Bit Reactor hat im neuen Gameplay-Showcase zu Star Wars Zero Company die rundenbasierten Gefechte in den Mittelpunkt gerückt – Herzstück ist ein Advantage-System, das Ultimate-Angriffe über das ganze Team verteilt. Das Taktikspiel der XCOM-Veteranen erscheint offiziell am 27. August für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Wer gehofft hat, Anakin Skywalker dauerhaft in die eigene Truppe zu holen, sollte die Erwartungen jetzt zurechtrücken: Der Jedi-General ist bestätigt – aber nur als Gastauftritt.
Advantage, Ultimates und drei Aktionspunkte: So funktioniert das Kampfsystem
Die Gameplay-Präsentation zeigt eine Kampfarchitektur, die XCOM-Spielern sofort vertraut vorkommt: Deckung, Flanken, Overwatch, Trefferchancen. Jede Figur hat drei Aktionspunkte pro Zug, um Fähigkeiten, Bewegung und Angriffe zu kombinieren – das ist solide Genre-Kost. Was das Showcase von der Konkurrenz abhebt, ist die Ressource darüber: Advantage.
Advantage baut ihr durch clevere Positionierung und Treffer auf – und das Konto ist teambasiert. Ihr entscheidet also nicht nur, welche Fähigkeit gerade passt, sondern auch, wer die gesammelte Energie für einen Ultimate-Angriff verbrauchen darf. Klingt nach einem Mannschaftskonto, das jeder anzapfen kann: Nimmt sich einer zu viel, bleibt für den Moment, in dem der Boss-Angriff kommt, nichts übrig. Genau diese Abwägung macht das Team zur taktischen Einheit, nicht zur Ansammlung einzelner Helden.
Bit Reactor verspricht seit Monaten, taktische Tiefe mit echtem Star Wars Storytelling. Das Advantage-System ist der Beweis, dass dieses Versprechen ernst gemeint sein könnte – geteilte Ressourcen zwingen zu Entscheidungen, die ein einzelner Aktionspunkte-Vorrat nie erzwingen würde. Ob die Eleganz hält, entscheidet sich in der Frage, ob das Interface bei vier Operateuren mit drei AP und einem geteilten Advantage-Konto die Übersicht behält. Die Firaxis-Veteranen um Gründer Greg Foertsch haben genau dafür einen Ruf zu verlieren.
Anakin ist bestätigt – aber nur als Gastauftritt für eine Mission
Die offene Frage aus der Ankündigungswelle hat StarWars.com beantwortet: Jedi-General Anakin Skywalker ist dabei, doch sein Weg kreuzt nur kurz den der Kompanie. In der Community wird das als Gastauftritt für genau eine Mission eingeordnet – als dauerhafter Rekrut steht er nicht zur Verfügung. Dafür spricht ihn Matt Lanter, die Stimme aus The Clone Wars, was zumindest den Fans der Serie das Herz erwärmen dürfte.
So weit, so erfreulich – wäre da nicht der Beigeschmack. Um Anakins Erscheinungsbild ist kurz nach dem Trailer eine Diskussion entbrannt: Spieler fordern Nachbesserungen am Charaktermodell. Solche Debatten sind vor einem Release normal, aber sie zeigen, wie genau diese Community hinschaut, wenn ein ikonischer Charakter durch ein neues Studio-Design wandert.
Das Spiel selbst setzt ohnehin nicht auf Lichtschwert-Glanz, sondern auf Hawks als Anführer einer Söldnertruppe – ausdrücklich kein Auserwählter mit Schicksal, sondern ein Kommandant, der ein Team aus Individualisten zusammenhalten muss. StarWars.com listet acht Spezies für die Charaktererstellung, darunter Togruta, Twi’lek und Weequay, und das Bindungssystem belohnt gemeinsame Einsätze. Dass sich Teammitglieder auch entfremden können, ist dabei kein Bug, sondern Design – Reibung gehört zum Konzept.
150 Planeten und die Operations: Wo die Tiefe wirklich steckt
Zwischen den Missionen spielt sich der Alltag im Hauptquartier The Den ab: rekrutieren, ausrüsten, upgraden. Die 150 Planeten, die Bit Reactor auf der Galaxiekarte verspricht, sind dabei keine frei begehbaren Welten, sondern Knotenpunkte für strategische Operationen: Ihr investiert Intel, wählt Ziele, und verpasste Chancen können verfallen. Wer eine offene Galaxis erwartet, wird enttäuscht – wer auf ein XCOM-Geoscape mit Star-Wars-Flair hofft, bekommt genau das.
Das Design ist konsequent auf einen Durchlauf ausgelegt. Die Kampagne soll 30 bis 40 Stunden dauern, so Lead Producer Caydence Funk, New Game Plus gibt es nicht, und Permadeath ist standardmäßig aktiv. Dazu keine Mikrotransaktionen, kein angekündigter Story-DLC – ein Spiel, das auf einen intensiven Run setzt, statt auf endlosen Wiederspielwert. Das ist mutig. Ob es genug ist, hängt davon ab, wie gut die Bond-Systeme und Team-Kombinationen einen zweiten Durchlauf tatsächlich anders aussehen lassen.
Was kostet Zero Company, und was bekommt ihr dafür?
Die Preisstrategie ist das überraschendste Signal des ganzen Showcases. Die Standard Edition kostet auf Steam 49,99 Euro die Deluxe Edition 59,99 Euro – spürbar unter der 80er-Schwelle, die aktuelle AAA-Titel sonst aufrufen. Alle Vorbestellungen enthalten das Crystalline-Astromech-Paket, die Deluxe Edition legt zwei kosmetische Packs und fünf Waffenthemen obendrauf.
Die Stimmungslage vor dem Launch ist gespalten, und das ist erfrischend ehrlich. Erste Vorschauberichte sprechen von einem Hoffnungsträger für Taktik-Fans, SteamDB listet über 55.000 Wishlist-Follower, aber im offiziellen Subreddit rumort es: Die Story wirke teils hölzern, und die Marketing-Kampagne habe lange auf zehn Sekunden langen Gameplay-Häppchen geklebt. Der geleakte Release-Termin hat sich inzwischen bestätigt – jetzt muss das Spiel selbst liefern.
