Capcom rüttelt im aktuellen Spotlight-Showcase an den Nerven kampferprobter Rollenspieler und schickt Dragon’s Dogma 2: Dark Arisen in die nächste Eskalationsstufe. Die überraschende Rückkehr des berüchtigten Dämonenauges trifft direkt auf einen unsterblich wirkenden Schuppenkoloß, dessen Herz in fremden Händen liegt. Die Erweiterung schließt damit gezielt die schmerzhafte Lücke im oft gescholtenen Endgame des Hauptspiels und fordert kompromisslose Taktik.
Evil Eye feiert Comeback im Schatten des gefallenen Drachen
Capcom zieht im neuesten Video-Ausblick den Schleier von Dragon’s Dogma 2: Dark Arisen und bestätigt die gefürchtete Rückkehr des Evil Eye auf den Plan. Das schwebende Monstrum aus zuckenden Tentakeln und finsterer Magie lehrte bereits in der namensgebenden Erweiterung der Vorgängers ganze Gruppen das Fürchten. Wer damals im Grabenbruch oder den feuchten Gewölben von Bitterblack Isle unterwegs war, erinnert sich mit schmerzenden Fingern an fiese Versteinerungen und vernichtende Strahlenangriffe. Nun nistet sich die Ausgeburt uralter Drachenmagie mitten in den neuen Höhlensystemen ein.
Erprobte Abenteurer müssen ihre gewohnten Angriffsmuster komplett über Bord werfen, sobald der gigantische Augapfel magische Schilde hochzieht. Stumpfe Nahkampf-Attacken prallen wirkungslos an der Barriere ab, während das Ungetüm eure Vasallen mit telekinetischen Kräften durch den Raum schleudert und gnadenlos dezimiert. Erst wenn ihr die herabzuckenden Tentakel einzeln abtrennt, öffnet sich ein winziges Zeitfenster für Gegenangriffe. Diese Gefechte verlangen blitzschnelle Reaktionen und eine saubere Bildrate, die gerade beim anstehenden Debüt auf Nintendos Switch 2 den Handheld bis auf den letzten Transistor fordern dürfte.
Unsterbliche Schwingen und die Jagd nach dem geraubten Herzen
Mitten in diesem Chaos hebelt der neu eingeführte Gefallene Drache vertraute Kampfregeln vollkommen aus. Zwar lassen sich dem geflügelten Koloss schwere Hiebe verpassen, doch die Kreatur regeneriert selbst tödliche Treffer binnen weniger Sekunden vollständig von selbst. Kriegerin Eir schwört nach dem bitteren Fall von Norgan zwar Rache, doch rohe Gewalt verpufft an den Schuppen des Ungetüms. Erst ein Blick hinter die Kulissen offenbart das eigentliche Grauen: Das pochende Herz der Bestie ruht in den Klauen einer noch weitaus finstereren Übermacht.
Um diesen geraubten Lebensfunken zurückzuholen, reicht ein einfacher Frontalangriff nicht mehr aus. Das Spiel zwingt euch in die Tiefen neuer Herausforderungs-Dungeons und verknüpft die über 25 Stunden Zusatzinhalt mit einer zähen Hetzjagd nach mächtigen Relikten. Wer hier ohne abgestimmte Zauberfolgen in die Dunkelheit stolpert, verbrennt seine Heilvorräte im Minutentakt. Eure Begleiter müssen aktiv Deckung suchen, um die magische Nabelschnur zwischen dem fliegenden Albtraum und seinem verborgenen Lebensspender zu kappen, bevor ein verheerender Flächenbrand die gesamte Gruppe auslöscht.
Capcoms Finstergram-Rezept schließt die Lücke nach dem Itsuno-Abschied
Mit dieser schonungslosen Härte reagieren die Entwickler punktgenau auf den größten Schwachpunkt des Hauptspiels, den wir bereits in unserem ursprünglichen Test angemahnt hatten. Nach dem fulminanten Einstieg fehlte es der Spielwelt im späteren Verlauf schlicht an bissigen Spitzengegnern und echter Bedrohung. Capcom zieht nun denselben Joker wie schon vor dreizehn Jahren: Damals rettete erst die Finstergram-Insel das originale Dragon’s Dogma vor dem Vergessen, indem sie zähes Grinding durch knackiges Dungeon-Crawling ersetzte.
Dieser Schritt zurück zu alter Härte ist gleichzeitig die Feuertaufe nach dem offiziellen Abgang von Hideaki Itsuno. Ohne ihren langjährigen Vordenker an Bord musste die verbliebene Mannschaft erst einmal beweisen, dass sie der Spielerschaft ohne falsche Gnade die Leviten lesen will. Das Comeback des Dämonenauges zeigt jedoch, wie viel ungeschliffene Wucht die hauseigene RE Engine selbst ohne ihren geistigen Vater entfesseln kann.
