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Games

Keine Ausreden mehr für Platin: Control Resonant belohnt Spielfreude statt sturem Frust-Grind

Das anstehende Action-Highlight greift gestressten Spielern künftig massiv unter die Arme, ohne wie sonst üblich die pädagogische Strafkeule zu schwingen. Wer brenzlige Situationen lieber nach eigenen Regeln meistert, sichert sich die totale Narrenfreiheit und diktiert dem Gefecht den Rhythmus.

Michael Stadlbauer
von Michael Stadlbauer
12.09.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Remedy Entertainment bricht für Control Resonant mit einer ungeschriebenen Branchen-Regel und koppelt den neu vorgestellten Assist-Modus vollständig von allen Erfolgen ab. Statt Spieler für aktivierte Hilfen mit gesperrten Trophäen abzustrafen, schalten die finnischen Entwickler sämtliche Stellschrauben für Reaktionsfenster, Gegnerstärke und Unverwundbarkeit bedingungslos frei. Wer will, darf den Schwierigkeitsgrad über dieselben Regler sogar noch drastischer anziehen. Diese radikale Offenheit ist kein fauler Kompromiss, sondern eine überfällige Abrechnung mit künstlichem Frust.

Das steckt im Artikel
  • Volle Trophäen-Freiheit ohne elitäre Schranken
  • Skalpell statt Vorschlaghammer im Kampfsystem
  • Remedys Befreiungsschlag vor dem Herbst-Ansturm

Volle Trophäen-Freiheit ohne elitäre Schranken

Auf dem offiziellen PlayStation Blog legte Lead Gameplay Designer Sergey Mohov detailliert dar, wie Remedy das verkrustete Konzept starrer Schwierigkeitsgrade zertrümmert. Anstatt Spieler vor die altbackene Wahl zwischen „Leicht“, „Mittel“ oder „Schwer“ zu stellen, vertraut das Team auf ein Arsenal granularer Schieberegler. Das ist ein echter Befreiungsschlag für jeden, der keine Lust mehr auf lieblos hochskalierte Lebensbalken hat.

Der eigentliche Paukenschlag versteckt sich allerdings im Kleingedruckten der Trophäen-Listen. Wer bisher in anspruchsvollen Titeln zu Hilfen griff, wurde von Entwicklern oft wie ein Betrüger zweiter Klasse behandelt und mit gesperrten Errungenschaften bestraft. Remedy pfeift auf dieses elitäre Getue: Jede einzelne Trophäe und jedes Achievement schalten sich auch dann frei, wenn sämtliche Regler auf Anschlag stehen. „Eure Zeit ist wertvoll, und wie ihr das Spiel erlebt, liegt letztlich bei euch“, stellte Mohov unmissverständlich klar. Ein Satz, den sich manch anderer Entwickler hinter die Ohren schreiben sollte.

Denn wer nach einem zehnstündigen Arbeitstag in Manhattans paranatürliche Abgründe abtaucht, sucht packende Action und keinen zweiten Vollzeitjob. Die Finnen vertrauen ihrer Community schlichtweg das Urteilsvermögen an, den eigenen Sweetspot zu finden.

Genau hier verabschiedet sich Remedy vom belehrenden Zeigefinger.

Skalpell statt Vorschlaghammer im Kampfsystem

Dieser Vertrauensvorschuss spiegelt sich direkt in den handfesten Mechaniken wider, an denen Spieler nach Belieben schrauben dürfen. Anstatt nur plumpe Schadensmultiplikatoren umzulegen, nimmt das System feinste Stellschrauben der Gefechte ins Visier. Wer sich an der knallharten Nahkampf-Ausrichtung die Zähne ausbeißt, verlangsamt gegnerische Geschosse, drosselt das Aggressionslevel der Feinde oder dehnt das Zeitfenster für perfekte Ausweichmanöver spürbar aus. Ein verpasster Ausweichschritt führt dadurch nicht mehr direkt zum Tod, sondern lässt Raum zum Durchatmen.

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Besonders die sogenannte Falter-Mechanik lässt sich bis ins letzte Detail trimmen. Dieser Wert bestimmt, wie schnell Widersacher aus dem Gleichgewicht geraten und für vernichtende Nahkampf-Exekutionen offenstehen. Erhöht man die Falter-Werte und beschleunigt Dylans Energieregeneration, verwandelt sich das Geschehen in ein unaufhaltsames Action-Gewitter. Zusätzlich sorgt eine zuschaltbare Nahkampf-Magnetisierung dafür, dass Hiebe verlässlich ihr Ziel treffen, selbst wenn die Positionierung im Eifer des Gefechts missglückt. Das fühlt sich herrlich mächtig an, ohne den spielerischen Anspruch komplett zu entwerten.

Für absolute Entspannung stehen sogar Unverwundbarkeit und sofortige Kills als Sofort-Option bereit. Gleichzeitig funktioniert das System aber auch in die entgegengesetzte Richtung. Wer das Maximum aus seinen Reflexen herausquetschen will, dreht die gegnerische Aggression hoch und kappt die eigenen Vorteile auf ein Minimum. Eine dynamisch mitskalierende Spielwelt liefert dafür das ideale Spielfeld, weil der Anspruch jederzeit an das eigene Können angepasst werden kann.

Remedys Befreiungsschlag vor dem Herbst-Ansturm

Die spielerische Souveränität passt perfekt zum thematischen Kern der Reihe, in der das Ergreifen von Kontrolle über das Unbekannte an oberster Stelle steht. Sieben Jahre nach den Vorfällen im Ältesten Haus bricht das paranatürliche Chaos über ganz Manhattan herein. Mit Jesse Fadens Bruder Dylan rückt eine zerrissene Figur ins Zentrum, deren übernatürliche Fähigkeiten eine spürbar offensivere Handschrift tragen als das verhaltene Waffenarsenal des Erstlings. Statt vorsichtig hinter Säulen zu lauern, fordert die Stadt aggressive Präsenz.

Für Remedy kommt dieser Reifeprozess keinen Augenblick zu früh. Ein Befreiungsschlag nach FBC Firebreak tut dem finnischen Traditionshaus nach den jüngsten Live-Service-Experimenten spürbar gut. Das Management besinnt sich wieder auf seine absolute Kernkompetenz: markante Singleplayer-Erlebnisse mit echtem Biss und technischer Brillanz. Neben den hungrigen PC-Hardware-Anforderungen beweisen die Finnen vor allem Fingerspitzengefühl für die reale Spielpraxis.

Der finale Härtetest steht bereits am 24. September 2026 an, wenn der Titel zeitgleich auf PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S aufschlägt. Indem Remedy seinen Spielern von Tag eins an die Zügel selbst in die Hand gibt, beweist das Studio echtes Selbstbewusstsein. Wer die Herausforderung sucht, bekommt sie knochentrocken serviert – wer einfach nur die Welt retten will, muss sich dafür vor niemandem rechtfertigen.

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vonMichael Stadlbauer
Gaming befindet sich in einem ständigen Wandel, und ich bin hier, um ihn einzuordnen. Bei pixelcritics.com hinterfrage ich Trends, analysiere Design-Entscheidungen und suche das Besondere in der Flut an Neuerscheinungen. Meine Vorliebe gilt dabei oft dem Unkonventionellen: Wenn ein Spiel abseits ausgetretener Pfade neue narrative oder spielerische Wege geht, hat es meine volle Aufmerksamkeit.
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