Far Cry 7 wird einem neuen Leak zufolge zum Extraction-Shooter mit 72 Stunden Zeitlimit. Was der bekannte Ubisoft-Dataminer RogueTx da auf X geteilt hat, klingt nach dem radikalsten Serienbruch seit Far Cry 2. Ein „High-Stakes-PvEvP“-Spiel, in dem Spieler Beute sammeln, gegen andere Überlebende kämpfen und sich rechtzeitig in Sicherheit bringen müssen. Der Hauptantagonist ist ein Kult namens „Sons of Truth“, die Story dreht sich um die Rettung von sechs Familienmitgliedern. Wer jetzt denkt „Das klingt eher nach Escape from Tarkov als nach Far Cry“ – liegt damit gar nicht so falsch. Und genau da fangen die Fragen an – denn ein Extraction-Shooter mit Zeitdruck ist das Gegenteil von dem, was die Serie groß gemacht hat.
Der Leak, der alles zusammenbringt – was RogueTx über Far Cry 7 verrät
RogueTx hat in den letzten Monaten mehrfach Details zu Far Cry 7 geteilt, aber dieser Post fasst erstmals ein kohärentes Bild zusammen. Das Spiel spielt in Alaska, die Zeit läuft – und diesmal nicht nur im übertragenen Sinne.
72 Stunden haben Spieler Zeit, um sechs Familienmitglieder aus den Fängen des „Sons of Truth“-Kults zu befreien. Verpasst man das Limit, setzt das Spiel zurück. Dazu kommen Waffen-Haltbarkeit, Safe Houses für die Ausrüstungspflege und eine offene Map voller Grizzlybären, Wölfe und Füchse.
Extraction statt Open World – warum dieser Serienbruch riskant ist
Das klingt nach allem, was Far Cry nicht war. Statt befreundeten Funkern und bunten Nebenmissionen: ein knallharter Survival-Loop. Statt einem Diktator in der Sonne: ein Kult in der Kälte.
Die Parallelen zu aktuellen Extraction-Shootern sind offensichtlich. PvEvP bedeutet, dass nicht nur die KI, sondern auch andere Spieler zur Bedrohung werden. Ubisoft setzt hier auf ein Genre, das boomt – aber auch eines, das eine spezifische Spieler-Community braucht. Wie wir in unserem Blick auf Escape from Tarkovs 2026er-Roadmap gezeigt haben, setzt der Genre-Primus auf immer komplexere Mechaniken – ein hoher Einstieg für eine Massenmarkt-Serie wie Far Cry.
Ob die klassische Far Cry Fangemeinde diesen Schritt mitgeht, ist fraglich. Interessant ist die Dynamik zwischen den zwei parallel entwickelten Projekten. Während Maverick (Codename für Far Cry 7) auf Extraction und Multiplayer setzt, soll Blackbird eine klassische Story-Kampagne bieten. Ubisoft scheint die Serie zweigleisig fahren zu wollen – das erinnert an die Struktur der neu geschaffenen Creative Houses.
„Going through hell“ – was die Entwicklungskrise für Far Cry 7 bedeutet
Tom Henderson von Insider Gaming beschrieb den Entwicklungsstand von Far Cry 7 im April als „going through hell and back right now“. Wie Tweaktown unter Berufung auf Hendersons Aussagen im Insider-Gaming-Podcast berichtet, soll das Projekt intern schwere Probleme haben.
Das passt ins Bild: Ubisoft durchläuft die schwerste Krise der Unternehmensgeschichte. Allein in Barcelona verloren 28 Prozent der Belegschaft ihre Jobs. Unser Bericht zu den sechs Streiktagen in Barcelona zeigt: Der Verlust für das Geschäftsjahr liegt bei 1,3 Milliarden Euro, die Net Bookings brachen um 17,4 Prozent ein.
Dass ausgerechnet in diesem Umfeld ein so radikaler Serienwechsel stattfinden soll, wirft Fragen auf. Sind die Extraction-Mechaniken eine Folge der Krise – ein verzweifelter Versuch, ein angeschlagenes Franchise an aktuelle Trends anzupassen? Oder steckt ein durchdachter Plan dahinter, die Serie langfristig neu aufzustellen?
Zwei Projekte, eine Zukunft – was Maverick und Blackbird für die Serie bedeuten
CEO Yves Guillemot sprach Anfang des Jahres von „zwei sehr vielversprechenden Projekten“ für die Far Cry- Reihe. Maverick und Blackbird sollen die Serie in zwei unterschiedliche Richtungen entwickeln.
Wie in unserem Bericht zum neuen Ubisoft Creative House Chef Christoph Hartmann nachzulesen ist, bündelt Vantage Studios künftig Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six unter einem Dach. Parallel dazu betreut ein weiteres Creative House kompetitive Shooter wie Ghost Recon und Splinter Cell. Ein anonymer Ubisoft-Mitarbeiter sieht trotz allem Hoffnung – vorausgesetzt, die neue Struktur hält, was sie verspricht.
Ob das aufgeht, ist offen – aber es zeigt zumindest, dass Ubisoft erkannt hat, dass die Serie nach dem durchwachsenen Far Cry 6 eine Richtungsentscheidung braucht. Bis es offizielle Infos gibt, bleibt der Leak spekulativ. Aber eins ist klar: Far Cry 7 wird nicht das Spiel, das Far Cry Fans erwarten – egal ob es Maverick oder Blackbird wird.