Assassin’s Creed Valhalla bekommt am 5. November 2026 ein kostenloses Riesen-Update spendiert, das die wohl hartnäckigste Absage der jüngeren Seriengeschichte kassiert. Fast sechs Jahre nach dem ursprünglichen Release schiebt Ubisoft endlich das von der Community erbittert geforderte New Game Plus nach. Neben dem zweiten Durchlauf mit vollem Arsenal schraubt der Patch an der Ausrüstungs-Progression, führt göttliche Upgrades via Mithril ein und spendiert Beutejägern eine frische Stufe für den endlosen England-Feldzug.
Göttliche Beute für einen sechs Jahre alten Raubzug
Ubisoft liefert das Feature nach, das den Entwicklern damals angeblich das gesamte Programmgerüst gesprengt hätte. Als das Team den Support für Valhalla Ende 2022 für beendet erklärte, hieß es noch lapidar, die verschachtelte Struktur der Spielwelt mache einen zweiten Durchgang technisch schlicht unmöglich. Vier Jahre später scheint dieses unüberwindbare Hindernis plötzlich wie weggeblasen. Wer die epische Reise durch das frühmittelalterliche England erneut antreten will, darf seine mühsam erspielte Ausrüstung, kosmetische Gegenstände und gesammelte Fähigkeiten nun doch in ein frisches Abenteuer mitnehmen.
Damit der zweite Durchmarsch nicht zum reinen Spaziergang verkommt, koppelt das Update die Charakterentwicklung an ein neues System. Ein optionaler Progressionsmodus sorgt dafür, dass gefundene Waffen, Rüstungsteile, Runen und freigeschaltete Meisterschaften direkt auf Eivors Gesamtmacht einzahlen. Wie die Entwickler in einem offiziellen Steam-Beitrag klarstellen, soll diese Mechanik für spürbar mehr Feinschliff im Endgame sorgen.
Dazu passt auch die Einführung von Mithril als frischer Währung für Perfektionisten. Der seltene Rohstoff erlaubt es, sämtliche Ausrüstungsgegenstände auf eine neue göttliche Qualitätsstufe zu hieven und die Wirkung eingesetzter Runen weiter in die Höhe zu treiben. Damit schlägt Ubisoft einen ähnlichen Pfad ein wie beim Piraten-Remake, dem das Team kürzlich ebenfalls ein New Game Plus spendiert hat.
Am Ende siegt eben doch die blanke Spielerbindung über alte Ausreden.
Mehr Stauraum und eine Verbeugung vor Japan
Die Ausrüstungsjagd verlangte der Community schon immer eine gehörige Portion Geduld und jede Menge Inventar-Disziplin ab. Mit dem kommenden Patch zieht endlich das lang ersehnte Lagersystem in die Langhäuser ein. Überzählige Rüstungssets, Waffen und Beutestücke lassen sich künftig bequem in einer Truhe verstauen, statt die Übersicht in den Ausrüstungsmenüs dauerhaft zu verstopfen. Wer Hunderte Spielstunden in Flüssen und Klöstern verbracht hat, dürfte diesen Komfortgewinn sofort spüren.
Passend zum aufgeräumten Inventar reicht Ubisoft neue Runen und frische Erfolge nach, die erfahrene Recken zurück an die Konsolen locken sollen. Als optischer Höhepunkt winkt dabei eine exklusive Meisterassassinen-Kluft. Das Gewand orientiert sich eins zu eins am Look von Shinobi-Kämpferin Naoe aus Assassin’s Creed Shadows und spannt eine direkte Brücke zum jüngsten Serienausflug. Ein netter Service für Fans, der die unterschiedlichen Epochen der Reihe zumindest im Kleiderschrank miteinander verschmelzen lässt.
Die Rückkehr des Architekten in stürmischen Zeiten
Solche optischen Verbeugungen können allerdings kaum darüber hinwegtäuschen, wie überraschend dieser späte Inhaltsschub für einen Titel aus dem Jahr 2020 tatsächlich ist. Valhalla war der Vorreiter der Reihe auf PS5 und Xbox Series X/S, flankiert von Versionen für PS4, Xbox One und PC. Nach den gewaltigen Erweiterungen um die Druiden, Paris und Ragnarök sowie dem kostenlosen Ausflug Forgotten Saga schien die Geschichte längst auserzählt. Dieses späte Aufpolieren des Rollenspiels fügt sich nahtlos in die aktuellen wirtschaftlichen Turbulenzen bei Ubisoft ein.
Denn hinter den Kulissen vollzieht der Konzern zeitgleich eine bemerkenswerte personelle Kehrtwende. Eric Baptizat kehrt nach einem erfolgreichen Zwischenstopp bei EA Motive, wo er als leitender Kopf das gefeierte Remake von Dead Space verantwortete, zurück zu seinem langjährigen Arbeitgeber. Ab sofort übernimmt er als übergeordneter Game Director die Führung für die gesamte Marke Assassin’s Creed. Baptizat prägte die Reihe bereits über 16 Jahre hinweg maßgeblich und trug als Game Director die Hauptverantwortung für Valhalla selbst.
Dementsprechend euphorisch fällt die Begrüßung durch Jean Guesdon aus, den inhaltlichen Kopf der gesamten Marke. „Eric braucht in diesem Universum keine Vorstellung mehr. Seine Leidenschaft für das Gameplay-Handwerk und seine tiefe Verbindung zu dieser Reihe sprechen für sich“, betont Guesdon in seiner Stellungnahme. „Ihn mit seiner Expertise, seiner Härte und seinem Teamgeist in dieser Rolle zu sehen, erfüllt mich mit Zuversicht und ehrlich gesagt mit jeder Menge Vorfreude auf das, was der Marke bevorsteht.“
Die Marschrichtung für die Zukunft ist damit abgesteckt. Während Ubisoft die kommenden Großprojekte sortiert, dient das späte Valhalla-Update als willkommener Treibstoff für treue Fans. Es ist der Beweis, dass der Publisher seine etablierten Marken als lebendige Service-Riesen begreift, die selbst nach Jahren noch Ertrag abwerfen können. Wer Eivors Axt schon eingemottet hatte, bekommt am 5. November einen verdammt guten Grund geliefert, die Beutezüge durch England noch einmal ganz von vorn zu beginnen.