Xbox-CEO Asha Sharma hat bei einem Studiobesuch eine frühe Version von The Elder Scrolls 6 gespielt und den aus acht Buchstaben bestehenden Untertitel des Rollenspiels angeteasert. Dieser PR-Vorstoß wird jedoch von heftigen Protesten überschattet, da die Gewerkschaft CWA zeitgleich mit einer riesigen aufblasbaren Ratte und 800 roten Flaggen gegen die massiven Entlassungen bei Bethesda demonstriert. Während das Management beteuert, die Entlassungswelle gefährde den Release nicht, wächst in der verbliebenen Belegschaft die konkrete Angst vor einer erdrückenden Crunch-Phase.
Ein achtstelliger Untertitel lässt die Tamriel-Community spekulieren
Asha Sharma nutzte ihren Besuch in Maryland, um über ihre Social-Media-Kanäle die ersten Eindrücke aus dem kommenden Fantasy-Epos zu teilen. Die Xbox-Chefin betonte, der Maßstab und die Erhabenheit des Spiels seien schlichtweg unglaublich, während die erzählte Geschichte die der Vorgänger noch einmal übertreffen soll. Bethesda Game Studios bestätigte die Anspiel-Session kurz darauf in einem offiziellen Statement und bedankte sich für den Besuch. Der interessanteste Aspekt für die Community verbarg sich jedoch in acht unscheinbaren Sternchen: Das Studio zensierte den Untertitel des Spiels exakt in dieser Länge.
Da Titel wie Arena, Daggerfall oder Oblivion beweisen, dass die Serie nicht zwingend Regionen als Namensgeber verwendet – anders als noch bei Morrowind oder Skyrim –, schießen die Theorien ins Kraut. Die Fans spekulieren intensiv darüber, dass The Elder Scrolls 6 möglicherweise nach einer einzelnen Großstadt oder einer dominanten Fraktion benannt sein könnte. Auf Plattformen wie Reddit kursieren bereits Namen wie Sentinel, Balfiera, Wrothgar oder Orsinium, die alle exakt in das achtbuchstabige Raster passen würden und primär in den unerschlossenen Regionen Hammerfell und High Rock verortet sind.
800 rote Flaggen und die Streik-Ratte Scabby vor dem Büro
Der demonstrative Fokus auf den wichtigsten kommenden Blockbuster kann den tiefen Riss innerhalb der Belegschaft jedoch nicht kitten. Pünktlich zur Ankunft der Xbox-Führung formierte sich vor dem Hauptquartier von Bethesda in Maryland ein massiver Protest. Mitglieder der CWA-Gewerkschaft (Communications Workers of America) positionierten eine gewaltige, aufblasbare Ratte namens „Scabby“ direkt vor den Bürotoren. Dieses etablierte gewerkschaftliche Streiksymbol wurde auf dem Rasen von exakt 800 leuchtend roten Flaggen flankiert.
Jede einzelne dieser Flaggen repräsentiert einen Mitarbeiter, der den Entlassungen der Xbox-Sparte im vergangenen Juli zum Opfer gefallen ist. Die Gewerkschaftsmitglieder und Angestellten werfen dem Konzern vor, den PR-Auftritt von Asha Sharma gezielt als Ablenkungsmanöver für die strukturellen Einschnitte zu instrumentalisieren. Von den Kündigungen waren diverse Teams unter dem Bethesda-Banner, insbesondere die Bethesda Game Studios und ZeniMax Online Studios, extrem hart getroffen worden. Der Kontrast zwischen der Jubel-Rhetorik in den sozialen Medien und dem existenziellen Kampf um Arbeitsplätze auf dem Rasen davor spiegelt die aktuelle Zerrissenheit der Spieleindustrie drastisch wider.
Management verspricht Planmäßigkeit, Entwickler fürchten Crunch
Trotz des massiven Aderlasses an Personal beharrt die Unternehmensführung darauf, dass die interne Roadmap intakt bleibe. In einer begleitenden Stellungnahme erklärte Bethesda Game Studios, The Elder Scrolls 6 sei der absolute primäre Entwicklungsfokus des Hauses. Das Studio sei sich der Verantwortung bewusst – immerhin spiele die Community auch 15 Jahre nach Release noch das über 65 Millionen Mal verkaufte Skyrim.
Interne Stimmen zeichnen jedoch ein weitaus düstereres Bild der Produktionsrealität. Wie aus dem Umfeld der Protestierenden hervorgeht, herrscht unter den verbliebenen Entwicklern die konkrete Sorge, dass die fehlende Arbeitskraft unweigerlich zu massiven Verzögerungen oder einer toxischen Crunch-Phase führen wird. Sollte das Kernteam diese Belastungsprobe überstehen, steht der nächste Kraftakt bereits fest. Zukünftig soll die Fallout-Marke wieder das Zentrum der RPG-Entwicklung bilden. Entsprechende Pläne für Remaster von Fallout 3 und New Vegas sowie ein nicht näher benanntes Gemeinschaftsprojekt mit Obsidian Entertainment sind intern bereits beschlossene Sache.