Es gibt diesen Moment in der Halo-Geschichte, der sich für eine ganze Generation von Spielern ins Gedächtnis gebrannt hat: die erste Landung auf Alpha Halo, der Blick über den Ring, das Gefühl, etwas völlig Neues zu betreten. Heute, 25 Jahre später, kann man diesen Moment wieder erleben. Halo Studios hat den Vorabzugang für die Premium Edition freigeschaltet, und der Launch-Trailer zeigt die überarbeiteten Zwischensequenzen in der Unreal Engine 5 – inklusive 42 Skulls, drei neuer Missionen und einem Koop-Modus, der die Kampagne komplett neu erlebbar macht.
Was die Premium Edition freischaltet
Ab sofort ist es so weit: Wer die Premium Edition für 79,99 Euro oder die Collector’s Edition für 199,99 Euro vorbestellt hat, darf den Master Chief auf Alpha Halo steuern – wenige Tage bevor der offizielle Launch am 28. Juli die Tore für alle öffnet. Die Standard Edition für 59,99 Euro bleibt bis dahin zugeklappt, und Game Pass Abonnenten müssen sich ebenfalls gedulden, obwohl der Titel am Launch-Tag direkt im Abo enthalten ist.
Was die Premium Edition drauflegt, hat Halo Studios im Detail aufgeschlüsselt. Neben dem Fünf-Tage-Vorsprung gibt es das Alpha Halo Armory Pack mit fünf Rüstungs- und sechs Waffenskins, eine digitale Story- und Art-Collection inklusive einer neuen Kurzgeschichte von Sci-Fi-Autor Troy Denning – der auch die neuen Missionen geschrieben hat – und ein digitales Game Manual im Stil des Originals von 2001. Wer heute vorbestellt, bekommt dazu das Foundry Armory Pack mit dem klassischen Mark-V-Rüstungsdesign obendrauf. Wir hatten vor einigen Wochen bereits die Details zu den Editionen und den drei neuen Prequel-Missionen zusammengefasst – die Preise und Pakete sind unverändert geblieben.
42 Skulls, LASO und ein Remix – der volle Umfang
Das Herzstück von Campaign Evolved sind 13 Missionen: zehn aus dem Original, drei brandneue unter dem Titel Operation: METEORITE, die ein Jahr vor Combat Evolved spielen und den Master Chief zusammen mit Sergeant Johnson auf ein Covenant-Forschungsschiff schicken. Der Story-Bogen wurde von Troy Denning entwickelt, der die Halo-Romanreihe maßgeblich geprägt hat, und bietet neue Gegnervarianten wie den Brute Berserker sowie Schauplätze im Weltraum.
Darüber hinaus haben die Entwickler richtig ausgespielt. 42 Skulls stehen zur Verfügung, um die Kampagne radikal zu verbiegen – von der Third-Person-Perspektive über den Acrophobia-Flug-Skull bis hin zu Blind, der das gesamte HUD ausblendet. LASO kehrt zurück, aber Halo Studios hat den Modus kuratiert: Aus 42 Skulls wurden 17 ausgewählt, die sich nicht gegenseitig neutralisieren. Wir haben die komplette LASO-Detailanalyse letzte Woche veröffentlicht – inklusive der Liste aller aktiven Skulls und der Begründung, warum Grunt Birthday Party draußen bleibt.
Dazu kommt der Campaign Remix, der bestehende Missionen mit neuen Gegnerfraktionen, veränderten Waffenverteilungen und anderen Überraschungen überzieht. Flood-Formen auf The Silent Cartographer, Brutes in den engen Korridoren von Assault on the Control Room – das klingt nach genau der kreativen Sandkiste, die Halo von seinen Mitbewerbern unterscheidet. Splitscreen-Koop für zwei Spieler, Online-Koop für bis zu vier, plattformübergreifend zwischen Xbox, PC und PS5, plus Cross-Progression.
Was der Launch-Trailer verrät (und was nicht)
Der Launch-Trailer zeigt klassische Trailer-Kost: überarbeitete Zwischensequenzen in der Unreal Engine 5, den Master Chief im Gefecht gegen Elites und Grunts, dazu die ikonischen Klänge des Originals. Ein Hingucker – aber wer die 28 Minuten Gameplay aus dem Juni gesehen hat, weiß, dass der Trailer vor allem eines macht: Stimmung verbreiten.
Was er nicht zeigt: die umstrittenen Änderungen, die Shacknews in ihrem Preview kritisiert hat. Die geschrumpften Räume, die begradigten Korridore, das neue HUD mit Wegweisern und Cortana-Kommentaren, die erklären, was ohnehin sichtbar ist. Der Trailer poliert die Fassade, während die Diskussion um die Substanz längst läuft. Das ist kein Vorwurf – das ist die Aufgabe eines Launch-Trailers. Wer sich ein Bild von den tatsächlichen Gameplay-Entscheidungen machen will, muss die Preview-Berichte lesen oder ab dem 28. Juli selbst spielen.
Technisch liefert der Trailer trotzdem einen Vorgeschmack auf das, was auf Xbox Series X, PS5 und PC wartet. Die PS5 Pro bekommt via PSSR eine hochskalierte 4K-Auflösung, während beide Konsolen zwischen einem 30-fps-Quality-Modus und einem butterweichen 60-fps-Performance-Modus wechseln.
Zwischen Nostalgie und Kritik: wo das Remake steht
Halo: Campaign Evolved kommt mit enormem Erwartungsdruck – und die Shacknews-Kritik hat genau die Punkte adressiert, die Hardcore-Fans umtreiben: Sind die überarbeiteten Level noch Combat Evolved? Fühlt sich der Sprint in den geschrumpften Räumen richtig an? Dass der Titel in Europa die Vorbestell-Charts anführt, spricht für das Vertrauen der Community – aber Vertrauen ist kein Gameplay.
Positiv: Die technische Basis stimmt. Das UE5-Remake läuft auf dem Steam Deck mit Höchstbewertung, die Physik-Engine behält den klassischen Halo-Feel mit Gepäckträger-Katapulten und Fahrzeug-Abschüssen. Der Machinima-Modus – frei fliegende Kamera, Waffen senken, Freecam-Steuerung – ist ein Geschenk an die Content-Creator-Szene, die seit Red vs. Blue auf genau solche Werkzeuge wartet. Halo Studios hat außerdem bestätigt, dass die Disc in der Box liegt – ein Statement gegen den aktuellen Trend digitaler Download-Codes.
Negativ: Die Frage, ob das Remake den Geist des Originals einfängt oder nur seine Hülle trägt, wird sich erst nach dem Launch am 28. Juli endgültig beantworten. Die Shacknews-Kritik wiegt schwer, weil sie von einem bekennenden Halo-Fan stammt, der genau das vermisst, was das Original ausmachte: die Weite der Räume, die Notwendigkeit, Ecken zu peeken, das Fehlen von Wegweisern. Ob Halo Studios die richtige Balance zwischen Modernisierung und Respekt gefunden hat, ist am Ende eine Frage des persönlichen Geschmacks – und die LASO-Herausforderung werden wir in den kommenden Tagen ausführlich testen.
