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Games

Horizon Steel Frontiers: NCSoft setzt bei der Entwicklung massiv auf KI

Horizon Steel Frontiers entsteht bei NCSoft als Horizon-MMO in den Deadlands, in dem du als individuell gestaltbarer Jäger zusammen mit anderen riesige Maschinen mit angepassten Mechaniken wie dem kooperativ eingesetzten Pullcaster bekämpfst, während im Hintergrund umfangreiche KI-Tools von Programmierung bis Artwork die Entwicklung beschleunigen, als Testfeld für künftige Spiele wie Aion 2 dienen und zugleich eine breitere Debatte über Effizienz, Kreativität und Kontrolle in der Games-Branche anstoßen.

René Nikel
von René Nikel
15.11.25
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Lesezeit: 5 Min.
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NCSoft zündet mit Horizon Steel Frontiers gleich zwei Signalfeuer: ein Online-Abenteuer im gefeierten Horizon-Universum – und eine fast schon radikale Hinwendung zur Künstlichen Intelligenz in der gesamten Produktion. Während du dich innerlich schon auf Jagden gegen gewaltige Maschinen in den trostlosen Deadlands einstellst, werkeln im Hintergrund längst Algorithmen mit, schreiben Codezeilen, generieren Artworks und helfen beim Feintuning der Spielsysteme. Das frisch enthüllte MMO dient damit nicht nur als neue Bühne für Jäger und Stahlkolosse, sondern als sichtbarer Beweis dafür, wie tief KI inzwischen in der Spieleindustrie verwurzelt ist – und wohin die Reise geht.

Das steckt im Artikel
  • KI von Code bis Concept Art: NCSofts radikale Pipeline
  • Jäger, Deadlands, Maschinen: Das Horizon-Feeling im MMO-Gewand
  • Pullcaster, Riesenmaschinen und Multiplayer-Dramatik
  • Individualität im Maschinenzeitalter: Charaktereditor und Tribenauswahl
  • Zukunft der Branche: KI als Standardwerkzeug – und neue Fragen

KI von Code bis Concept Art: NCSofts radikale Pipeline

Laut einer Präsentation, aufgegriffen unter anderem von Ruliweb, setzt NCSoft bei Horizon Steel Frontiers wie auch beim kommenden Aion 2 „umfassend“ auf KI-Tools. Intern hilft die Technologie bei Basis-NPCs, beim Kampfsystem und bei der Optimierung der Spieleranzahl pro Instanz – ein wichtiger Punkt für ein Action-RPG, das bewusst auf fokussierte Gruppen statt riesige Menschenmengen setzt. Gleichzeitig stützt sich das Team bei der Produktion auf intelligente Assistenten, die Programmierung, Asset-Erstellung und visuelle Gestaltung beschleunigen.

Damit verschiebt sich die Rolle von Entwicklerinnen und Entwicklern weg von reinen Handwerkern hin zu Dirigierenden, die KI-Ergebnisse kuratieren, verformen, verwerfen oder veredeln. NCSoft selbst betont, dass diese Technologien im gesamten Feld „weit verbreitet“ sind und künftig noch sichtbarer werden. Besonders die Crew von Horizon Steel Frontiers soll zu den leidenschaftlichsten KI-Anwendern im Unternehmen zählen – ein klarer Hinweis: Dieses Projekt ist Testlabor und Vorreiter zugleich.

Jäger, Deadlands, Maschinen: Das Horizon-Feeling im MMO-Gewand

Inhaltlich bleibt Horizon Steel Frontiers fest im Kosmos von Guerrilla Games verankert. Die Handlung führt dich in die Deadlands, eine Region, in der die Erde längst den Stahlbestien gehört und Menschen um jedes Stück Lebensraum ringen. Statt Aloy übernimmst du jedoch einen eigenen Jäger, der zusammen mit anderen die Maschinen bedroht, zerlegt, als Reittiere nutzt und als Ressourcenspender ausschlachtet. Bekannte Gameplay-Elemente der Hauptreihe kehren zurück: Du wirst bestimmte Maschinen als Mounts satteln, offene Areale erkunden, Schwachstellen studieren und im Team Taktiken austüfteln, um gigantische Gegner zu Fall zu bringen.

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Dabei versucht NCSoft, den typischen Mix aus Fernkampf, Fallen und vertikaler Bewegung in die Logik eines Online-Rollenspiels zu übersetzen. KI unterstützt im Hintergrund beim Balancing von Feinden, bei der Verteilung von Loot und vielleicht sogar bei dynamischen Events – auch wenn das Studio Gerüchte über vollwertige „KI-NPCs“ im Sinne lernender Persönlichkeiten weder bestätigt noch dementiert hat.

Pullcaster, Riesenmaschinen und Multiplayer-Dramatik

Mechanisch übernimmt Horizon Steel Frontiers nicht einfach das Singleplayer-Design von Guerrillas Titeln eins zu eins. Der ikonische Pullcaster etwa wird explizit angepasst, damit er im Multiplayer-Kontext sinnvoll funktioniert. Executive Producer Sung-Gu Lee beschreibt Szenarien, in denen du zunächst gezielt Teile einer Maschine zerstörst, dann mithilfe des Seilhakens rasch auf das beschädigte Segment kletterst, dort Fallen platzierst und Status-Effekte wirkst.

Solche Abläufe klingen nach kooperativen „Boss-Balletten“, bei denen Rollenverteilung und Timing entscheidend sind: Einige Spieler brechen Panzerungen auf, andere sichern die Umgebung, wieder andere nutzen die Gelegenheit für riskante Close-Range-Aktionen auf dem Rücken des Ungetüms. KI kann hier etwa für abwechslungsreiche Angriffsmuster, adaptives Verhalten oder prozedural variierende Situationen sorgen – vorausgesetzt, NCSoft setzt die Werkzeuge klug ein, statt bloß generische Muster zu automatisieren.

Individualität im Maschinenzeitalter: Charaktereditor und Tribenauswahl

Trotz aller technischen Automatisierung legt das Studio viel Wert auf Ausdrucksmöglichkeiten für dich als Spieler. Ein umfangreicher Charaktereditor soll erlauben, „deine Individualität vollständig auszudrücken“ – mit fein justierbaren Details von Körperbau über Frisuren bis hin zu Make-up. Zusätzlich entscheidest du dich für eine Herkunftsgruppe beziehungsweise Tribe, was sich vermutlich auf Startgebiete, kulturelle Optik und möglicherweise auch auf bestimmte Boni auswirkt.

Gerade in einem etablierten Universum wie Horizon, in dem Fans die Ästhetik lieben, wirkt solch ein Editor wie ein Versprechen: Du erschaffst keine bloße Kopie von Serienhelden, sondern eine Figur, die sich glaubwürdig in die Welt einfügt und trotzdem klar dir gehört. KI-basierte Tools könnten hier bei der Variation von Rüstungen, Mustern oder Farbpaletten helfen, ohne dass jeder Helm oder jede Rüstung manuell modelliert werden muss – ein Balanceakt zwischen Effizienz und künstlerischer Handschrift.

Zukunft der Branche: KI als Standardwerkzeug – und neue Fragen

NCSoft macht keinen Hehl daraus, dass Horizon Steel Frontiers nur der Anfang ist. Titel, die nach Aion 2 erscheinen, sollen noch stärker von KI durchdrungen sein. Damit zeichnet sich ein Branchentrend ab: Automatisierung übernimmt Routineaufgaben, während Teams sich auf kreative Kernentscheidungen konzentrieren – zumindest im Idealbild. Gleichzeitig wachsen Sorgen um Jobsicherheit, Originalität und ethische Leitplanken, gerade im Bereich KI-generierter Kunst.

Das MMO selbst erscheint für PC, iOS und Android, verzichtet jedoch auf Plattformen wie Steam oder Epic Games Store. Stattdessen vertreibt NCSoft das Spiel über den eigenen PURPLE-Launcher – ein weiterer Schritt in Richtung geschlossener Ökosysteme, in denen ein Publisher nicht nur Inhalte, sondern auch Infrastruktur kontrolliert. In Kombination mit KI-gestützter Produktion ergibt sich ein Zukunftsszenario, in dem wenige große Akteure Werkzeuge, Datenströme und Spielerzugang bündeln.

Am Ende bleibt die Frage: Freut es dich, wenn KI Spiele schneller, umfangreicher und dynamischer macht, oder fürchtest du einen Verlust an menschlicher Handschrift und Authentizität – wie sollte deiner Meinung nach die Balance aussehen? Schreib es uns in die Kommentare und lass uns über diese Gaming-Zukunft diskutieren.

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vonRené Nikel
Seit Dino Wars oder North&South am Amiga hat sich in der Spieleindustrie so einiges verändert, aber meine Leidenschaft für Videospiele nicht! Mit dem Alter von 5 Jahren hatte ich zum ersten Mal einen Joystick in der Hand und seit diesem Moment war die virtuelle Welt wie ein zweites Zuhause für mich. Ich finde so ziemlich jedes Genre interessant, selbst wenn es sich um einen kleinen Indie-Titel handelt. Die aktuellste Nintendo Konsole und ein leistungsstarker PC gehören bei mir zu der Grundausstattung. Bei meiner Begeisterung für den Journalismus in Verbindung mit Videospielen gab es da nur eine logische Konsequenz. Redakteur bei PixelCritics werden, um mein Interesse beider Welten auszuleben.
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