbys ausrichtet. Genau solche Modi brauchen diese Server.
Free-to-Play-Modell und KI-Kritik bremsen die Vorfreude
Trotz der rasanten Spielszenen bleibt die Veröffentlichung von Crazy Taxi: World Tour erst für das Jahr 2027 auf PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S sowie Nintendo Switch 2 angesetzt. Zusätzlich belastet die Debatte um generative KI auf Steam das Comeback der Kultmarke. Sega nutzt KI-Tools im Entwicklungsprozess, hält sich bei den genauen Einsatzfeldern aber bis heute auffällig bedeckt. Die Community reagiert darauf weiterhin empfindlich.
Ebenso ungeklärt bleibt das Finanzierungsmodell des Free-to-Play-Titels, der als erster echter Hauptteil seit dem Jahr 2002 antritt. Kostenlose Arcade-Racer neigen schnell zu aggressiven Battle-Pass-Systemen und künstlich verknappten Fahrzeug-Upgrades. Sollte Sega die Raserei hinter Bezahlschranken verstecken, verpufft der nostalgische Zauber von San Francisco und Brasilien im Handumdrehen. Das Gameplay muss frei atmen dürfen.
