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Games

Das Resident Evil 2 Remake überschreitet die 20 Millionen Marke – doch die Zahl hat einen Haken

Jahre nach seinem Launch hat Resident Evil 2 Remake die 20-Millionen-Spieler-Marke geknackt. Capcom feiert den nächsten Meilenstein, doch die Zahl erzählt nur die halbe Wahrheit.

Alexander Liebe
von Alexander Liebe
12.09.26
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Lesezeit: 5 Min.
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Resident Evil 2 Remake ist offiziell bei über 20 Millionen Spielern angekommen – ein Meilenstein, den Capcom mit sichtbarem Stolz verkündet. Doch wer genau hinsieht, erkennt ein Detail, das den Triumph ein wenig kleiner macht: Das Studio spricht von „Spielern“, nicht von Verkäufen. Und das aus gutem Grund.

Das steckt im Artikel
  • Die 20 Millionen Zahl – und warum Capcom sie so formuliert, wie sie sie formuliert
  • Die RE Engine als Erfolgsmaschine – und der stille Preis der Iteration
  • Dead Space als Gegenbeweis – was EA falsch machte, was Capcom richtig machte
  • Switch 2, Veronica und die Zukunft der Horror-Marke

Die 20 Millionen Zahl – und warum Capcom sie so formuliert, wie sie sie formuliert

Die offiziellen Zahlen liegen bei 19,7 Millionen verkauften Exemplaren, Stand 30. Juni 2026. Das ist die harte Zahl, die Capcom in seinen Investorenberichten kommuniziert. Jetzt, im September, verkündet das Unternehmen plötzlich „über 20 Millionen Spieler“. Klingt nach einer Steigerung, ist aber ein anderes Etikett für eine andere Metrik.

Der Grund: Resident Evil 2 Remake ist über den Game Pass zugänglich. Wer das Spiel über den Abo-Dienst startet, zählt als „Spieler“, aber nicht als Käufer. Capcom nutzt das bewusst, um die Zahl größer wirken zu lassen – ein PR-Move, der in der Branche längst zum Standard geworden ist. Die tatsächliche Verkaufskurve steigt weiterhin, nur eben etwas langsamer als die Spielerzahl suggeriert. Trotzdem: Wenn ein Horror-Remake sechs Jahre nach seinem Release immer noch neue Menschen findet, macht das etwas richtig. Sehr richtig sogar.

Damit sitzt Resident Evil 2 Remake weiterhin auf Platz zwei der erfolgreichsten Capcom-Franchise-Titel – vor Monster Hunter Rise, hinter Monster Hunter World. Und über dem, was viele für den eigentlichen Capcom-König halten würden: das Resident Evil 4 Remake, das 2023 erschien und die Kritikerwertungen noch einmal nach oben zog.

Die RE Engine als Erfolgsmaschine – und der stille Preis der Iteration

Die Frage, die sich jetzt stellt: Warum funktioniert Capcoms Remake-Strategie so gut, während andere Studios daran zerbrechen? Die Antwort beginnt bei der RE Engine, die 2017 mit Resident Evil 7 debütierte. Capcom hat eine Pipeline gebaut, die es erlaubt, ein Remake in zwei bis drei Jahren zu produzieren – ohne ein neues Team aufzubauen, ohne eine neue Engine zu lizenzieren, ohne die eigene Belegschaft zu überfordern. RE2, RE3, RE4 – alle drei Remakes nutzen dieselbe technische Basis.

Das erklärt, warum Resident Evil 2 Remake wirtschaftlich so erfolgreich war: Es musste kein neues Spiel erfunden werden, sondern ein bekanntes Spiel neu interpretiert werden. Die Geschichte war bereits geschrieben, die Locations waren designt, die Kernmechanik existierte. Was Capcom geliefert hat, war eine moderne Interpretation – nicht mehr, nicht weniger. Und genau das erwarten die Fans.

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Kritisch betrachtet: Diese Effizienz hat einen Preis. Die Remakes der letzten Jahre fühlen sich technisch ähnlich an, die Formel ist erkennbar. Resident Evil 4 Remake hat das mit einer deutlich aufwendigeren Produktion kaschiert, aber Resident Evil 3 Remake hat gezeigt, wohin die Reise gehen kann, wenn Capcom es sich zu einfach macht. Die 20 Millionen Zahl für RE2 ist also nicht nur ein Triumph, sondern auch eine Mahnung: Die Formel funktioniert nur so lange, wie die Fans das Gefühl haben, dass echte Sorgfalt dahinter steckt.

Dead Space als Gegenbeweis – was EA falsch machte, was Capcom richtig machte

Um zu verstehen, wie außergewöhnlich die 20 Millionen Marke ist, lohnt der Blick auf den direkten Genre-Konkurrenten: das Dead Space Remake von Motive Studios. 2023 erschienen, technisch brillant, von Kritikern gefeiert – und kommerziell trotzdem gescheitert. EA hat das Studio später geschlossen. Die Ironie: Motive hat genau das getan, was die Branche als „richtig“ betrachtet – ein komplett neues Spiel mit modernster Technik und maximalem Aufwand.

Warum ist es trotzdem gescheitert? Weil das Dead Space Remake ein Publikum erreichen wollte, das 2023 bereits wusste, was passieren würde. Die Story war bekannt, die Schocks waren vorhersehbar, und anders als bei Resident Evil 2 gab es keinen größeren Franchise-Rückenwind. Capcom konnte auf eine Community verweisen, die von Resident Evil 7 und Village bereits angefixt war. Motive musste ein eigenes Universum neu aufbauen – und die Rechnung ging nicht auf. Der Vergleich ist bitter, aber lehrreich: Ein Remake ist nicht dann erfolgreich, wenn es technisch exzellent ist, sondern wenn es in ein bestehendes Ökosystem passt.

Switch 2, Veronica und die Zukunft der Horror-Marke

Zurück zu Resident Evil 2. Die 20 Millionen Zahl ist nicht der Endpunkt – sie ist ein Zwischenschritt. Im Oktober bringt Capcom die Switch 2 Version der Remakes auf den Markt, darunter auch die drei besten Teile als Paket. Die Switch 2 hat sich als Hardware bereits etabliert, und Horror-Spiele funktionieren auf Nintendos Hybrid-Handheld besonders gut – nicht zuletzt wegen der Möglichkeit, im Dunkeln im Handheld-Modus zu spielen. Die 20 Millionen könnten also schon bald zur 21 oder 22 werden.

Parallel baut Capcom seine nächste Welle auf. Das Resident Evil Veronica Remake, das 2027 für Xbox Series X/S, PS5, PC und Switch 2 erscheinen soll, hat bereits jetzt über zwei Millionen Wishlists gesammelt – ohne Gameplay, ohne Trailer, ohne Release-Datum. Das ist die wahre Macht der Marke: Die Fans vertrauen Capcom blind, weil die letzten Remakes geliefert haben. Resident Evil Requiem hat in diesem Jahr bereits neue Serienrekorde aufgestellt. Und das nächste Capcom Spotlight steht vor der Tür – wer weiß, was dort noch angekündigt wird.

TAGGED:Resident EvilResident Evil 2

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vonAlexander Liebe
Seitdem ich zum ersten Mal einen Controller in der Hand hielt wusste ich, dass dies eine Freundschaft fürs Leben wird. Bis heute ist der digitale Sport für mich fixer Bestandteil meiner Freizeit. Mit AustriaGaming ist er sogar zum Teil zur Berufung geworden. Favorisierte Spiele sind für mich aus dem Genre Horror, SciFi und RPG mit viel geschichtlichem Tiefgang. Gerade innovative und alternative Games ziehen mich öfters in den Bann.
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