Die Gaming-Industrie hat 2025 erstmals die 200 Milliarden Dollar Marke geknackt – und trotzdem läuft längst nicht alles rund. Newzoos aktueller Global Games Market Report zeigt einen Markt, der auf den ersten Blick gesünder ist denn je. Aber der Teufel steckt wie immer in den Details: Während der PC auf Rekordjagd geht, kämpfen Konsolen mit Mini-Wachstum – und das alles vor dem Hintergrund einer Branche, die gleichzeitig Massenentlassungen und explodierende Hardware-Preise verkraften muss.
200 Milliarden? Ja, aber nicht für alle gleich
Die nackten Zahlen lesen sich wie eine Erfolgsgeschichte: 201,6 Milliarden Dollar hat der globale Spielemarkt 2025 umgesetzt – ein Plus von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum ersten Mal überhaupt liegt die Latte damit jenseits der 200 Milliarden Schwelle. Der PC Gamer Bericht fasst die wichtigsten Erkenntnisse des Marktforschers zusammen – und die zeigen vor allem eins: Der PC war der Treiber.
Mit 43,6 Milliarden Dollar verbuchte die Plattform ein Plus von satten 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Newzoo spricht vom „stärksten jemals gemessenen Wachstum“ für PC. Der Mix aus Vollpreis-Titeln wie Battlefield 6, gefeierten Indie-Hits wie Clair Obscur und den unverwüstlichen Mikrotransaktions-Maschinen wie Roblox hat die Plattform auf Rekordkurs gebracht. Das bestätigt auch der Capcom CEO, der den PC zur weltweit führenden Plattform erklärt hat.
Die Konsole kommt mit 44,7 Milliarden Dollar zwar auf etwas mehr Umsatz, aber nur auf müde 2,8 Prozent Wachstum. Mobile ist mit 113,3 Milliarden Dollar die unangefochtene Umsatz-Königin, aber auch hier legt der PC prozentual stärker zu.
Die Schattenseiten des Rekords: RAM-Krise und Job-Blutung
So beeindruckend die Zahlen sind – sie kaschieren ein Branchen-Paradoxon. Während die Kassen klingeln, baut die Industrie massiv Stellen ab, und die RAM-Krise treibt die Hardware-Preise in die Höhe. Schon im PC Gamer-Artikel wird die Situation auf den Punkt gebracht: „skyrocketing hardware prices we’re calling the RAMpocalypse“. Wer sich einen neuen Gaming-PC zusammenstellen will, zahlt für RAM aktuell Preise, die noch vor zwei Jahren undenkbar schienen.
Das trifft vor allem den PC-Markt, der sonst für seine Aufrüstbarkeit und Preisflexibilität geliebt wird. Die RAM-Preise könnten laut Micron-Prognosen bis 2027 hoch bleiben – ein Dämpfer für eine Plattform, die gerade ihr stärkstes Wachstum feiert.
China, GTA 6 und was 2026 bringen wird
Newzoo erwartet, dass 2026 nicht ganz so stark wird wie 2025 – zumindest für den PC. Allerdings gibt es einen Gamechanger, der alles über den Haufen werfen könnte: GTA 6. Marktanalyst Michiel Buijsman bezeichnet den Rockstar-Titel als „prägenden kommerziellen Katalysator“ für 2026. Die Games.gg Analyse bestätigt diese Einschätzung. GTA 6 könnte die gesamte Branche für ein Jahr aus dem Tritt bringen – nicht nur wegen der eigenen gigantischen Verkaufszahlen, sondern weil Publisher ihre Releases drumherum planen. Die GTA 6 Verschiebung auf November 2026 hat bereits die ersten Wellen geschlagen.
Ein weiterer Wachstumstreiber, der im Report nur am Rande erwähnt wird, ist der chinesische Markt. Die China Steam Daten zeigen: 42 Prozent aller Steam-Käufe von Death Stranding 2 kamen aus China. Ein Markt, der auch 2026 weiter an Bedeutung gewinnen wird – und den Sony mit seinem Rückzug von PC-Portierungen mutwillig ignoriert.
Was die Zahlen für PC-Spieler wirklich bedeuten
Der Newzoo PC Wachstumsbericht zeigt eines klar: Der PC ist die dynamischste Plattform der Branche. 12 Prozent Wachstum sind ein Statement – vor allem gegen die Konsole, die bei 2,8 Prozent dümpelt. Publisher wie Capcom haben die Zeichen der Zeit erkannt und setzen den PC als prioritäre Plattform.
Aber die Kehrseite ist real: Die RAM-Krise, die Konsolidierungswelle mit tausenden Entlassungen und die Unsicherheit um GTA 6 als Release-Zyklus-Diktator machen den Markt komplexer, als es die Umsatzzahlen vermuten lassen. Newzoos Report liefert die Daten – die Interpretation müssen wir selbst leisten.
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