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Games

Vom Heimkino in die Jackentasche: Resident Evil bringt seine drei besten Remakes im Oktober auf die Nintendo Switch 2

Capcom stopft eine der größten Lücken im mobilen Portfolio: Die gefeierten Remakes von Resident Evil 2, 3 und 4 erscheinen nativ auf der Nintendo Switch 2, fordern von Sammlern jedoch einen bitteren Tribut.

Michael Stadlbauer
von Michael Stadlbauer
10.09.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Die gefeierten Remakes von Resident Evil 2, Resident Evil 3 und Resident Evil 4 erscheinen am 16. Oktober 2026 für die Nintendo Switch 2. Capcom wischt damit die peinlichen Streaming-Altlasten der Vorgänger-Hardware vom Tisch und bringt seine modernen Grusel-Schwergewichte ohne Latenz-Frust auf Nintendos Plattform. Neben dem Hauptprogramm spendiert der japanische Publisher den Spielern eine längst überfällige akustische Zeitreise sowie einen gefeierten Solo-Feldzug, der das Geschehen auf den Kopf stellt.

Das steckt im Artikel
  • Nativer Raccoon-Terror wischt den Cloud-Frust vom Bildschirm
  • Separate Ways und der Schusswaffen-Tanz im Hinterland
  • Reine Download-Kost als Wegbereiter für das nächste Großprojekt
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Nativer Raccoon-Terror wischt den Cloud-Frust vom Bildschirm

Jahrelang bedeutete Survival-Horror auf einer Nintendo-Plattform vor allem eines: den quälenden Kampf gegen Verbindungsabbrüche, verwaschene Video-Streams und zähen Eingabe-Verzug. Wer Leon S. Kennedy oder Jill Valentine durch das brennende Raccoon City steuern wollte, scheiterte oft nicht an den Beißern, sondern an der instabilen Datenleitung der berüchtigten Cloud-Fassungen. Die Nintendo Switch 2 beendet dieses Trauerspiel mit sofortiger Wirkung, indem sie die RE Engine lokal berechnet und Schrotflinten-Treffer mit brachialem Hitstop trocken ins modrige Zombiefleisch stanzen lässt.

Plötzlich stimmen die Trefferzonen wieder, wenn ein Licker von der Decke schnellt und jede Zehntelsekunde über den virtuellen Exitus entscheidet. Resident Evil 2 macht als Deluxe Edition den Anfang und lüftet die im Vorfeld geteilte Vorfreude auf ein ganz spezielles Feature: Neben alternativen Kostümen und der Samurai-Edge-Waffe von Albert Wesker dürfen Nostalgiker per Knopfdruck die komplette Soundkulisse gegen den originalen 1998er Synthie-Soundtrack austauschen. Dieser harte Synthie-Schlag verleiht den finsteren Gängen des Polizeireviers eine völlig andere, fast schon klaustrophobische Wucht.

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Dennoch geht der Horror-Trip nicht ohne Narben an den Spielern vorüber, wenn der Blick auf das darauffolgende Kapitel fällt. Resident Evil 3 spaltet die Fangemeinde bis heute, weil die Entwickler den legendären Söldner-Modus strichen und bekannte Schauplätze wie den Uhrturm radikal eindampften. Trotz dieser Kürzungen zünden die temporeichen Nemesis-Begegnungen im Handheld-Betrieb hervorragend, da die knappen Ausweichfenster bei stabiler Bildrate genau die Reaktionsschärfe einfordern, die auf der alten Hardware schlicht unmöglich war.

Separate Ways und der Schusswaffen-Tanz im Hinterland

Mit dem vierten Serienteil rollt schließlich das erfolgreichste Remake aller Zeiten an, das auf Nintendos neuem System als vollwertige Gold Edition aufschlägt. Statt eines trägen Schusswechsels dominiert hier die aggressive Nahkampf-Physik: Wenn Leon einem heranstürmenden Kultisten ins Knie feuert, ihn mit einem wuchtigen Roundhouse-Kick in die Menge schleudert und danach blitzschnell das Parierfenster mit dem Kampfmesser trifft, greift jedes Gameplay-Rädchen perfekt ineinander.

Die wahre Substanz dieser Edition entfaltet sich jedoch abseits von Leons Rettungsmission. Das mitgelieferte Add-on Separate Ways degradiert Ada Wongs Einsatz keineswegs zu einer billigen Bonus-Dreingabe, sondern krempelt die bekannten Spielgebiete durch den Einsatz ihrer Greifhaken-Pistole dynamisch um. Vertikale Kletter-Manöver eröffnen völlig neue Schusswinkel, während eigene Bosskämpfe das Pacing derart straff ziehen, dass der DLC manchem regulären Vollpreistitel mühelos den Rang abläuft.

Capcom versteht es meisterhaft, die eigene Katalog-Bibliothek bis zum letzten Tropfen zu monetarisieren, ohne die spielerische Qualität aus den Augen zu verlieren. Der Branchen-Tenor fasst diesen unermüdlichen Tatendrang treffend zusammen:

„Niemand soll behaupten, dass Capcom nicht versuchen würde, seine Spiele auf jede erdenkliche Plattform zu bringen – allen voran Resident Evil.“

Reine Download-Kost als Wegbereiter für das nächste Großprojekt

Diese Veröffentlichungsflut fügt sich nahtlos in Capcoms großangelegten Horror-Vorstoß auf Nintendos Konsole ein, hinterlässt bei traditionsbewussten Sammlern aber einen spürbaren Dämpfer. Sämtliche drei Remakes erscheinen am 16. Oktober 2026 ausschließlich über den Nintendo eShop.

Ein Modul im Regal gibt es nicht.

Wer die Speicherkarte seiner Switch 2 mit Raccoon City vollpackt, muss gigantische Datenberge einkalkulieren, erhält im Gegenzug aber die technisch sauberste Art, diese Meilensteine unterwegs zu erleben. Strategisch dient dieser Veröffentlichungs-Herbst vor allem einem Zweck: Capcom will das Fundament festzurren, bevor 2027 das heiß gehandelte Resident Evil Veronica Remake den nächsten weltweiten Hype entfacht. Bis Claire Redfield auf Rockfort Island erwacht, bleibt die Remake-Trilogie das perfekte Trainingslager für stahlharte Nerven.

TAGGED:Resident EvilResident Evil 2

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vonMichael Stadlbauer
Gaming befindet sich in einem ständigen Wandel, und ich bin hier, um ihn einzuordnen. Bei pixelcritics.com hinterfrage ich Trends, analysiere Design-Entscheidungen und suche das Besondere in der Flut an Neuerscheinungen. Meine Vorliebe gilt dabei oft dem Unkonventionellen: Wenn ein Spiel abseits ausgetretener Pfade neue narrative oder spielerische Wege geht, hat es meine volle Aufmerksamkeit.
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