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The Elder Scrolls 6: Art
Games

The Elder Scrolls 6 nach den Entlassungen: Wie realistisch ist Bethesdas „Roadmap intakt“-Statement?

Bethesda versichert, die Entlassungen hätten die Roadmap von The Elder Scrolls 6 nicht beeinflusst. Zeitgleich berichten Mitarbeiter von 50+ entlassenen Entwicklern, die an proprietären Tools arbeiteten – und warnen vor Crunch und Verzögerungen. Die Lücke zwischen PR und Realität wird immer größer.

Alexander Liebe
von Alexander Liebe
25.07.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Bethesda sagt, der Fahrplan steht. Die Leute, die ihn erarbeiten, sind weg. Beides ist innerhalb derselben Woche passiert. Auf die direkte Frage von YouTuber MrMattyPlays, ob die jüngsten Entlassungen bei Bethesda Game Studios den Zeitplan von The Elder Scrolls 6 beeinflusst haben, kam die Antwort prompt und knapp: „Nein, der Fahrplan ist nicht betroffen.“ Gleichzeitig berichten aktuelle und ehemalige Mitarbeiter von mehr als 50 entlassenen Entwicklern aus dem TES6-Team – darunter Programmierer, Artists und Designer, die seit Jahren an der Open World Engine arbeiten. Microsofts Xbox-Sparte hat seit Anfang Juli eine neue Entlassungswelle durchgezogen, die ZeniMax Online mit 213 gestrichenen Stellen traf und auch bei den Bethesda Game Studios tiefe Spuren hinterlassen hat.

Das steckt im Artikel
  • Fünfzig erfahrene Leute weniger – und nichts hat sich geändert?
  • Die Mechanik des Schadens: Warum Bethesdas proprietäre Tools das Problem sind
  • Ein vertrautes Muster: Ankündigen, beruhigen, abbauen
  • Was jetzt zählt

Fünfzig erfahrene Leute weniger – und nichts hat sich geändert?

Die Lücke zwischen Bethesdas Statement und dem, was im Studio passiert, ist schwer zu übersehen. Ein Mitarbeiter beschrieb die Entlassenen als „zentrale, leistungsstarke Leute an der Front – aus jeder Disziplin: Programmierer, Artists, Designer“. Also genau die Profile, die ein Open World Rollenspiel in dieser Größenordnung über Jahre zusammenhalten. Dass ein Team 50 erfahrene Köpfe verliert und der Fahrplan „nicht betroffen“ sein soll, klingt weniger nach Realitätssinn als nach Pressesprecher-Reflex.

Dasselbe Muster kannten wir schon im Juni: Matt Booty, Chief Content Officer bei Xbox, sprach im Variety-Interview davon, er habe TES6 bei Todd Howard gesehen, es sehe „fantastisch“ aus und komme „gut voran“. Ein Satz, der jedes Projekt in jeder Phase beschreiben könnte – und null darüber verrät, wie es nach dem Verlust von Dutzenden Entwicklern tatsächlich aussieht.

Die Mechanik des Schadens: Warum Bethesdas proprietäre Tools das Problem sind

Besonders aufschlussreich ist, was ein aktueller Mitarbeiter hinter den Kulissen befürchtet. „Sie werden Leute einstellen, um sie zu ersetzen – aber diese Leute müssen eingearbeitet werden. Unsere Tools sind proprietär, andere Entwickler werden nicht wissen, wie sie funktionieren. Das führt zu Verzögerungen, und wir werden Crunch schieben, um die Zeit aufzuholen.“ Das ist kein allgemeines Jammern – das ist eine präzise Kausalkette. Todd Howard selbst hat erklärt, dass das Studio bewusst langsam wächst, weil die interne Kultur und die hauseigenen Tools schwer zu skalieren sind. Genau dieser Vorteil – Stabilität durch erfahrene Leute – wird jetzt systematisch abgebaut.

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Die Creation Engine 3, auf der TES6 läuft, ist eine Weiterentwicklung der Technologie, die Starfield angetrieben hat. Wer Starfield gespielt hat, erinnert sich an die Kritik: Ladebildschirme, hölzerne Animationen, sterile Erkundung. Neue Entwickler, die diese Engine lernen müssen, während das Studio parallel Crunch fährt – das klingt nicht nach dem soliden Fundament, das ein Spiel braucht, das laut Jason Schreier noch mindestens zwei Jahre entfernt ist.

Ein vertrautes Muster: Ankündigen, beruhigen, abbauen

Bethesdas Kommunikationsstrategie folgt einem Drehbuch, das wir in den letzten Monaten mehrfach gesehen haben. Kürzlich kündigte das Studio Fallout 5, ein Fallout 3 Remaster und ein neues Fallout mit Obsidian an – am selben Tag, an dem Microsoft die Entlassungswelle vorbereitete. Zwei Wochen später waren mehr als 213 ZeniMax-Mitarbeiter gegangen. Die Fallout-Ankündigungen am Morgen, die Kündigungen am Abend – das ist kein Zufall, das ist ein Muster.

Auch jetzt: Am 24. Juli kam die beruhigende Nachricht über MrMattyPlays, der Fahrplan stehe. Ein Statement, das genau eine Funktion hat: Der Aktie, den Fans, der Öffentlichkeit signalisieren – alles unter Kontrolle. Nur dass zeitgleich ehemalige Mitarbeiter von „erschütterndem Verlust institutionellen Wissens“ sprechen und ein aktueller Mitarbeiter voraussagt, dass genau dieser Verlust das Spiel verzögern wird. Beides kann nicht zugleich stimmen.

Was jetzt zählt

Die Frage ist nicht, ob Bethesda lügt. Die Frage ist, wem man glaubt: Der PR-Abteilung, die einen Fahrplan verteidigt, den sie vor einer Woche noch plausibel fand? Oder den Leuten, die genau diesen Fahrplan erarbeitet haben und jetzt gehen mussten? Jason Schreiers Einschätzung, dass TES6 noch mindestens zwei Jahre entfernt ist, war schon vor den Entlassungen die realistischste Timeline.

Dass Xbox-Chefin Asha Sharma nun massiv Geld in die Kernmarken pumpt, während gleichzeitig die Leute gefeuert werden, die diese Marken bauen – das ist der Widerspruch, an dem sich die Zukunft von The Elder Scrolls 6 entscheiden wird. 15 Jahre nach Skyrim. Acht Jahre nach dem Teaser. Und kein Ende in Sicht.

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vonAlexander Liebe
Seitdem ich zum ersten Mal einen Controller in der Hand hielt wusste ich, dass dies eine Freundschaft fürs Leben wird. Bis heute ist der digitale Sport für mich fixer Bestandteil meiner Freizeit. Mit AustriaGaming ist er sogar zum Teil zur Berufung geworden. Favorisierte Spiele sind für mich aus dem Genre Horror, SciFi und RPG mit viel geschichtlichem Tiefgang. Gerade innovative und alternative Games ziehen mich öfters in den Bann.
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